In der Bundesliga liegt der SV Werder Bremen hinter den Erwartungen, birgt im DFB-Pokal jedoch Überraschungspotential. Dieser Wettbewerb erscheint als letzte Chance auf ein Erfolgserlebnis.

Situation

In der Bundesliga läuft es für Werder Bremen aktuell alles andere als gut – nach 24 Spieltagen stehen die Grün-Weißen auf Platz 17 in der Tabelle. Mit 17 Punkten spielen die Bremer zudem die schwächste Saison ihrer Vereinsgeschichte. Ein ganz anderes Gesicht zeigen sie allerdings im Pokal – zuletzt warfen die Hanseaten mit Borussia Dortmund einen Titelfavoriten aus dem Wettbewerb und zogen nach dem 3:2-Erfolg ins Viertelfinale ein. Zuvor setzten sich die Bremer in der ersten Runde mit 6:1 gegen Oberligist Atlas Delmenhorst und anschließend mit 4:1 gegen den 1. FC Heidenheim jeweils klar durch.

Formkurve

Das Jahr 2020 startete für die Hanseaten dank eines 1:0-Auswärtserfolges in Düsseldorf zunächst erfolgreich, bevor die folgenden fünf Spiele allesamt verloren gingen. In den bisherigen sechs Rückrundenspielen schossen die Grün-Weißen zudem kein eigenes Tor – die beiden zu Buche stehenden Treffer waren Eigentore. Der letzte eigene Treffer gelang am 15. Spieltag beim 1:6 in München. Trotz der dürftigen Bundesligabilanz präsentieren sich die Bremer im Pokal ganz anders. Im Achtelfinale besiegte Bremen Borussia Dortmund jüngst mit 3:2 – die Torflaute aus der Liga scheint hier also keine Rolle zu spielen. Dass sie eine Pokalmannschaft sind, zeigen die Hanseaten aber nicht erst in dieser Saison: In den vergangenen fünf Jahren zog Bremen vier Mal ins Viertelfinale ein, davon immer in den jüngsten drei Saisons.

Trainer

Mit Florian Kohfeldt steht der aktuell zweitjüngste Trainer der Bundesliga beim SV Werder Bremen unter Vertrag. Der 37-Jährige ist ein echter Bremer, hat seine Karriere als Spieler in der Oberliga Bremen verbracht und war anschließend als Co- und Cheftrainer für die zweite Mannschaft sowie die Jugend der Grün-Weißen verantwortlich. Im Oktober 2017 übernahm er den Trainerposten von Vorgänger Alexander Nouri. Kohfeldt ist nach Christian Streich (Freiburg) und Steffen Baumgart (Paderborn) der Bundesligatrainer, der bei seinem Verein am längsten im Amt ist. Der größte Erfolg mit seiner Mannschaft war der Einzug ins DFB-Pokal Halbfinale in der vergangenen Saison – hier scheiterten die Bremer allerdings mit 2:3 am späteren Pokalsieger Bayern München.

Taktiktafel

Die Hanseaten sind in dieser Saison bisher weder in der Offensive, noch in der Defensive besonders erfolgreich: 53 Gegentore bedeuten ligaweit die meisten, 25 erzielte Treffer sind außerdem Ligatiefstwert. Nur ein einziges Mal konnte Torwart Jiri Pavlenka bisher die weiße Weste wahren – beim 1:0-Sieg in Düsseldorf am 18. Spieltag. In der Hinrunde ließ Trainer Kohfeldt seine Mannschaft noch mit Viererkette auflaufen, stellte nach ausbleibenden Ergebnissen allerdings zur Rückrunde auf eine Dreierkette um. Zuletzt agierten die Bremer im 3-4-2-1-System, was sich gegen den Ball als 5-2-3 darstellt – bisher aber ohne Erfolg. Die Dreierkette bilden aktuell Milos Veljkovic, Niklas Moisander und Ömer Toprak, auch weil Kevin Vogt aufgrund einer Verletzung im vergangenen Spiel nicht mitwirken konnte. Am Mittwochabend könnte er allerdings sein Comeback im Kader der Bremer feiern. Ob es bei ihm schon für einen Startelfeinsatz reicht, bleibt abzuwarten. Im Mittelfeld laufen Theodor Gebre Selassie, Maximilian Eggestein, Davy Klaassen und Ludwig Augustinsson auf. In der Offensive vertraut Florian Kohfeldt auf Leonardo Bittencourt, Milot Rashica und Davie Selke – alternativ steht hier auch Yuya Osako zur Verfügung.

Spieler im Fokus: Davy Klaassen

Der 27-jährige Mittelfeldmann ist neben Torhüter Jiri Pavlenka der einzige Spieler des SV Werder Bremen, der in allen Liga- und Pokalpartien jede Minute auf dem Platz stand. Seit seinem Wechsel vom FC Everton an die Weser zur Saison 2018/19 ist der Niederländer in Bremen zu einem absoluten Führungsspieler gereift. Klaassen ist nicht nur mit 272,2 Kilometern der nach Joshua Kimmich laufstärkste Spieler der Bundesliga, sondern dient seiner Mannschaft auch mit regelmäßigen Torbeteiligungen: An sieben der 25 Bremer Ligatreffer war der Interimskapitän direkt beteiligt. Auch im Pokal ist Klaassen alles andere als ungefährlich: In drei Spielen netzte er zwei Mal selbst und bereitete ein Tor vor.

 

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