In der Zwischenrunde zwischen den Zeitformen: Die Eintracht nimmt gegen den FC Salzburg das Achtelfinale ins Visier, kommt aber nicht an der Vergangenheit vorbei.

Europacup in diesem Jahr! Und mit dem FC Salzburg gastiert am Donnerstag gleich ein Gegner in der Commerzbank-Arena, den Adi Hütter nur zu gut kennt. Schließlich war der Frankfurter Cheftrainer selbst erfolgreicher Trainer in der Mozartstadt, wo er in der Saison 2014/15 das Double aus Meisterschaft und Pokal feiern konnte. Zuvor hatte er sich beim SV Grödig ins Visier des mittlerweile zum Serienmeister aufgeschwungenen FCS gecoacht, nachdem er den Underdog binnen zwei Spielzeit aus der zweiten Liga bis in den Europapokal geführt hatte. Dabei ist besagte Saison mit zwei Titeln bei weitem nicht das Einzige, was den 50-Jährigen mit dem kommenden Gegner verbindet. 

Vom Casino in den Adlerhorst

Bereits zum zweiten Mal in ihrer Europapokalgeschichte trifft die Eintracht auf einen Gegner aus Salzburg. Scheitere Frankfurt in der Saison 1993/94 noch am Vorgängerverein SV Casino Salzburg, so heißt der Gegner mittlerweile FC Salzburg und hat seitdem den Namen und die Vereinsfarben gewechelt. Dass die Frankfurter damals gegen die „Viola“ die Segel streichen mussten, lag maßgeblich an einem Mann, der eine Wiederholung dieser Geschichte nun vermeiden will.

Am 3. März 1994 erzielte nämlich ein 24-jähriger Mittelfeldspieler namens Adi Hütter das Tor des Tages beim 1:0-Hinspielerfolg der Salzburger und traf im Rückspiel nach 120 spannenden Minuten im Elfmeterschießen außerdem nervenstark vom Punkt. Während die SGE nach dem entscheidenden Fehlschuss durch Manfred Binz und dem Siegtreffer durch Otto Konrad (auch der Frankfurter Maurizio Gaudino und der Salzburger Wolfgang Feiersinger hatten zuvor verschossen) ausschied, schaffte es der SV Casino Salzburg sogar bis ins Endspiel des UEFA-Pokals. Dort scheiterten die Österreicher im Hin- und Rückspiel jeweils denkbar knapp mit 0:1 am Starensemble des FC Internazionale Milano, was dennoch bis heute den größte internationale Erfolg der Klubgeschichte darstellt. Kleiner Trost: Am Ende der Saison sicherte sich die bis dahin stärkste Mannschaft der Salzburger Fußballgeschichte erstmals die Österreichische Meisterschaft und stellte außerdem mit Nikola Jurcevic und Heimo Pfeifenberger gleich beide Torschützenkönige (je 14 Saisontore). Auf dem geteilten fünften Platz der Torjägerliste landete damals übrigens ein gewisser Christoph Westerthaler im Dress des FC Tirol Innsbruck, den sein Weg im Januar 1998 dann zur Eintracht führen sollte. Hütter hingegen blieb bis 2000 in Salzburg und errang mit den Violetten in dieser Zeit insgesamt je drei Mal die Meisterschaft und den Supercup. 

Kontrahenten mit Halbfinalerfahrung

Neben personellen Parallelen verbindet die beiden Teams aus Deutschland und Österreich auch eine erfolgreiche jüngere Vergangenheit in der UEFA Europa League. Während es die Adlerträger in der vergangenen Saison bekanntlich bis ins Halbfinale schafften und dort dramatisch gegen den späteren Titelträger Chelsea FC ausschieden, gelang den Salzburgern ein Jahr zuvor ein ähnlich spektakulärer Ritt durch Europa. Unter Trainer Marco Rose, der seit dieser Saison Borussia Mönchengladbach trainiert, schalteten die Österreicher in der K.o.-Phase hintereinander Real Sociedad, Borussia Dortmund und S.S. Lazio aus, bevor man im Halbfinale ebenfalls dramatisch nach Verlängerung gegen Olympique Marseille den Kürzeren zog.

In der darauffolgenden Europa-Leauge-Saison 2018/19 bekam es dann die SGE mit den beiden letzten Gegnern des FCS zu tun, allerdings bereits in der Gruppenphase. Während dieser gelang übrigens sowohl den Frankfurtern als auch den Salzburgern das historische Kunststück, dass man sich mit der maximalen Punktausbeute von 18 Zählern aus sechs Duellen für die Zwischenrunde qualifizierte. Während Adi Hütter mit seiner Mannschaft in der Folge erst auf der Schwelle zum Finale in Baku ausschied, erwischte es den FC Salzburg diesmal bereits im Achtelfinale, als die Bullen nur aufgrund der Auswärtstorregelung an Napoli scheiterten. Insofern bieten die bevorstehenden Duelle nicht nur beiden Seiten die Möglichkeit, einen neuen Anlauf zu nehmen – sondern auch Stoff für neue Geschichten. Beziehungsweise alte Szenarien umzuschreiben.

Zum Spiel

Anstoß: Donnerstag, 20. Februar, 18.55 Uhr, UEFA Europa League 2019/20, Round of 32, Hinspiel.
Stadion: Commerzbank-Arena, Frankfurt.
Hörtipp: EintrachtFM überträgt das erste Europapokalspiel des Jahres live.
TV-Tipp: Auf DAZN ist die Partie in voller Länge zu sehen.

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