Der neue Trainer David Wagner hat es geschafft, Schalke wieder Stabilität und Konstanz zu verleihen und sie in strahlendere Gefilde zu führen.

Situation

Nach einer unter den eigenen Ansprüchen liegenden Saison 2018/19 unter Ex-Trainer Domenico Tedesco und Interimscoach Huub Stevens, als die Gelsenkirchener mit Platz 14 dem Abstieg näher war als dem Europapokal, mischen sie nun wieder ganz oben in der Bundesliga mit. Kurz vor der Winterpause steht Platz vier zu Buche. Erst drei Niederlagen fingen sich die Gelsenkirchener in dieser Saison nach 14 Spieltagen ein. In der Vorsaison waren es zum selben Zeitpunkt bereits acht. Mit noch einem weiteren Sieg hätten die Königsblauen acht Siege und damit bereits so viele, wie in der gesamten Vorsaison. Der neue Trainer David Wagner konnte der Mannschaft ein neues Gesicht verleihen. Weg vom doch sehr vom Sicherheitsgedanken geprägten Fußball von Tedesco, hin zum dynamischen Umschaltspiel unter Wagner.

Formkurve

Die Schalker präsentieren sich in dieser Saison in einer sehr starken Verfassung. Jüngst gab es zwar am 13. Spieltag eine 1:2-Niederlage in Leverkusen, zuvor waren sie aber fünf Spiele ungeschlagen. Defensiv sind die Knappen den Zahlen nach kaum besser als in der Vorsaison. 2018/19 fingen sie sich nach 14 Spieltagen 20 Tore ein, in dieser Spielzeit sind es auch schon 18. Nur gegen Borussia Mönchengladbach (0:0), Hertha BSC (3:0) und Borussia Dortmund (0:0) konnten die Nullvierer zu null spielen. Der große Unterschied ist, dass sie unter Wagner meist ein Tor mehr als der Gegner schießen und Führungen über 90 Minuten bis zum Schlusspfiff verteidigen können.

Trainer

David Wagner übernahm das Amt des Cheftrainers vom FC Schalke 04 zu Beginn der laufenden Saison. Er löste Huub Stevens ab, der als Interimstrainer aushalf, nachdem die Schalker Tedesco im März 2019 entlassen hatten. Wagner, der übrigens in Frankfurt zur Welt kam und in der Saison 1990/91 ein Mal für die Eintracht im Einsatz war, begann seine Trainerkarriere in der Jugendabteilung der TSG Hoffenheim. Von 2007 bis 2009 coachte er die U17 und U19 der Kraichgauer. 2011 heuerte der US-amerikanische Staatsbürger bei der Borussia aus Dortmund an. Als Trainer der zweiten Mannschaft fungierte er bis 2015, ehe es auf die Insel zum Zweitligisten Huddersfield Town ging. Dort konnte er in seiner zweiten Saison mit einem 4:3-Sieg über den FC Reading im Play-off-Finalspiel den Aufstieg in die Premier League feiern. Im September 2017 wurde er sogar zum „Premier League Manager of the month“ gewählt. In der Spielzeit 2018/19 lief es für ihn und Huddersfield alles andere als gut. Im Januar 2019 trennten sich Huddersfield und Wagner. Ein halbes Jahr später fing er beim FC Schalke an.

Taktiktafel

Wagner ist taktisch sehr flexibel. Mal lässt er seine Jungs im 4-2-3-1 auflaufen, dann ändert er die Formation wieder auf ein 4-4-2 mit Raute. Am zwölften Spieltag bot er gegen Werder Bremen sogar ein eher ungewöhnliches 3-3-3-1 auf. Im letzten Spiel bei Bayer Leverkusen setzte der 48-jährige Fußballlehrer wieder auf ein 4-4-2 mit einer Raute im Mittelfeld. Die Viererkette, vor dem im Tor gesetzten Kapitän Alexander Nübel, besetzten auf links der Ex-Adlerträger Bastian Oczipka, in der Innenverteidigung Weston McKennie und Ozan Kabak und auf rechts die Leihgabe des FC Everton, Jonjoe Kenny. Als Sechser war Omar Mascarell aufgeboten. Der ehemalige Frankfurter ist nach einer schwachen Vorsaison nun unter Wagner gesetzt. Die beiden Achter, die auch öfter mal auf die Außenbahnen auswichen, gaben auf links Suat Serdar und rechts Daniel Caligiuri. Auf der Zehn wirbelte der wiedererstarkte Marokkaner Amine Harit. Der 22-Jährige ist in dieser Saison mit sechs Toren und drei Vorlagen der Topscorer bei den Königsblauen. Die Doppelspitze bestand aus Guido Burgstaller und Benito Raman, der das einzige Tor für die Schalker schoss.

Durch die vielen Systemwechsel ist schwer vorauszusehen, wie Wagner sein Team gegen die Eintracht aufstellen wird und in welchem Maße er sich der Grundordnung der Eintracht anpassen wird.

Spieler im Fokus: Omar Mascarell

Der defensive Mittelfeldspieler lernte das Kicken bei CD Laguna de Tenerife. Mascarell, der in Santa Cruz de Tenerife auf Teneriffa geboren wurde, spielte dort in den Jugendteams bis zur U19. Im Sommer 2010 wechselte er dann in die U19 von Real Madrid. Von 2011 bis 2014 spielte der heute 26-Jährige für die zweite Mannschaft der Königlichen. Da er den Sprung zu den Galaktischen um Cristiano Ronaldo nicht schaffte, wurde er in der Saison 2014/15 in die zweite englische Liga an Derby County verliehen, in der Saison darauf für ein weiteres Jahr an Sporting Gijon. Die SGE wurde auf den Spanier aufmerksam und verpflichtete ihn im Sommer 2016. Mit der Eintracht konnte er 2018 den DFB-Pokal gewinnen. Danach zogen die Madrilenen die Rückkaufoption, um ihn einen Tag später an den FC Schalke weiterzuverkaufen. Tedesco setzte allerdings kaum auf Mascarell. Unter ihm kam er in 25 Bundesligapartien nur sieben Mal zum Einsatz. Als dann im März Stevens übernahm, war er gesetzt. Und auch jetzt unter Wagner ist Omar Mascarell der Dauerbrenner auf der Sechs.

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