Die Elf von Cheftrainer Adi Hütter machte am Sonntag eine starke Heimpartie. Am Ende fehlte nicht viel zum ersten Heimerfolg in der noch jungen Saison.

Man merkte Gelson Fernandes irgendwie an, dass der Torjubel für ihn kein normaler Moment war. Nach seinem Treffer zum 1:0 in der 26. Minute explodierte der Mittelfeldspieler förmlich: Erst riss er die Arme weit auf, als ob er in diesen Sekunden am liebsten das ganze Publikum umarmen wolle. Dann sprang er hoch in die Luft, um danach den Adler auf der Brust zu küssen. Filip Kostic war es schließlich, der den Emotionsausbruch des eigentlich nicht als Torjäger bekannten Schweizers mit einem Griff um den Hals beendete und ihn herzte. Danach stürmten praktisch alle Adlerträger zum Torschützen, um mit ihm diesen Moment zu feiern. Eine Szene, die verdeutlichte, wie sehr sich jeder im Team für Gelson in diesem Moment freute. Sie freuten sich mit dem Mann, der normalerweise nicht für den Torjubel, sondern für die "Drecksarbeit" zuständig ist. Auch an dem gestrigen Sonntagabend war Eintrachts Nummer Fünf mit 11,5 gelaufenen Kilometern die Nummer Eins in puncto Laufarbeit. "Es war nicht schön. Aber es zählt auch als ein Tor", beschrieb Fernandes sein erstes Pflichtspieltor für die SGE nach dem Match mit einem Lächeln im Gesicht.

Marseille-Held verpasst 2:0

Dass Fernandes' zweiter Bundesligatreffer am Ende gegen Leipzig nicht zum Sieg reichen sollte, hatte auch ein wenig mit Pech zu tun. Die Eintracht hatte im ersten Abschnitt eine fast fehlerfreie Partie abgeliefert. Hinten stand die Dreier-/Fünferkette stabil, vorne hatte die SGE das 2:0 auf dem Schlappen. Keeper Gulasci parierte wiederrum gegen Fernandes und dann nochmal im eins gegen eins-Duell gegen Luka Jovic stark.

Und so kamen die Gäste nach dem Seitenwechsel glücklich zum Ausgleich. Konrad Laimer köpfte nach einem Emil Forsberg-Flugball Kostic im Strafraum an die Hand. Beim fälligen Elfmeter ließ Emil Forsberg Adlerträger Kevin Trapp, der sein 100. Pflichtspiel für die Eintracht absolvierte, keine Chance. Im Anschluss brauchte die Mannschaft von Cheftrainer Adi Hütter einen Moment, um sich wieder zu fangen, und hatte beispielsweise bei einem Abschluss von Timo Werner Glück, nicht in Rückstand zu geraten.

Elektrisierendes Comeback

Doch die Hausherren nahmen zwanzig Minuten vor Schluss noch mal das Heft in die Hand - auch dank Ante Rebic. Der kroatische Vizeweltmeister, der nun 50 Bundesligaspiele auf dem Buckel hat, wurde in der 69. Minute eingewechselt und feierte nach Verletzungspause am Sonntagabend sein Comeback, welches nicht nur das Publikum elektrisierte. Auch die Adlerträger auf dem Platz schwangen sich nach einer kräftezehrenden Woche nochmal zu einer starken Schlussphase auf, die durchaus auch drei Punkte verdient gehabt hätte.

Zunächst verfehlte Danny Da Costa, der ebenfalls seinen 50. Bundesligaeinsatz feierte und wieder mal viel Betrieb über die rechte Seite machte, nur knapp das Ziel. Im Anschluss wurde das Tor von Kostic fälschlicherweise wegen Abseits vom Referee zurückgepfiffen (77.). Und ganz zum Schluss hätte ausgerechnet Rebic fast für das Happy-End gesorgt: Nach einem Zuckerpass von Kostic scheiterte der Angreifer am stark parierenden Gulasci. Somit blieb es beim 1:1, das sich dank Fernandes und Rebic-Comeback auch ohne Happy-End ganz gut anfühlte.

Teilen
Funktionen