Die Eintracht unterliegt Union Berlin durch zwei individuelle Fehler 1:2 (0:0). Dem eingewechselten Silva gelingt der sehenswerte, aber wertlose Endstand (79.).

Ausgangssituation: Spannungsfeld im Niemandsland

Tabellarisch waren im abschließenden Match des 23. Spieltags schon im Vorfeld keine Sprünge über Platz zehn hinaus möglich. Allerdings drohte Frankfurt, bei einer Niederlage vom zwei Zähler entfernt liegenden Aufsteiger überholt zu werden. Während die Köpenicker wie die Eintracht im Viertelfinale des DFB-Pokals stehen und insgesamt national im Soll liegen, bewegten sich die Hessen im Spannungsfeld zahlreicher Englischer Wochen wie aktuell mit der Zwischenrunde der UEFA Europa League.

Personal: Überdurchschnittliche Rotation

Im Vergleich zu vor vier Tagen und mit Blick auf das Rückspiel am Donnerstag tauschte Adi Hütter die Hälfte aller Feldspieler: So beackerten Erik Durm und Timothy Chandler die rechte Außenbahn, während der zuvor gesperrte Martin Hinteregger den mit Hüftproblemen ausfallenden Stefan Ilsanker in der Innenverteidigung ersetzte. Im defensiven Mittelfeld begann Dominik Kohr neben Makoto Hasebe, Daichi Kamada agierte mehr im Zehnerraum denn auf der Außenbahn. Außerdem erhielt Goncalo Paciencia den Vorzug vor André Silva.

Kampf und Krampf

Gegen die erwartungsgemäß bissigen Berliner fehlte es fast vollends an zündenden Ideen. Umgekehrt verströmten auch die Gäste kaum Gefahr, nur Yunus Malli kam Mitte der zweiten Halbzeit unbedrängt zum Abschluss, zielte aus halblinker Lage aber mitten auf Kevin Trapp (22.). Auf der Gegenseite brach Chandler einmal über die linke Seite durch, sein abgewehrter Drehschuss brachte aber nicht mehr als eine Ecke ein (31.). Somit stand nach einer zähen ersten Halbzeit kein einziger Schuss aufs Tor der Eisernen zu Buche. Selbst bei der dicksten Frankfurter Gelegenheit hatte Florian Hübner seinen Schädel im Spiel, als er eine Flanke Evan Ndickas beinahe ins eigene Gehäuse gelenkt hätte (45.+1).

Leichtes Spiel für Andersson

Das kompakte Gesamtbild erhielt bald einen Kratzer, als sich David Abraham und Erik Durm im eigenen Sechzehner einen Tick zu lange uneinig waren, wodurch die Gäste in Ballbesitz gelangten und Sebastian Andersson am herausgestürmten Trapp vorbei ins leere Tor zum 0:1 traf (49.). Die richtige Antwort hätte daraufhin Paciencia nach einer Ecke von Kostic beinahe auf dem Kopf gehabt, doch die Kugel flog knapp am Kasten vorbei (61.). Leichteres Spiel hatte im Gegenzug erneut Andersson, als Trapp eine Flanke von der linken Seite vor die Beine des Mittelstürmers abwehrte, der daraufhin unter unfreiwilliger Mithilfe von Ndicka zum 0:2 einnetzte (67.). Beinahe hätte Paciencia wieder für Spannung gesorgt, doch der Portugiese scheiterte nach Zuspiel Kamadas im Eins-gegen-eins an Rafal Gikiewicz (69.). So schwerfällig die Aktionen bis dahin wirkten, traumwandlerisch leicht sah dann der Anschlusstreffer des eingewechselten Silvas aus, als er nach Vorlage des am Boden liegenden Paciencias mit der Hacke auf 1:2 verkürzte (79.). Es war die Initialzündung für ein längst überfälliges forscheres Auftreten, das aber letztlich zu spät kam, auch wenn Gikiewicz kurz vor Schluss nacheinander gegen drei Adlerträger rettete (87.).

Fazit: Zu spät erwacht

Die engagiertere Schlussphase kann den letztlich enttäuschenden Heimauftritt nur schwer kaschieren. Ähnlich wie in Düsseldorf und Dortmund fehlte es im Vorwärtsgang an der letzten Überzeugung. Frankfurt war dem Aufsteiger längst nicht unterlegen, aber die Einladungen vor den Gegentoren taten ihr Übriges.

So spielte die SGE

Trapp - Durm (66. Silva), Abraham, Hinteregger, Ndicka (71. Rode) - Kohr, Hasebe - Chandler, Kamada, Kostic - Paciencia.

Tore

0:1 Andersson (49.)
0:2 Ndicka (67., Eigentor)
1:2 Silva (79.)

23. Spieltag: Eintracht Frankfurt - Union Berlin

Bildergalerie starten: Klicken Sie auf ein Bild
Teilen
Funktionen