Tore von Didier Drogba, Trophäen in Hülle und Fülle, Trikots von Ballack bis Zola: Das Museum des Chelsea FC hat einiges zu bieten. EintrachtTV und eintracht.de haben einen Blick hineingeworfen.

Die Vertreter des Chelsea FC sind sehr zuvorkommend. „Wir öffnen erst um 10 Uhr, aber ihr könnt vorher schon kommen und filmen“, lassen sie die Eintracht-Redaktion wissen. Gesagt, getan. Das Museum des Chelsea FC in einem Gebäude direkt neben der Stamford Bridge ist zwar erst acht Jahre alt, aber eine kleine, feine Schatzkammer. Ein Blick hinein lohnt sich, denn alleine in den vergangenen 21 Jahren holte der Verein 23 Titel; insgesamt sind es 28, darunter alle drei Europapokalwettbewerbe.

Am Treppenaufgang hängen Fotos von Spielerpersönlichkeiten, die den 114 Jahre alten Verein geprägt haben. Didier Deschamps, Ed de Goey, Dennis Wise, Frank Lampard – um nur einige zu nennen – sind dort verewigt. Im ersten Stock des Gebäudes geht der Blick sofort auf den großen Henkelpott. 2012 konnte der Verein den größten Erfolg der Geschichte feiern, als der Chelsea FC dem FC Bayern München das „Finale dahoam“ vermieste und die UEFA Champions League gewann. Bilder des Triumphs laufen in Dauerschleife ein paar Meter weiter. Das Führungstor der Münchner durch Müller, der späte Ausgleich durch Drogba, Robbens verschossener Foulelfmeter und schließlich Drogbas Schuss ins Chelsea-Glück – jeder Fan der Blues wird diese Szenen kennen.

23 Titel in 21 Jahren

Petr Cechs Helm, John Terrys Schuhe, Michael Ballacks Trikot, Champagnerflaschen von den Meisterfeierlichkeiten, ein Fußball von 1913, zahlreiche Medaillen und Wimpel – all das findet sich in der schmucken Schatzkammer. Auch ein Trikot des VfB Stuttgart aus dem Finale im Cup der Pokalsieger von 1998 ist dabei, immerhin begann damit die erfolgreiche Titeljagd der vergangenen zwei Jahrzehnte. Ob es jenes von Fredi Bobic ist, ist nicht übermittelt; der heutige Sportvorstand der Eintracht erlebte das 0:1 gegen Chelsea durch ein Tor des eingewechselten Gianfranco Zola (heute Co-Trainer) auf dem Feld.

Zahlreiche interaktive Elemente, Mitmachmöglichkeiten und Monitore mit kleinen Filmen darauf runden die Ausstellung ab. Über die große Leinwand flimmert gerade ein Hazard-Tor im Derby gegen Tottenham, es gibt einen kleinen Raum, in dem man auf die Torwand schießen kann, die Reaktionsschnelligkeit kann getestet werden, über Touchscreens können verschiedene O-Töne eingespielt werden. „One Life, One Love, One Club“, das Klubmotto, steht mehr als einmal an den Wänden, und Kulttrainer José Mourinho haben die Museumsverantwortlichen eine eigene Ecke gewidmet. Kein Wunder, der Portugiese war an acht Titeln, darunter drei der sechs Meisterschaften, beteiligt.

Stadionausbau liegt auf Eis

Am Ausgang kommt die Redaktion mit zwei Museumsmitarbeitern ins Gespräch. Sie erzählen von Zeiten, als die Fußballfans am einen Wochenende Chelsea-Spiele und am nächsten Partien des Lokalrivalen Fulham (die Stamford Bridge liegt im Stadtteil Fulham) geschaut haben, sie beschreiben die auch wegen des bevorstehenden Brexits auf Eis liegenden Plänen für den Ausbau des ältesten Stadions der Premier League (seit 1877/ein Modell steht bereits aus) und schildern ihre emotionalen Erlebnisse vom Tag des Champions League-Titels 2012. Ob Chelsea am 29. Mai in Baku die Chance hat, seinen Trophäenschrank weiter zu befüllen, entscheidet sich am morgigen Donnerstag ein paar Meter weiter – im Stadion an der Stamford Bridge, einst sogar das Nationalstadion Englands. Dass die Adlerträger etwas dagegen haben, versteht sich von selbst.

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