David Abraham gehört zu den erfahrensten (Europapokal)-Spielern im Kader. Selbst mit englischen Topteams kennt er sich aus.

Der Kapitän war vier Jahre lang mit dem FC Basel international unterwegs und absolvierte 18 Partien in der Königsklasse. Insgesamt kommt der 32-Jährige auf 40 Einsätze in den internationalen Wettbewerben, im Eintracht-Kader sind nur drei Spieler erfahrener (Martin Hinteregger/53, Jetro Willems/44, Jonathan de Guzman/41).

Tor beim Königsklassen-Debüt

Im Sommer 2008 wechselte Abraham aus Argentinien nach Europa und unterschrieb beim FC Basel, mit dem er sich für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert. Dort feierte er am 16. September sein Debüt gegen Shakhtar Donetsk. Abraham erinnert sich: „Leider haben wir verloren. Aber diese Emotionen, wenn man bei einem Champions League-Spiel den Rasen betritt und die Musik hört, bescheren jedem Spieler ein tolles Gefühl.“ Das Tor zum 1:2 erzielte – Abraham, in der 90. Minute. „Ich habe zwar das Tor gemacht, aber es war zu spät. Eine Flanke habe ich mit dem Fuß verwertet, nichts Besonderes“, sagt der Argentinier gewohnt bescheiden. Teamkollegen waren seinerzeit unter anderem der spätere Leverkusener Eren Derdiyok und Benjamin Huggel („mit ihm habe ich mich sehr gut verstanden“), trainiert wurde das Team von Christian Gross (später u. a. Stuttgart).

Willian fordert ihn

Bei der Frage nach dem härtesten Gegenspieler auf internationalem Parkett muss Abraham einen Moment überlegen („es gibt viele gute Spieler“), dann nennt er Willian. Gegen den Brasilianer agierte er eben bei jenem Spiel gegen Shakhtar. Nun kreuzen sich die Wege der beiden Südamerikaner fast elf Jahre später wieder. Denn der mittlerweile 30-jährige Willian ist seit 2013 in Diensten des Chelsea FC, bei dem er eine feste Stütze ist und schon 52 Pflichtspiele in dieser Saison absolviert hat (acht Tore, 14 Vorlagen). Abraham sagt über den Außenstürmer der Blues: „Ein kleiner, schneller und wendiger Spieler, der dich immer fordert. Er kann sehr gut Lücken antizipieren und macht es den Verteidigern unglaublich schwer.“

Keine guten Erinnerungen an London

Sportlich gesehen hat Abraham keine guten Erinnerungen an London. In der Gruppenphase der Europa League-Saison 2009/10 scheitert der FC Basel, unter anderem durch zwei Niederlagen gegen den FC Fulham. Dieser schaltet übrigens im Halbfinale den HSV aus, der die letzte deutsche Mannschaft unter den letzten Vier in diesem Wettbewerb war – bevor die Eintracht 2019 kam.

Erster Sieg in Rom

Mit Siegen in Rom kennt sich Abraham aus, nicht erst seit dem Erfolg bei S.S. Lazio im vergangenen Dezember. Nach sechs Niederlagen in der Königsklasse platzt im Oktober 2010 für den Verteidiger der Knoten, es gelingt der erste Sieg mit einem 3:1 bei der AS Rom. Thorsten Fink coachte die Baseler. „In meinem dritten Jahr in Basel waren wir besser als in den Vorjahren. Der Sieg war ein schöner Erfolg, aber wir sind noch besser geworden.“

Schönster Sieg? Gegen ManU!

Im letzten Gruppenspiel den großen Gegner Manchester United schlagen und sich dadurch für die nächste Runde qualifizieren? Kein Wunschtraum, sondern das schaffte der vermeintlich kleine FC Basel im Dezember 2011 in der Königsklasse. „Wir mussten am letzten Spieltag unbedingt gewinnen, um noch weiterzukommen. Marco Streller hat uns in Führung gebracht, Alexander Frei in der 84. Minute auf 2:0 erhöht. ManU hat noch verkürzt, aber wir haben den Sieg über die Zeit gerettet. Wir waren dann Gruppenzweiter hinter SL Benfica, United war ausgeschieden. Das war mein schönster Sieg international“, frohlockt er. Abraham, Frei, Yann Sommer, Markus Steinhöfer und Co. hatten gegen Giggs, Rooney, Ferdinand und Co. bestanden. „Wir hatten mittlerweile eine richtig gute Mannschaft, das war unsere beste Saison in der Champions League.“ Zwar folgte im Achtelfinale gegen Bayern München mit dem Hinspiel-1:0 noch der erste von bisher lediglich zwei Baseler Siegen in K.o.-Duellen der Königsklasse, dennoch war nach dem 0:7 in der Allianz Arena Schluss. „Das 1:0 sorgte sicherlich für ein tolles Gefühl bei uns, aber das Rückspiel war natürlich sehr bitter. Dennoch haben wir eine Wahnsinns-Saison gespielt“. In der Champions League ging es für Basel nie weiter als ins Achtelfinale, in der Europa League stieß der Klub ein Jahr später sogar bis ins Halbfinale vor und scheiterte erst an Chelsea. Allerdings ohne Abraham, der mit Getafe und Hoffenheim danach zunächst mal nur national agierte.

Beste Atmosphäre? Hier!

Auf die europäische Bühne ging es für Abraham erst wieder in dieser Saison, mit der Eintracht. In sechs von zwölf Partien wirkte der robuste Innenverteidiger mit, jeweils drei absolvierte er bisher vor und nach Weihnachten sowie zuhause und auswärts. Kurioserweise verpasste er alle vier Spiele gegen die beiden italienischen Vertreter. Gefragt nach der besten Atmosphäre bei seinen internationalen Einsätzen kommt die Antwort ohne Zögern. „Hier bei uns natürlich. Wir haben Gänsehaut, wenn wir die Treppen hoch ins Stadion laufen und dann die Fans mitsamt den Choreographien sehen. Einfach nur Wahnsinn. Das pusht uns und gibt uns Energie“, freut sich Abraham über die unglaubliche Unterstützung der Eintracht-Fans. Diese wird es auch heute wiedergeben, gegen Chelsea FC. „Ich freue mich auf diese Duelle. Chelsea ist ein harter Brocken, aber wir haben das Zeug zum Weiterkommen“, ist sich der Mann mit der Nummer 19 sicher.

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