33 A-Länderspiele, weitere 70 für die U-Nationalmannschaften Portugals, über 30 in internationalen Klubwettbewerben: André Silva verfügt über geballte internationale Erfahrung.

Für den FC Porto, den AC Milan, den FC Sevilla und die Adlerträger hat der 24-Jährige in UEFA-Wettbewerben gespielt. Grund genug, mit Silva über einige besondere Partien zu sprechen. Eine Zeitreise.

„Denkwürdiges Spiel“ in Rom

Mit dem FC Porto darf Silva in der Saison 2013/14 in der UEFA Youth League antreten. Er absolviert alle sechs Gruppenpartien über die volle Distanz und trifft viermal, unter anderem mit einem Doppelpack im Heimspiel gegen Atletico Madrid. Erstmals im Profikader ist Silva zwei Tage vor seinem 20. Geburtstag, im Gruppenspiel der UEFA Champions League bei Maccabi Tel Aviv kommt er aber nicht zum Einsatz. In der Saison 2016/17 muss der FC Porto nach Rang drei im Vorjahr in die Playoffs zur Champions League gegen die AS Rom. „Ein denkwürdiges Heimspiel“, erzählt Silva. Porto gerät durch ein Eigentor in Rückstand, noch vor der Pause wird Ex-Arsenal-Verteidiger Vermaelen des Feldes verwiesen. In der 61. Minute erhält Porto einen Elfmeter – Silva tritt an und verwandelt. „Das war ein besonderer Tag für mich, denn der erste Einsatz und dazu noch das erste Tor in der Königsklasse sind etwas ganz Spezielles. Zudem habe ich das erste Mal gegen eine italienische Mannschaft gespielt“, erzählt die Nummer 33 der Eintracht. Das Rückspiel gewinnen die Portugiesen mit 3:0 in Rom und ziehen in die Gruppenphase ein.

„In Porto war es immer etwas Besonderes“

In der anschließenden Gruppenphase überzeugt Silva und auch der FC Porto. „Es lief richtig gut für uns. Die Atmosphäre war natürlich immer speziell für mich in Porto. Das ist meine Heimat, ich kenne die Mannschaft, das Team, die Fans.“ Außerdem sei die Champions League der Traum eines jeden Fußballers. „Ich vermisse diese Abende“, gesteht er – weiß aber auch, dass die Frankfurter Fans das wettmachen können. Zuhause holt Porto sieben von neun Punkten und fegt unter anderem den amtierenden englischen Meister Leicester City mit 5:0 aus dem Stadion. Silva erzielt zwei Tore und bereitet ein weiteres vor. Außerdem netzt er in beiden Partien gegen den Club Brügge, er kommt insgesamt auf sechs Scorerpunkte.

„Chiellini ist sehr clever“

Gefragt nach seinem bislang härtesten Gegenspieler auf europäischer Klubebene, nennt Silva Juves Abwehrkante Giorgio Chiellini. Im Achtelfinale der Champions-League-Saison 2016/17 machen Silva und der Italiener Bekanntschaft. Juve setzt sich in beiden Spielen mit insgesamt 3:0 Toren durch, Silva wird jeweils ausgewechselt. „Chiellini ist so erfahren und macht dir das Leben extrem schwer. Er ist clever und weiß, wie er dich hart an der Grenze bedrängt“, sagt Silva. Vor etwa einem Jahr treffen sich beide in der Nations League wieder, auch hier bleiben Chiellinis Italiener beim 0:0 ohne Gegentor.

Hattrick in Wien

In der Spielzeit 2017/18 läuft Silva für den AC Milan auf. In allen 14 Spielen der Europa League kommt er zum Einsatz; zunächst in zwei Qualirunden mit glatten vier Siegen, dann in der Gruppenphase und den folgenden vier K.o.-Spielen. Das Aus kommt im Achtelfinale gegen einen guten Eintracht-Bekannten in dieser Saison, den Arsenal FC (0:2/1:3). Höhepunkte sind für Silva die beiden Partien gegen Austria Wien, die die Italiener jeweils mit 5:1 gewinnen. Silva gelingt dabei in Wien ein Dreierpack, im San Siro legt er zwei weitere Treffer gegen die Österreicher nach. Vorlagengeber sind unter anderem der Ex-Wolfsburger Ricardo Rodriguez und der Ex-Leverkusener Hakan Calhanoglu. „Ja, das waren zwei sehr gute Tage für mich“, lacht Silva. 

„0:3 gegen Arsenal war bitter“

Weitere acht Partien in der Europa League kommen für Silva in der vergangenen Saison im Trikot des FC Sevilla hinzu, mit dem im Achtelfinale das spektakuläre Aus nach Verlängerung bei Slavia Prag kommt. In dieser Saison kommt er auf zwölf Einsätze, davon vier in der UEFA Europa League, für die Adlerträger. „Die Fans sind positiv verrückt hier. Es macht richtig Spaß. Das 0:3 gegen Arsenal zum Auftakt war natürlich bitter, wir hatten mehr verdient.“

„War überrascht vom SC“

Nun wartet im letzten Gruppenspiel das zweite Duell mit seinen Landsmännern aus Portugal vom Vitória SC. In Guimaraes konnten sich die Adlerträger mit 1:0 durchsetzen. „Ich war überrascht vom SC, wie er im Hinspiel aufgetreten ist. Sie haben sehr gut gespielt, uns nicht unser Spiel durchziehen lassen. Sie glauben immer an sich und werden das auch im RÜckspiel tun“, meint Silva.

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