Goncalo Paciencia spricht über das Trainingsprogramm der Heimarbeiter, seine Kochkünste und wie er den fehlenden aktiven Fußball kompensiert.

Goncalo Paciencia
Nachdenklich: Goncalo Paciencia macht sich freilich Gedanken um Familie und Freunde in Portugal.

Goncalo Paciencia über …

… seinen Tagesablauf: Wir müssen natürlich zuhause bleiben. Ich versuche, jeden Tag eine andere Routine zu haben. Mal stehe ich früher auf und mache mir ausgiebig Frühstück, mal später – dann ist es eher ein Brunch. Mein Trainingsprogramm ziehe ich natürlich immer durch.

… das Trainingsprogramm: Wir arbeiten eine Stunde auf dem Fahrrad, dazu gibt es Übungen auf der Matte und mit Bällen. Der Verein hat uns alles zur Verfügung gestellt. Wir müssen uns vorbereiten auf das, was irgendwann wieder kommt: Fußball auf dem Platz. Natürlich ist es nicht das gleiche wie auf dem Trainingsgelände zu sein. Wir müssen es akzeptieren und positiv bleiben.

… fehlende Einheiten auf dem Platz: Natürlich vermisse ich den Ball, die Jungs und das Zusammensein in der Kabine. Insbesondere beispielsweise mit Timmy, Jonny und Lucas, mit denen ich ein engeres Verhältnis habe und auch jetzt viel Kontakt halte. Ich habe einen Ball zuhause, mit dem schnicke ich ein bisschen. Leider kann ich niemand den Ball zupassen. Eine Scheibe ist noch nicht kaputt gegangen, ich habe eine gute Technik (lacht). Aber nochmal: mein Motto ist, positiv zu bleiben.  

… seine Familie und Freunde in Portugal: In Portugal wird es gerade jeden Tag schlechter. Ich bin immer in Kontakt, täglich, stündlich, insbesondere mit meiner Mutter. Ich habe kein gutes Gefühl bei dieser Entwicklung. Meine Familie ist okay. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich natürlich gerne bei ihnen sein. Aber das geht nicht. Ich hoffe, meine Familie und Freunde bleiben alle gesund. Ich möchte mich aber nicht über meine Situation beschweren, denn ich bin gesund und es gibt Menschen, denen es schlechter geht.

… den Moment, als die Nachricht kam, dass ein Eintracht-Spieler positiv auf COVID-19 getestet wurde: Das ist hart, wenn man jemand näher kennt und denjenigen hat es erwischt. Aber unsere Infizierten haben keine Probleme, es geht ihnen gut soweit und sie gehören nicht zur Risikogruppe. Das ist sehr wichtig.

"Denke an Leute, denen es nicht gut geht"

… mögliche Veränderungen im Fußball: Wenn die Krise vorbei ist, werden wir wieder Fußball spielen. Vielleicht wird das Geschäft ein bisschen anders sein. Das kann ich nicht voraussagen. An erster Stelle steht jetzt die Gesundheit der Menschen. Ich denke über die Leute nach, denen es nicht so gut geht. Fußball ist erstmal zweitrangig, auch wenn wir natürlich täglich auf News warten, wann wir wieder spielen können. Ich vermisse es, aber ich bin nicht sauer darüber. Denn es gibt Wichtigeres, gerade in der aktuellen Phase.

… seine „Fußballkompensation“: Ich bin jeden Tag in Kontakt mit den Jungs, das hilft. Außerdem schaue ich alte Spiele an, auch in voller Länge. Zum Beispiel Spiele aus Portugal mit meinem Vater von 1994, 1995 [Anm. der Redaktion: Vater Domingos war zu dieser Zeit Torjäger beim FC Porto]. Aber: nichts kann Fußball auf dem Platz ersetzen.

… weitere Freizeitbeschäftigungen: Ich schaue Filme und Serien, spiele FIFA und koche. Ich bin ein guter Koch (lacht)! Meine Leidenschaft für Schokolade lebe ich nicht mehr aus als sonst. Denn ich fühle mich nicht gut dabei, gesunde Ernährung ist auch jetzt wichtig.

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