Gelson Fernandes ist in der Schweiz ein gestandener Nationalspieler. 64 Länderspiele hat er schon auf dem Buckel. Der zuverlässige Abräumer im Mittelfeld geht in Russland bereits in sein drittes WM-Endturnier.

Gelson Fernandes ist nur einer von insgesamt zehn Bundesligalegionären im Schweizer Kader.
Gelson Fernandes ist nur einer von insgesamt zehn Bundesligalegionären im Schweizer Kader.

Die Eidgenossen wissen, wie wichtig der Schweizer mit kapverdischer Abstammung für ihre „Nati“ sein kann. Es war 2010 in Südafrika, als im ersten Gruppenspiel der erste Sieg überhaupt gegen Spanien gelang. Torschütze beim sensationellen 1:0 - Gelson Fernandes. Dass die Eidgenossen trotzdem nach der Vorrunde schon nach Hause fliegen mussten, das ist halt eine der unglücklichen Geschichten, die der Fußball auch schreibt. Außer Fernandes hatte keiner mehr ins gegnerische Tor getroffen. Gegen Chile gab es ein 0:1, gegen Honduras ein 0:0.

Zitterpartie in den Playoffs

In Russland soll wie 2014 zumindest das Achtelfinale erreicht werden. Eine Aufgabe, die lösbar erscheint. Zum Auftakt geht es zwar gegen die wieder erstarkten Brasilianer, danach kommen mit Serbien und Costa Rica zwei Gegner, die Fernandes und Co. eigentlich auf der Uhr haben müssten. Die Qualifikation wurde zunächst souverän gemeistert, obwohl es hinter den punktgleichen Portugiesen nur zu Rang zwei in der Gruppe B reichte. 2:0 und 0:2 im letzten Spiel hieß es in den Duellen gegen den Favoriten. Gegen Ungarn, Lettland, Andorra und die Färöer Inseln wurden dagegen ausnahmslos Siege eingefahren. Trotzdem mussten die Schweizer in die Playoff-Spiele, wo sie sich einen Krimi mit Nordirland lieferten. Nach dem eigentlich beruhigenden 1:0-Sieg in Belfast, das der Ex-Wolfsburger Ricardo Rodriguez mit einem umstrittenen Foulelfmeter erzielt hatte, rettete sich das Team von Vladimir Petković nach diversen brenzligen Situationen mit einem 0:0 zum WM-Ticket.

Achtelfinale eine Pflichtaufgabe

Trotz vieler guter Ergebnisse: Der Nationaltrainer Petkovic wird von den Schweizern nicht nur geliebt, viele seiner Entscheidungen werden in der Öffentlichkeit oft kritisch hinterfragt. Der Bosnier, seit Sommer 2014 als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld im Amt, kann längst damit umgehen. Es zeigt ihm immerhin, dass zwischen Basel und Bellinzona die eigentlich geliebte „Nati“ eine große Rolle spielt. Es zeigt ihm aber auch, dass das Erreichen des Achtelfinales nicht als ein Erfolg des Weltranglisten-Sechsten angesehen würde, sondern lediglich als die Erfüllung einer Pflichtaufgabe.

Die Vorrunde: Die Schweiz trifft in der Gruppe E auf Brasilien (Sonntag, 17. Juni, 20 Uhr in Rostow), auf Serbien (Freitag, 22. Juni, 20 Uhr in Kaliningrad) sowie auf Costa Rica (Mittwoch, 27. Juni, 20 Uhr in Nischni Nowgorod).

Die beste WM-Platzierung: 1994, 2006 und 2014 war im Achtelfinale Endstation. Vor 1960 kamen die Eidgenossen sogar ins Viertelfinale, aber damals wurde die WM mit deutlich weniger Teams ausgetragen.

Die WM 2014: Nach Vorrundensiegen gegen Ecuador und Honduras sowie einer 2:5-Niederlage gegen Frankreich schied die Schweiz im Achtelfinale unglücklich gegen Argentinien mit 0:1 nach Verlängerung aus.

Die WM-Hoffnungen: Serbien sowie Costa Rica scheinen schlagbar zu sein. Und dann wird man sehen, wie der Gegner im Achtelfinale heißt.

Die Stars: Beim Sechsten der Weltrangliste gibt Granit Xhaka den Ton an. Der defensive Mittelfeldspieler des FC Arsenal ist laut Transfermarkt.de mit 35 Millionen Euro auch der Spieler mit dem höchsten Marktwert. Auf gut die Hälfte bringen es Gladbachs Mittelfeldspieler Denis Zakaria (20 Millionen), Schalke-Stürmer Breel Embolo (18 Millionen) und Xherdan Shaqiri von Stoke City (18 Millionen). Die Schweizer fahren insgesamt mit zehn Bundesligaspielern nach Russland.

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