Mexikos Trainer Juan Carlos Osorio setzt in seinem WM-Kader gleich auf zwei Spieler der Frankfurter Eintracht. Marco Fabián sowie Carlos Salcedo sind in Russland dabei. Und beide dürfen auf etliche Einsatzzeiten hoffen.

In den Testspielen kristallisierte sich bereits heraus, dass Mexikos Trainer mit den beiden Adlerträgern plant. Ende März, beim 3:0 über Island, stand der robuste Carlos Salcedo die kompletten 90 Minuten auf dem Platz, der feine Techniker Marco Fabián durfte 76 Minuten als hängende Spitze vorspielen. Und auch beim letzten Härtetest gegen Dänemark spielte Salcedo durch, Fabián kam auf 45 Minuten Einsatzzeit.

Verletzungen weggesteckt

Mittelfeldmann Fabián hat inzwischen 39 Länderspiele (neun Tore) auf dem Buckel und sammelt vor vier Jahren bereits WM-Erfahrung. In allen drei Vorrunden-Begegnungen war der Offensivakteur eingewechselt worden. In der WM-Qualifikation kam er wegen seinen langwierigen Rückenproblemen dagegen nur zwei Mal zum Einsatz. Abwehrmann Salcedo, auch im Nationalteam mal in der Innenverteidigung, mal auf der rechten Seite eingesetzt, fiel zwar wegen Schulterverletzungen ebenfalls monatelang aus, aber er kam in der WM-Qualifikation trotzdem auf immerhin sechs Einsätze. Einen möglichen siebten hatte er sich selbst verbaut: Beim 1:2 gegen die USA hatte der Frankfurter kurz vor dem Abpfiff noch die Gelb-Rote Karte gesehen. Die WM vor vier Jahren war für den 24-Jährigen noch kein Thema gewesen, Salcedo feierte erst im April 2015 sein Nationalelf-Debüt.

Titelverteidiger-Brocken zum WM-Start

Die Qualifikation in der Region Nord- und Mittelamerika war für Osorios Team keine besonders schwere Prüfung. Die Vorrunde gegen El Salvador, Honduras und Kanada wurde mit 16 von 18 möglichen Punkten auf Rang eins beendet. Auch in der Endrunde setzte sich der deutsche Gruppengegner (21 Punkte) deutlich vor Costa Rica (16) und Panama (13) durch. Die Vorfreude ist entsprechend groß, Osorio beschrieb sein Gefühlsleben kürzlich mit: "optimistisch, stolz, glücklich und sehnsüchtig". Wobei alle, besonders aber die beiden Eintracht-Profis, ihrer ersten WM-Begegnung regelrecht entgegenfiebern, denn da treffen sie in Moskau direkt auf den Titelverteidiger Deutschland. Danach dürfte ihnen das Siegen gegen Südkorea und Schweden etwas leichter fallen. Denn an ein Ausscheiden bereits in der Vorrunde möchte kein stolzer Mexikaner denken.

Eine Legende sagt Adiós

Die Profis wissen, dass ihnen in der Heimat Millionen von Menschen die Daumen drücken. Ganz besonders einem, der vermutlich aber keine große Rolle mehr spielen wird. Für Verteidiger Rafael Marquez geht in Russland eine ganz große Karriere zu Ende. Der 39-Jährige bestreitet seine bereits fünfte WM, kann auf 141 Länderspiele verweisen und hat sich von seinem Team Atlas Guadalajara  schon verabschiedet. In früheren Jahren zeigte er auch in Europa sein Können, etwa bei AS Monaco und beim FC Barcelona, mit dem er 2006 den Sieg in der UEFA Champions League feiern konnte.

Die Vorrunde: Mexiko trifft in der Gruppe F auf Deutschland (Sonntag, 17. Juni, 17 in Moskau), auf Südkorea (Samstag, 23. Juni, 17 Uhr in Rostow) sowie auf Schweden (Mittwoch, 27. Juni, 16 Uhr in Jekaterinburg)

Die beste WM-Platzierung: Auf heimischem Boden fühlt sich Mexiko besonders wohl. Sowohl 1970 als auch 1986 erreichte das Team das Viertelfinale. Zunächst war Italien die Endstation, 16 Jahre später scheiterte die el Tri an Deutschland im Elfmeterschießen.

Die WM 2014: Wie durchgängig seit 1994 war auch in Brasilien im Achtelfinale Schluss.

Die WM-Hoffnungen: Es ist bereits die 16. Endrundenteilnahme der Mexikaner. Möglichst soll wieder einmal das Viertelfinale erreicht werden. Doch in der Vorrunde wartet mit Deutschland ein ganz dicker Brocken, Südkorea und Schweden dürften zumindest unangenehme Gegner werden.

Die Stars: Der 15. der Weltrangliste hat einige starke Offensivspieler in seinen Reihen. Zwar besitzt Hirving Lozano vom PSV Eindhoven laut Transfermarkt.de mit 22 Millionen Euro den höchsten Markwert, aber Chicharito, in Deutschland aus seiner Leverkusener Zeit gut bekannt, ist mit 18 Millionen kaum billiger und wird als Mexikos Rekordtorschütze besonders verehrt. Derzeit steht der Mittelstürmer bei englischen Klub West Ham United unter Vertrag.

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