Die Kroaten sind mal wieder nicht zu unterschätzen. Gespickt mit Weltklassespielern wie Ivan Rakitic oder Luka Modric wollen sie bei der WM überraschen. Ante Rebic scheint trotz starker Konkurrenz ein Startelfkandidat zu sein.

Ante Rebic zählt mit seinen Kroaten zu den Geheimfavoriten.
Ante Rebic zählt mit seinen Kroaten zu den Geheimfavoriten.

Ante Rebic besitzt schon WM-Erfahrung. 2014 war er bei allen drei Spielen der Kroaten, deren Trainer damals Niko Kovac geheißen hatte, als Joker dabei. In der letzten Partie, gegen Mexiko, flog er allerdings kurz vor dem Abpfiff mit der roten Karte vom Platz. Danach war seine internationale Karriere ins Stocken geraten, über zwei Jahre erhielt der Stürmer keine Einladung. Bis zum vergangenen November, als es für die Kroaten um die Wurst, sprich um die Playoff-Spiele gegen Griechenland, ging. Da holte der neue Nationaltrainer Zlatko Dalic, gerade ein paar Wochen im Amt, den Bundesligaspieler zurück. Der zielstrebige Offensivspieler wurde in beiden Partien eingewechselt. Der ehemalige Heißsporn hatte unter Kovac in Frankfurt gelernt, sein Temperament zu zügeln und sich besser an taktische Vorgaben zu halten. In Russland hofft der 24-Jährige, zur Startformation zu gehören. In den Vorbereitungsspielen gegen Brasilien und Senegal war er beide Male von Beginn an mit dabei. Coach Dalic setzte den Frankfurter Pokalhelden auf der rechten offensiven Außenbahn ein.

Der Island-Doppelpack

Die Kroaten sind ein temperamentvolles und nach Fußball verrücktes Volk, entsprechend sind sie stolz und heiß auf ihre fünfte WM-Teilnahme. In der europäischen Qualifikation konnten sie allerdings nicht immer überzeugen. So gab es Niederlagen gegen die Türkei und gegen Island, am Ende belegten sie in der Gruppe I hinter den Isländern lediglich Platz zwei. Und so mussten sie den unbequemen Weg über die Playoff-Spiele gehen. Doch schon nach der ersten Partie hatten sie ihr WM-Ticket quasi in der Tasche. Mit 4:1 wurde Griechenland geschlagen, das Rückspiel (0:0) war nur noch eine Formsache. Dass sie nun in der WM-Vorrunde erneut auf Island treffen, gibt der Aufgabe einen besonderen Reiz.

Zurückhaltung statt Angriffslust

Zlatko Dalic hat zumindest offiziell bescheidene Ziele ausgegeben: "Wir wollen erst einmal die Vorrunde überstehen, schließlich ist uns das seit über 20 Jahre nicht mehr gelungen." Dass ein Großteil seiner Spieler bereits älter als 30 Jahre ist, hält er für keinen Nachteil. Sie seien erfahren und "sind im besten Fußballer-Alter". Wenn den "Alten" die Puste ausgeht, dann hat er ja auch noch Profis wie Ante Rebic in seinem Kader. Dem geht mit seinen 24 Jahren die Luft bestimmt nicht so schnell aus. Und richtig heiß auf die WM ist der Pokalheld von Berlin seit seinen zwei Treffern gegen die Bayern sowieso.

Die Vorrunde: Kroatien trifft in der Gruppe D auf Nigeria (Samstag, 16. Juni, 21 Uhr in Kaliningrad), auf Argentinien (Donnerstag, 21. Juni, 20 Uhr in Nischni Nowgorod) sowie auf Island  (Dienstag, 26. Juni, 20 Uhr in Rostow).

Die beste WM-Platzierung: Bei der ersten WM-Teilnahme belegte Kroatien 1998 in Frankreich überraschend den dritten Platz, nachdem zuvor auch Deutschland ausgeschaltet wurde.

Die WM 2014: Kroatien schied mit Trainer Niko Kovac nach einem 4:0 gegen Kamerun sowie Niederlagen gegen Brasilien und Mexiko (jeweils 1:3) nach der Vorrunde aus.

Die WM-Hoffnungen: Auch wenn die Kroaten hohes Potenzial besitzen, die Gruppe hat es in sich. Nigeria muss geschlagen werden, gegen Island haben Rebic und Co. in der Gruppenphase nicht gut ausgesehen und dann kommt ja noch Vize-Weltmeister Argentinien. Das Achtelfinale wird kein Selbstläufer.

Die Stars: Beim 20. der Weltrangliste herrscht im offensiven Mittelfeld ein extremer Konkurrenzkampf. Ivan Rakitic vom FC Barcelona (laut Transfermarkt.de 50 Millionen Euro wert) möchte ebenso nicht auf der Bank sitzen wie die beiden Real-Profis Luca Modric (40 Millionen) und Mateo Kovacic (30 Millionen). Voll dabei ist auch Linksaußen Ivan Perisic von Inter Mailand (40 Millionen).

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