Makoto Hasebe ist nicht nur bei Eintracht Frankfurt ein langjähriger Leistungsträger, auch bei den "Blue Samurai" zählt der 34-Jährige zu den Korsettstangen.

Makoto Hasebe ist Kapitän und Anführer der japanischen Nationalmannschaft.
Makoto Hasebe ist Kapitän und Anführer der japanischen Nationalmannschaft.

Das Team der "Blue Samurai" ohne Makoto Hasebe ist nicht vorstellbar. Schließlich hat der Profi, der bei Eintracht Frankfurt seinen Vertrag um ein Jahr bis Sommer 2019 verlängert hat, nicht nur mehr als 100 Länderspieleinsätze auf seinem Konto, er ist auch der Kopf und der Kapitän der Mannschaft. Im "Land der aufgehenden Sonne", so lautet die Übersetzung von Japan, wird kaum ein Fußballprofi so verehrt wie der 34-Jährige. Hasebe gibt im defensiven Mittelfeld die Anweisungen, er fordert die Bälle und er macht die Räume mit seinem guten Auge eng.

Dritte WM-Teilnahme für den Routinier

Dass der defensive Mittelfeldspieler nur in 13 der insgesamt 18 WM-Qualifikationsspiele zum Einsatz gekommen war, lag an seinem Verletzungspech. Nachdem er beim Spiel der Eintracht in München im April 2017 bei einer waghalsigen Rettungstat an den Pfosten geknallt war, musste der Musterprofi am Knie operiert werden und fiel deshalb monatelang aus. Aber so ist er halt, der "Hase": Er schont sich nicht in den Zweikämpfen, gibt alles für sein Team. Makoto Hasebe dürfte also auch bei seiner dritten WM-Teilnahme einer der gesetzten Spieler sein. Doch so genau weiß man das nicht, denn vor rund zwei Monaten wurde Nationaltrainer Vahid Halilhodzic überraschend entlassen. Zum Nachfolger wurde der bisherige technische Direktor Akira Nishino (63) berufen, der das Team also auch sehr gut kennt. Eine "Notfallmaßnahme" sei diese Entscheidung gewesen, so die Begründung des japanischen Verbandes. Seit 2015 war Halilhodzic Trainer der Japaner. Der Bosnier konnte sich bei der WM-Endrunde 2014 als Teamchef der algerischen Nationalelf einen Namen machen. Die Nordafrikaner erreichten dabei sensationell zum ersten Mal in der WM-Geschichte das Achtelfinale, dort war dann gegen den späteren Weltmeister Deutschland Endstation.

In der Quali keine Probleme

In der WM-Qualifikation für das Turnier in Russland gab es für Hasebe und Co. kaum Probleme. Die erste Gruppenphase wurde mit sieben Siegen sowie einem 0:0 gegen Singapur bei einem Torverhältnis von 27:0 locker als Erster beendet und auch die nächste, die entscheidende Phase endete mit Rang eins. Allerdings deutlich knapper: Japan holte 20 der 30 möglichen Punkte, Saudi-Arabien und Australien kamen auf jeweils 19 Zähler. Aber die abschließende 0:1-Niederlage gegen die Saudis tat ebenso weh wie schlechte Leistungen in zwei folgenden Testspielen gegen Brasilien und Belgien. Halilhodzic, ein Verfechter des defensiven Grundgedankens, musste gehen, auch weil sein autoritärer Führungsstil bei Teilen der Mannschaft nicht gut ankam. Ob die Japaner unter Akira Nishino offensiver auftreten, das werden die nächsten Wochen zeigen.

Die Vorrunde: Japan trifft in der Gruppe H auf Kolumbien (Dienstag, 19. Juni, 14 Uhr in Saransk), auf Senegal (Sonntag, 24. Juni, 17 Uhr in Jekaterinburg) sowie auf Polen (Donnerstag, 28. Juni, 16 Uhr in Wolgograd).

Die beste WM-Platzierung: 2002 und 2010 schied Japan jeweils im Achtelfinale aus.

Die WM 2014: Japan schied in der Vorrunde nach Niederlagen gegen die Elfenbeinküste und Kolumbien sowie einem 0:0 gegen Griechenland als Gruppenletzter aus.

Die WM-Hoffnungen: Der Asienmeister von 2011 träumt bei seiner sechsten Endrunden-Teilnahme vom Viertelfinale, könnte aber bereits in der Vorrunde ernste Probleme bekommen.

Die Stars: Der 61. der Weltrangliste hat keinen Superstar in seinen Reihen. Die Spieler mit dem höchsten Marktwert sind laut Transfermarkt.de der Linksaußen Shoja Nakajima (5,5 Millionen Euro) von SC Portimonense (Portugal) sowie Mittelstürmer Yuya Kubo (5 Millionen Euro) von KAA Gent (Belgien).

Teilen
Funktionen