Danny da Costa spricht über den bevorstehenden Start in die Gruppenphase, seine Freundschaft mit Bernd Leno und sein ambivalentes Verhältnis zur Premier League.

Danny da Costa freut sich ausgesprochen auf die UEFA Europa League.
Danny da Costa freut sich ausgesprochen auf die UEFA Europa League.

An diesem Donnerstag beginnt die Gruppenphase der Europa League. Der Arsenal FC ist zu Gast in Frankfurt. Freust du dich schon, Danny?
Ja, ich freue mich definitiv auf den kommenden Donnerstag und dass es endlich wieder mit der Gruppenphase in der Europa League losgeht. Zudem ist Arsenal und natürlich auch Bernd Leno ein besonderer Gegner für mich – wir haben oft gehofft, gegeneinander zu spielen, haben jetzt endlich die Möglichkeit.

Wie ist der Kontakt zwischen Bernd und dir vor dem Spiel?
Der Kontakt zwischen uns ist wie immer, wir schreiben viel und haben das Spiel gegen Watford gemeinsam analysiert.

Was erwartet ihr vom kommenden Spiel? Arsenal ist eine Spitzenmannschaft, kann so eine Leistung wie gegen Chelsea nochmal gelingen?
Ich denke schon, dass wir so eine Leistung wie gegen Chelsea nochmal abrufen können. Klar ist, dass Arsenal eine starke Mannschaft mit vielen guten Spielern hat. Jeder aus dem Team spielt in der Nationalmannschaft oder hat zumindest dort gespielt. Sie sind sehr spielstark und versuchen immer, von hinten raus zu kombinieren, zudem besitzen sie eine hohe Ballsicherheit. Aber ich glaube, dass wir mit unserem Spiel die Möglichkeiten haben, ihnen Probleme zu bereiten.

In der Europa League sind hervorragende Teams vertreten, kannst du realisieren ein Teil davon zu sein?
Als ich im Sommer 2017 zur Eintracht gekommen bin, konnte sich keiner vorstellen, dass wir mal vor ausverkaufter Heimkulisse gegen Chelsea oder Arsenal spielen würden. Es ist eine tolle Entwicklung, für die wir hart gearbeitet haben. Wir sind in jedem Spiel an unsere Grenzen gegangen und haben kontinuierlich an uns gearbeitet.

Die Europa League wird oft despektierlich als Cup der Verlierer betitelt, wie stehst du zu dieser Bezeichnung?
Die öffentliche Wahrnehmung über die Europa League ist zwiegespalten, aber die Mannschaften als Verlierer zu bezeichnen wird ihnen nicht gerecht. Durch die vergangene Saison habe ich das Gefühl und die Hoffnung, dass sich die Wahrnehmung der Europa League geändert hat und sie ernster genommen wird.

Du hast thematisiert, dass du und Bernd gemeinsam Spiele analysiert, was hat er zu eurem Spiel gegen Augsburg gesagt?
Wir schauen oft die Spiele voneinander an, wobei wir in erster Linie drauf achten, wie sich der andere auf seiner Position präsentiert. Sein Resultat zum Spiel gegen Augsburg war, dass wir in der Verteidigung nicht die Konsequenz gezeigt haben, die wir zeigen hätten müssen.

Der aktuell auffälligste Spieler im Kader von Arsenal ist Aubameyang. Mit welchen Mitteln wollt ihr ihn am Donnerstag unter Kontrolle bringen?
Wir müssen ihn als Kollektiv stoppen. Wir müssen die Zuspiele unterbinden und dürfen ihm nicht den Raum geben, den er braucht. Wir werden die nächsten Trainings nutzen, um uns optimal auf die Partie vorzubereiten.

Welche Unterschiede hat der Start in die diesjährige Europapokalsaison im Vergleich zur vergangenen?
Abgesehen von der diesjährigen Qualifikationsrunde bestreiten wir die Spiele nicht mehr als Underdog. Ich denke, dass wir uns letztes Jahr international ein gewisses Ansehen erarbeitet haben.  In der Bundesliga waren wir schon als unangenehmer Gegner bekannt, aber wir haben gezeigt, dass wir auch gegen namhafte Gegner schwer zu bespielen sind. Das gibt uns Selbstvertrauen, jedoch müssen wir das auch im ersten Gruppenspiel bestätigen.

Mit welcher Zielsetzung geht ihr in die diesjährige Europa-League-Saison?
Genau wie letztes Jahr ist es unser Ziel, die Gruppenphase zu überstehen, danach werden wir Runde für Runde betrachten. Wir haben eine interessante Gruppe, in der schwierige Spiele auf uns zukommen werden.

Was sind deine persönlichen Ziele für diese Saison?
Ich will den nächsten Schritt in meiner persönlichen Entwicklung machen, das bedeutet, variabler und effizienter in meinem Spiel zu werden. Zudem möchte ich das Team besser unterstützen, mehr Tore schießen und vorbereiten, sowie konsequenter verteidigen.

Dich und Bernd Leno verbindet eine enge Freundschaft, stammt diese aus eurer gemeinsamen Zeit in Leverkusen?
Die Zeit in Leverkusen hat uns zusammengeschweißt. Wir waren die beiden jüngsten Spieler im Team und waren demnach auf Reisen immer zusammen in einem Zimmer. Zusätzlich kannten wir uns aus den Jugendnationalmannschaften und haben auf Turnieren oft miteinander gesprochen.

Wird Bernd Leno am Donnerstag spielen? Hat er sich diesbezüglich dir gegenüber geäußert?
Bezüglich des Spiels am Donnerstag hat er mir nichts gesagt, ich hoffe, dass er spielt.

Hat eure neu besetzte Offensivreihe einen Einfluss auf dein persönliches Spiel?
Wir verfügen nach wie vor über eine körperlich robuste Offensive, allein wenn ich unseren 1,96-Meter-Leuchturm sehe (lacht). André Silva und Goncalo Paciencia sind zudem am Ball sehr talentiert. Für mich wird sich nichts groß verändern, meine Aufgabe besteht nach wie vor darin, die Stürmer mit genauem Passspiel zu füttern.

Hat sich euer Spielansatz durch die Veränderungen im Kader verändert?
Letzte Saison waren wir sehr stark im Pressing, jedoch hatten wir Probleme das Spiel selbst zu gestalten. Das möchten wir grundsätzlich in dieser Saison verbessern, jedoch hat das keinen Zusammenhang mit den Stürmern. Unser Stil wird sich diese Saison nicht groß verändern, bei Ballverlust wollen wir versuchen, den Ball schnell und aggressiv zurückzugewinnen.

Du hast alle Jugendnationalteams durchlaufen, ist die A-Nationalmannschaft auch ein Traum von dir?
Natürlich möchte man als Spieler, vor allem wenn man die U-Nationalmannschaften durchlaufen hat, gerne ein Bestandteil der A-Nationalmannschaft sein. Jedoch messe ich mir eine Bewertung nicht an und das entscheiden auch andere. Ich bin hier in Frankfurt Teil eines tollen Teams, mit dem wir gerade etwas großes aufbauen, es freut mich ein Teil davon zu sein und hoffe, dass ich es noch lange sein kann.

Eure Gegentore fallen zumeist in der ersten Halbzeit, mit welchem Rezept geht ihr in die Partie gegen Arsenal um das zu verhindern?
Es ist sehr wichtig, von Anfang an konzentriert in das Spiel zu starten. Dem ist sich das gesamte Team bewusst, gegen Arsenal wollen wir ab der ersten Minute fokussiert sein und konzentriert in das Spiel gehen.

Du bist seit längerer Zeit verletzungsfrei, wie schaffst du das?
Die Grundfitness, die einen über die Saison unterstützt, erlange ich in der Vorbereitung. In den Englischen Wochen liegt der Fokus der Trainingseinheiten darauf, für die kommenden Spiele frisch zu sein. Ich achte auf meinen Körper und lasse mich, wenn ich mich unwohl fühle, behandeln und trete im Training einen Schritt zurück.

Bei Arsenal war eine gewisse Schwäche bei den Abstößen zu sehen. Das kommt euch beim Pressing entgegen, motiviert euch das für Donnerstag?
Diese Tatsache kann uns im Spiel am Donnerstag entgegenkommen, trotzdem müssen wir unser Pressing gut umsetzen.

Welchen Reiz hätte die Premier League für dich?
Dadurch, dass Bernd in England spielt, bekomme ich viel von der Premier League mit. Es wird dort hochklassiger Fußball gespielt. Aber ich betrachte nicht nur den Fußball, sondern alle Lebensbereiche. Deshalb weiß ich nicht, ob ich als Person im Ausland auf Dauer glücklich werden würde.

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