Erik Durm spricht vor der Länderspielpause über seine neue Heimat Frankfurt, das Freundschaftsspiel gegen den FC Gießen und seine persönlichen Ziele.

Erik, du wohnst jetzt schon eine Weile in Frankfurt. Wie gefällt dir die Stadt?
Ich bin gut in Frankfurt angekommen und das Team hat mich freundlich aufgenommen. Die Stadt an sich gefällt mir sehr gut, man kann hier viel unternehmen. Zudem liegt Frankfurt in der Nähe meiner Heimatstadt, wodurch es mir möglich ist, öfter meine Familie zu besuchen.

Wo ist dein Lieblingsplatz in Frankfurt beziehungsweise was unternimmst du gerne in deiner Freizeit?
Am liebsten unternehme ich etwas mit meiner kleinen Tochter. Sie ist in einem Alter, in dem sie langsam anfängt, ihre Umgebung wahrzunehmen. Zwar können wir noch nicht so viel mit ihr rausgehen, aber Zeit mit der Familie zu verbringen, ist immer das Schönste.

Gibt es Unterschiede für einen Fußballprofi, ob er in Dortmund, Huddersfield oder Frankfurt trainiert?
Ich denke, dass die Routinen die gleichen sind. Insgesamt unterscheiden sich die Lebensweisen von Profifußballern nicht groß. Jeder versucht, früh ins Bett zu gehen, sich gut vorzubereiten, viel zu trainieren, gut zu essen und zu schlafen. Trotzdem gibt es Unterschiede, ob man in England oder in Deutschland wohnt. Im Großen und Ganzen bin froh, wieder in Deutschland zu sein. Es ist nochmal etwas anderes, in seiner Heimat zu leben.

Du hast gesagt, dass es wichtig ist, als Fußballprofi auf seinen Körper zu achten. Würdest du sagen, dass die Spieler insgesamt im Vergleich zu vor zehn Jahren disziplinierter geworden sind?
Das kann und möchte ich nicht beurteilen, da ich die Trainingsmethoden von damals nicht kenne. Ich war damals noch im Jugendbereich und kann nur beurteilen, wie es heutzutage ist. Wir sind alle sehr diszipliniert, was grundlegend ist, um auf dem vorhandenen Leistungsniveau spielen zu können.

Das Spiel am Donnerstag gegen den Regionalligisten FC Gießen ist mit 7.000 Zuschauern ausverkauft.  Verblüfft dich das oder empfindest du das als Normalität?
Es definitiv keine Normalität für mich, dass bei einem Testspiel so viele Fans kommen, um zuzuschauen. Daran kann man sehen, welch enorme Leistung die Mannschaft im vergangenen Jahr vollbracht hat. Wir haben großartige Fans, die die Leistung des Teams sehr honorieren.

Wie gehst du damit um, wenn du während eines Spiels auf der Bank sitzen musst?
Ich versuche immer, alles für die Mannschaft zu geben, sei es auf dem Trainingsplatz oder auf dem Spielfeld, wenn ich meine Minuten bekomme. Wenn ich während eines Spiels auf der Bank sitze, dann fiebere ich mit und drücke den Jungs die Daumen. Ich freue mich über jedes Tor und jeden Assist und versuche die Jungs auf meiner Position zu unterstützen. Diese Einstellung macht Teamsport aus.

Wie zufrieden bist du nach den ersten Monaten mit deiner sportlichen Rolle bei der Eintracht?
An erster Stelle steht das Team, wir stehen aktuell gut da und sind alle sehr glücklich mit unserer Leistung. Zudem hatten wir eine tolle Vorbereitung, haben gute Partien abgeliefert und ich durfte dazu auf dem Feld einige Minuten beitragen.

In welchen Bereichen siehst du bei dir spielerisch noch Luft nach oben?
Es fällt mir schwer, mich selber zu beurteilen, aber Luft nach oben gibt es immer. In der Offensive möchte ich auf jeden Fall öfter ins Eins-gegen-eins gehen, das fordert der Trainer auch von uns Außenspielern.

Würdest du sagen, dass du der Spielertyp bist, der das Eins-gegen-eins sucht oder fühlst du dich defensiv orientiert wohler?
Durch meine Zeit als Stürmer bin ich daran gewöhnt, Eins-gegen-eins-Situationen zu suchen. In Dortmund haben wir oft in der Vierkette gespielt, sodass ich hinten die Bahn zumachen musste. Trotzdem ist es im heutigem Fußball wichtig, dass die Außenverteidiger marschieren. Grundsätzlich traue ich mir das zu, aber ich muss in diesem Bereich an mir arbeiten und noch offensiver spielen.

Ist der Respekt im Hinblick auf die kommenden Partien gegen Leverkusen, Gladbach, Bayern und Lüttich höher als sonst?
Wir haben vor jedem Gegner Respekt. Es wäre falsch, Teams wie Union Berlin zu unterschätzen. Es kommen anspruchsvolle Wochen und Spiele auf uns zu, auf die wir uns freuen. Wir sind guter Dinge, haben eine super Mannschaft und die Chance, jeden zu schlagen.

Am Wochenende habt ihr drei Tage frei, wie wichtig ist diese Regeneration bei so einem vollen Terminkalender?
Ich kann nur von mir reden. Ich freue mich auf die freien Tage, auf das Ausschlafen, die Familie zu sehen und den Kopf freizubekommen. Bis zum Winter haben wir insgesamt 31 Pflichtspiele, da ist es wichtig, zwischendurch ein paar Minuten abseits des Fußballplatzes zu verbringen. Danach liegt der Fokus bis Weihnachten wieder auf den Spielen, in denen wir Gas geben und versuchen werden, möglichste viele Punkte zu holen.

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