Mut ja, Ideen weniger. Trainer und Spieler wissen um die anhaltenden Mängel, lassen sich aber hinsichtlich Einstellung und Laufstärke nichts vorwerfen.

„Wir nehmen uns jedes Mal vor, auch für unsere Fans einen Sieg zu holen“, sagt Djbril Sow. Allein die Umsetzung mag derzeit nicht gelingen.
„Wir nehmen uns jedes Mal vor, auch für unsere Fans einen Sieg zu holen“, sagt Djbril Sow. Allein die Umsetzung mag derzeit nicht gelingen.

Cheftrainer Adi Hütter: Gratulation an David Wagner und Schalke 04 zum Sieg. Wir haben einen offenen Schlagabtausch angeboten, in der zweiten Halbzeit mutiger nach vorne gespielt und nach dem Platzverweis nochmal alles versucht. Schalke war ein sehr laufstarker Gegner, dem meine Mannschaft in dieser Hinsicht ebenbürtig war. Allerdings haben wir es nicht verstanden, die Phase in Überzahl besser auszuspielen. Dafür hatten wir zu wenige Möglichkeiten, auch wenn es Schalke im 4-4-1 gut gemacht hat. Mijat Gacinovic befindet sich Krankenhaus, ist aber wohl glimpflich davongekommen. Er hat eine starke Rippenprellung, für eine klare Diagnose müssen wir aber noch ein, zwei Tage warten.

Timothy Chandler: Der Spielverlauf lässt sich kurz zusammenfassen: Viel Aufwand, wenig Ertrag. Wir haben Schalke unter Druck gesetzt. Nach dem 0:1 haben wir uns schwergetan und in Überzahl die Situationen nicht gut zu Ende gespielt. Wir kämpfen und arbeiten, aber im letzten Drittel fehlt auch mal das Glück, dass ein Ball irgendwie durchrutscht. Das Wichtigste ist, dass alle kämpfen und füreinander arbeiten. Das haben die Jungs getan. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir bald wieder Punkte sammeln werden. Ich habe mich gefreut, der Mannschaft helfen zu dürfen, hätte natürlich auch lieber etwas aus Schalke mitgenommen. Ich habe auch schon mit Mijat sprechen können, es geht ihm gut.

Frederik Rönnow: Natürlich ist der Spielausgang enttäuschend. Uns war die Schwere des Auswärtsspiels bewusst. Ich denke, wir haben uns ordentlich präsentiert. Mit einem Mann mehr müssen wir aber mehr Chancen kreieren. Vorne wie hinten fehlt aktuell das gewisse Etwas. Dann verliert man solche Spiele. Ich konnte die Szene mit Mijat nicht gut sehen, habe mir aber sagen lassen, dass es ihm soweit gut geht. Als Torhüter muss man in so einer Situation in kürzester Zeit entscheiden und gibt dann 100 Prozent. Dass es dann zur Kollision kommt, ist unglücklich. Uns ist die Mehrzahl der Niederlagen zuletzt bewusst, natürlich möchten wir das ändern und am liebsten in den verbleibenden zwei Spielen vor der Winterpause sechs Punkte holen. Wir glauben an uns.

Djibril Sow: Dass uns aktuell die Leichtigkeit fehlt, ist nach einem Punkt in fünf Spielen, denke ich, normal. Heute hatte ich das Gefühl, dass wir müde waren. Nach dem 1:0 hat es Schalke gut gemacht. Das ist irgendwann auch eine Kraftfrage nach so vielen Spielen. Gerade für mich ist das eine neue Situation. Wir sind aktuell nicht so spritzig. Auf der anderen Seite wollen wir diesen Rhythmus auch. Es ist logisch, dass unser Selbstvertrauen schon größer war. Wir nehmen uns jedes Mal vor, auch für unsere Fans einen Sieg zu holen, während dem Spiel läuft es dann aber anders. Schalke hat eine gute Phase, wir nicht, das wirkt sich auf das Auftreten auf. Sie hatten das Selbstvertrauen und die Leichtigkeit, die uns abgegangen sind. Das können wir nur über die nächsten Spiele und Punkte zurückgewinnen.

David Wagner (Trainer FC Schalke 04): Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, allerdings mit zu wenig Tempo. Ich habe nur zwei klare Chancen gesehen. Die zweite Halbzeit wollten wir mit mehr Tempo angehen, das war ordentlich. Es war ein besonderer Tag, weil wir gegen viele Widerstände über Grenzen gegangen sind, mit den Ausfällen von Kutucu, McKennie und Nübel. Am Ende sind wir glücklich, uns gegen eine sehr gute Frankfurter Mannschaft belohnt zu haben.

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