Adi Hütter findet die Leistung gegen Augsburg „bemerkenswert für das dritte Spiel binnen sechs Tagen“. Und auch sonst gibt's aus Eintracht-Sicht durchweg zufriedene Stimmen.

Sportvorstand Fredi Bobic: Es war ein toller Auftritt gegen einen Gegner, der uns eher nicht so liegt. Es war ein wichtiger Sieg für uns, denn wir müssen in der Tabelle einiges gutmachen. Wir hatten endlich mal eine Pause und konnten uns im Winter erholen, was das Team einfach mal gebraucht hat. Man braucht auch das Spielglück, die Mannschaft hat sich diesen Erfolg heute aber auch verdient. Wir hatten einige tolle Aktion nach vorne und waren in der zweiten Hälfte überragend. Häufig hatten wir vier Spieler im Strafraum und konnten es dann super ausspielen. Mijat Gacinovic musste mit Übelkeit ausgewechselt werden, er hat bis dahin aber ein überragendes Spiel gemacht.

Vorstandsmitglied Axel Hellmann: Ohne unseren Torhüter wäre das Spiel anders gelaufen, das muss man in der Dramaturgie sehen. Eine Sache finde ich spannend: Den Kraftakt, den wir aufgewendet haben, um die sieben nicht gewonnenen Spiele vor der Winterpause zu kompensieren. Wir sind wieder in der Spur. Dass wir rotieren und von der Bank nachlegen können, stimmt mich hoffnungsfroh.

Cheftrainer Adi Hütter: Über 90 Minuten gesehen war das ein absolut verdienter Sieg. In der ersten Halbzeit können wir uns bei Kevin Trapp bedanken, dass wir im Spiel geblieben sind. Im ersten Durchgang hat die Emotionalität gefehlt. Das 2:0 durch Timmy Chandler war der Schlüssel. Danach waren wir kombinations- und offensivfreudig. Das ist bemerkenswert für das dritte Spiel binnen sechs Tagen. Deshalb hat sich die Mannschaft zwei freie Tage verdient. Das ist der beste Rückrundenstart seit 1970 und sicherlich nicht selbstverständlich. Der Gegentorschnitt von über zwei Toren pro Spiel war zu viel. Deshalb haben wir mit Martin und David zwei schnelle, kopfballstarke und zweikampfstarke Innenverteidiger gewählt. Stefan Ilsanker hatte ein tolles Startelfdebüt, erst auf der Sechserposition und dann als Innenverteidiger. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass wir zu null gespielt haben. Am Ende des Tages geht es um die Eintracht, um das Team. Die Richtung stimmt.

Timothy Chandler: Das war ein perfekter Freitagabend für uns und die Fans. Normalerweise erziele ich nie mehr als zwei Tore pro Saison, in diesem Jahr sind es jetzt schon vier. Hoffentlich kommen noch ein paar dazu. Unter der Woche habe ich mit den Jungs noch gescherzt, dass mein „Tor-Jahr“ mit dem zweiten Tor schon wieder gelaufen ist (lacht). Das zweite Tor war keine einstudierte Variante, ich bin nur an den kurzen Pfosten gegangen, weil David Abraham nicht mehr auf dem Platz war. Der erste Doppelpack in meiner Karriere, ich bin überglücklich mit dem Ergebnis und meiner Ausbeute. Ich habe eine Tochter, die mich auf Trab hält. Ich habe Selbstvertrauen, bin öfter vor dem Tor, das macht einfach Spaß. Ich freue mich, dass es momentan so gut läuft. Ich hatte mit Filip darüber gesprochen, dass es schwer zu verteidigen ist, wenn der Ball auf den zweiten Pfosten kommt. Nach dem 2:0 haben wir es gut zu Ende gespielt. Es zeigt sich, dass wir im Winter gut gearbeitet haben. Alle sind topfit. Silva ist nicht sauer über den Torklau. Ich habe ja zwei gemacht, eins für ihn und eins für mich (lacht).

Kevin Trapp: Timmys erster Doppelpack waren wichtige Tore für ihn und für uns. Er war lange verletzt, hat sich die Chance verdient und zahlt sie mit Leistung zurück. Wir stehen stabiler, sind aggressiv in den Zweikämpfen und lassen wenig zu. Wir haben es im Trainingslager angesprochen, öfter ohne Gegentor bleiben zu wollen. Wir haben weiter Selbstvertrauen getankt, es geht immer weiter. Es ist immer ein schönes Gefühl, wenn ich einen Ball halten darf. Die Punkte tun uns gut. Aber höhere Ziele zu formulieren, wäre aktuell vermessen. Wir müssen die Konzentration hochhalten. Jetzt spielen wir gegen Dortmund, die hohe Ziele haben. Wir müssen uns gut vorbereiten und regenerieren nach den anstrengenden Wochen. Wenn wir auftreten wie in dieser Woche, können wir jedem Gegner Probleme bereiten.

Stefan Ilsanker: Man kann schwer in Worte fassen, wie dieser Abend mit den Fans hier für uns war. Während des Spiels hatten wir trotzdem noch ein paar Sachen dabei, die wir besser machen müssen. Aber am Ende haben wir sicherlich ein überragendes Spiel gemacht. Es waren zwei aufregende Wochen für mich. Erst der Wechsel auf den letzten Drücker, dann mein erster Einsatz ohne Training mit der Mannschaft und heute so ein Startelfdebüt.

Martin Schmidt (Trainer FC Augsburg): Wir haben das 0:1 vor der Pause nicht gut verteidigt. Die zweite Hälfte war unsere schlechteste Halbzeit in diesem Jahr. Wir haben uns in Sachen zweite Bälle, Zweikampfführung und am Ende auch Mentalität den Schneid abkaufen lassen. Unser Torhüter hat uns vor einem 0:8, 0:9 bewahrt. Wenn alle Spieler nicht überzeugen, liegt das an der Einstellung und der Konzentration.

Alfred Finnbogason (FC Augsburg): Nach so einem Spiel herrscht natürlich keine gute Stimmung. Das ist schwer für alle und die Rückfahrt nach Augsburg wird jetzt ziemlich lang. Das Spiel lief sicherlich nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. In der ersten Halbzeit waren wir nicht so schlecht und es lief noch ganz gut, aber wir haben ein paar Mal die falschen Entscheidungen getroffen. Dann macht Frankfurt das 1:0 und zeigt die Effektivität, die uns gefehlt hat.

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