Die überdurchschnittlich besuchte Pressekonferenz verdeutlicht die Bedeutung des Sechzehntelfinal-Rückspiels in der Europa League. Cheftrainer Hütter und Defensivmann Hasebe haben für den morgigen Donnerstag klare Vorstellungen.

Adi Hütter über …

… die Personalsituation: Für eine abschließende Einschätzung möchte noch das heutige Training abwarten. Dass Gelson Fernandes spielen wird, ist unwahrscheinlich. Bei Sebastian Rode und David Abraham müssen wir die letzten Eindrücke abwarten. Ich kann mir noch bis morgen Abend Gedanken darüber machen, wie wir unser Mittelfeld besetzen und werde mit den einzelnen Spielern darüber sprechen. Optionen haben wir genügend. Makoto Hasebe ist ein universeller Spieler. Aber es geht nicht allein um die Sechserposition, sondern darum, geschlossen zu agieren, dem Gegner keine Räume anzubieten und unser gutes Hinspielergebnis zu verteidigen. Sollten wir darüber hinaus attraktiven Fußball bieten und Tore erzielen - umso besser.

… Erwartungen an das Spiel: Schon beim ersten Heimspiel gegen Lazio Rom hatte ich Gänsehaut. Diese Atmosphäre hat uns in allen Heimspielen unheimlich beflügelt und gibt uns eine zusätzliche Motivation. Genauso beeindruckend fand ich, welche Strapazen die Fans auf sich genommen haben, um uns auch auswärts zu unterstützen. Die Eintracht hat gezeigt, dass sie hinsichtlich der Fans das Nonplusultra in Europa ist. Wir möchten mit unserer Art von Fußball morgen wieder den Funken überspringen lassen.

… eine mögliche Verlängerung und Elfmeterschießen: Man weiß nie, was passiert, auch wenn ich mir natürlich viele Gedanken über den möglichen Spielverlauf mache. Mir wäre es lieber, nach 90 Minuten weiter zu sein. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es nichts bringt, solche Situationen im Training zu simulieren, weil der Druck und das Zuschaueraufkommen im Ernstfall ganz anders sind. Wir müssen auf den Punkt konzentriert sein.

… Chancen auf das Weiterkommen: Ich hätte mir schon gewünscht, das Hinspiel in Überzahl zu gewinnen, was aber ebenso wenig eine Garantie für das Weiterkommen gewesen wäre. Für uns gilt es, diese Ausgangslage zu verteidigen. Shakhtar muss auf Sieg spielen, was uns Möglichkeiten eröffnen wird. Nichtsdestotrotz müssen wir auch selbst aktiv bleiben und alles daran setzen, keine Chancen und kein Tor zuzulassen. Auf der anderen Seite möchten wir Nadelstiche setzen und versuchen, unser Spiel durchzuziehen. Wir benötigen insbesondere taktisch eine Topleistung, um weiterzukommen.

… Bedeutung des Wettbewerbs: Die Mannschaft ist erst über den Pokalsieg in die Europa League eingezogen und hat sich in einer schwierigen Gruppe bravourös durchgesetzt. Morgen geht es einzig und allein ums Weiterkommen. Die internationalen Auftritte besitzen für uns alle einen unheimlich hohen Stellenwert, nicht zuletzt auch für unsere Fans, die morgen einmal mehr wie der zwölfte Mann hinter uns stehen werden. Wir möchten sportlich unseren Teil dazu beitragen, morgen Abend wieder ein Fest feiern zu können.

Makoto Hasebe über …

… den kommenden Gegner: Shakhtar Donetsk hat gerade im Offensivbereich große Qualität. Taison ist ein sehr guter Spieler, schnell, technisch versiert und fußballerisch komplett. Aber wir dürfen nicht den Fehler machen, uns nur auf ihn zu konzentrieren, denn alle vier Angreifer sind stark. Wir müssen unsere Gegenspieler konsequent zustellen. 2:2 ist ein gefährliches Ergebnis. Ich hoffe, dass wir auch vorne das eine oder andere Tor schießen.

… die Sechserposition: Erstmal wissen wir noch gar nicht, ob ich von Beginn an spiele [lacht, und Hütter ruft: "Du spielst"]. Aber im Ernst: Ich muss immer bereit sein, für jede Position. Meine Aufgabe als Profi ist es, konstant Leistung zu bringen, unabhängig davon, wo der Trainer mich aufstellt.

… die Atmosphäre: Die Stimmung wird einmal mehr unglaublich sein. Diese Unterstützung müssen wir mit Leistung zurückzahlen und zeigen, dass wir die nächste Runde erreichen wollen. Ich habe gerade einen Blick auf die Choreografie erhaschen können, das hat mir gleich einen Adrenalinschub gegeben.

… die Kommunikation untereinander: Wir richten uns dabei jeweils nach unseren Mitspielern. Mit Martin Hinteregger etwa verständige ich mich auf Deutsch, mit Evan Ndicka eher auf Englisch. Die Absprache funktioniert.


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