Der erhoffte Befreiungsschlag in Paderborn ist ausgeblieben. Ab Januar sollen klaren Worten auch Taten folgen.

Fredi Bobic hatte sicherlich schon angenehmere Situationen, in denen er vor den Medienvertretern stand. Am Sonntagabend, nach dem Spiel gegen den SC Paderborn, stellte sich der Sportvorstand in der Mixed-Zone der Benteler-Arena den Journalisten und beantwortete geduldig die Fragen. Seine Gesichtszüge waren ernst, seine Antworten klar. Man müsse nun den Kampf annehmen, meinte er, es sei eine Mentalitäts-, keine Qualitätsfrage. Er wolle keine Ausreden in Richtung der vielen Spiele oder Platzverweise gelten lassen. „Es war in den vergangenen Wochen ein Tick zu wenig“, analysierte Bobic. 

Fakt ist: Eintracht Frankfurt hat aus den vergangenen sieben Bundesliga-Spielen nach dem 5:1 gegen Bayern München am 2. November nur einen Punkt geholt, beim 2:2 gegen die Hertha in der Commerzbank-Arena. Von acht Auswärtsspielen in dieser Saison wurde nur eines gewonnen, und mit dem 1:2 zum Jahresabschluss in Paderborn am Sonntag hat auch der Tabellenletzte die Eintracht besiegen können. Zahlen, die die Alarmglocken naturgemäß erklingen lassen, denn tabellarisch schlägt sich das freilich nieder. 18 Punkte nach Ende der Hinrunde bedeuten Rang 13.

Gut erholen, akribisch vorbereiten

Eine Situation, mit der die Adlerträger sicherlich nicht in die kurze Winterpause gehen wollten. Letztlich fehlte nach strapaziösen Wochen mit 31 Spielen seit Ende Juli vielleicht der letzte Punch und die geistige Frische, um in den entscheidenden Momenten die richtigen Entscheidungen zu treffen. So waren es Kleinigkeiten, die die Niederlage in Paderborn begünstigten: auf der einen Seite hatte die Eintracht-Verteidigung die beiden Torschützen nicht richtig angegriffen, auf der anderen Seite zu viele falsche Entscheidungen im Offensivspiel getroffen – und schon hat der Gegner am Ende ein Tor mehr geschossen. Einfache Gegentore: ja. Einfach erzielte Tore: nein. So fasste es auch ein enttäuschter Mijat Gacinovic zusammen. Dass die Eintracht nach dem 0:2 überhaupt nochmal ins Spiel zurückkam, hatte sie dem Chancenwucher der Gastgeber zu Beginn der zweiten Halbzeit zu verdanken. Bas Dost brachte in echter Mittelstürmermanier nach einer feinen Kombination über Silva und Ndicka sein Team zwar mit dem 1000. und letzten Bundesliga-Tor des Kalenderjahres wieder heran, letztlich nützte aber auch das Aufbäumen in der Schlussphase nicht.

Ob nun geistige und/oder körperliche Müdigkeit vorliegt oder nicht, ist für die Protagonisten nicht entscheidend. Wichtig sei nun, die Akkus mittels zunächst einer optimalen Erholung über die Weihnachtstage und dann einer guten Vorbereitung  wieder aufzuladen und ab der ersten Rückrundenpartie in Sinsheim am 18. Januar ein anderes Gesicht zu zeigen. Dabei mithelfen sollen wieder zahlreiche Akteure, die in Paderborn aus verschiedenen Gründen nicht mitwirken konnten. Mit Kevin Trapp, Martin Hinteregger, Sebastian Rode und Goncalo Paciencia fehlten in jedem Mannschaftsteil Akteure, die, waren sie im Vollbesitz ihrer Kräfte, immer gespielt haben. „Das gibt mir Zuversicht“, sehnt sich Adi Hütter nach der Rückkehr zahlreicher Spieler. In der Summe fehlte in Paderborn fast eine ganze Mannschaft.

Fredi Bobic ehrt, dass er auch das nicht als Ausrede nutzte. „Die Gründe für die Niederlagen liegen alle bei uns“, sagte er und meinte damit nicht die fehlenden, sondern die spielenden Akteure. Wenn diese wieder das zeigen, was in ihnen steckt, dürfte sich die Miene des Sportvorstands wieder aufhellen.

17. Spieltag: SC Paderborn - Eintracht Frankfurt

Bildergalerie starten: Klicken Sie auf ein Bild
Teilen
Funktionen