Während der SC Freiburg im DFB-Pokal rausgeflogen ist, durchmischen die Breisgauer in der Liga die Spitzengruppe und erwehren sich auch scheinbar übermächtigen Gegnern.

Situation

Mit 18 Punkten aus zehn Spielen spielt der SC Freiburg die beste Saison seiner Bundesligageschichte. Damit sind sie momentan auf dem fünften Platz, nur vier Punkte hinter Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach. Nur eins der vergangenen sieben Bundesligaspiele verlor die Mannschaft von Trainer Christian Streich (0:2 gegen Union Berlin). Besonders in der Schlussphase sind die Freiburger gefährlich. Acht ihrer bisherigen 19 Saisontore erzielten sie ab der 81. Spielminute. Das ist Ligahöchstwert. Nur im DFB-Pokal machte Union Berlin dem SC Freiburg einen Strich durch die Rechnung. Mit 1:3 verloren die Schwarzwälder gegen die Eisernen, womit schon nach der zweiten Runde Schluss war. Dieser Ausrutscher sollte aber nicht täuschen. Denn auch gegen die großen Mannschaften konnte Freiburg schon einige Punkte einfahren. Gegen Borussia Dortmund gab es ein spätes 2:2 und gegen Leipzig konnten die Männer von der Dreisam sogar mit 2:1 gewinnen.

Der erfolgreiche Saisonstart begründet sich auch im Kader, den Trainer Christian Streich vor dieser Saison weitgehend beisammen halten konnte. Nur Florian Niederlechner musste er in Richtung Augsburg ziehen lassen. Und mit den Verpflichtungen von Vincenzo Grifo (Hoffenheim), Woo-yeong Jeong (FC Bayern), Jonathan Schmid (Augsburg), Chang-hun Kwon (Dijon) und Luca Itter (Wolfsburg) konnte der Kader sogar noch verstärkt werden.

Formkurve

Nach zwei eher durchwachsenen Spielzeiten, in denen der SC Freiburg 2017/18 15. und 18/19 13. wurde, zeigt die Formkurve derzeit steil nach oben. Sollten die Badener den aktuell fünften Platz bis zum Ende der Saison verteidigen, wäre dies die beste Platzierung seit der Saison 2012/13, in der die Breisgauer ebenfalls den fünften Platz belegten. Zuletzt gab es ein 2:2-Unentschieden bei Werder Bremen.

Trainer

Seit 2011 leitet Christian Streich in Freiburg die Geschicke. Über die Jahre erarbeitete er sich in ganz Fußballdeutschland einen guten Ruf. Er ist allseits durch seine ehrliche, aber sympathische Art beliebt und verkörpert damit den SC Freiburg wie kein anderer.

2015 stieg der 54-Jährige mit dem SC Freiburg ab, schaffte aber den direkten Wiederaufstieg. In der Saison 2012/13 belegte er mit seinem Verein den fünften Platz, womit sie sich zum dritten Mal in der Vereinshistorie für die Europa League qualifizierten. Dort war dann allerdings nach der Gruppenphase schon Schluss.

Taktiktafel

Streich gilt auch auf taktischer Ebene als Fachmann, der spontan reagieren und das Spiel seiner Mannschaft anpassen kann. In den ersten beiden Saisonspielen ließ er sein Team in einem 3-4-1-2 auflaufen, das er im dritten Spiel gegen Köln auf ein 4-2-2-2 umstellte, was jedoch mit einer 1:2-Niederlage nicht von Erfolg gekrönt war. Am vierten Spieltag gegen Hoffenheim stellte er deshalb wieder auf die bewährte Formation mit der Dreierkette um und fuhr einen 3:0-Auswärtserfolg ein. Bei dieser Formation beließ er es bis zum Spiel in Bremen, bei dem er auf ein 4-4-2 umstellte. Es ist davon auszugehen, dass er wieder auf seine Erfolgsformation zurückgreifen wird, nicht zuletzt weil Luca Waldschmidt wieder einsatzfähig ist.

Spieler im Fokus: Luca Waldschmidt

Luca Waldschmidt zählt mit 23 Jahren längst nicht zu den alten Hasen des Teams, kann aber dennoch schon auf reichlich und wechselhafte Erfahrungen zurückblicken. Über die Jugendmannschaften der Eintracht schafft er in der Saison 2014/15 den Sprung in den Profikader. Sein Debüt gibt er am 30. Spieltag gegen Borussia Dortmund im Alter von 18 Jahren. In der darauffolgenden Saison kam der Stürmer auf insgesamt zwölf Einsätze für die Eintracht, konnte sich bei einer Vorlage aber letztlich nicht wirklich durchsetzen. Danach folgte der Wechsel nach Hamburg zum HSV. Auch dort hat er keinen leichten Stand und kommt über den Status des Ergänzungsspielers nicht hinaus. Nach dem Abstieg 2018 ging die Reise weiter zum SC Freiburg. Dort setzt Streich auf ihn, was ihm sichtlich gut tut. Mit neun Toren und drei Vorlagen schaffte er mit 22 Jahren endlich den Durchbruch, was ihm auch zu einer Einladung zur Nationalmannschaft verhalf. Aktuell hat Jogi Löw ihn erneut in den Kader für die Länderspiele gegen Weißrussland sowie Nordirland berufen. Den Adler trägt der gebürtige Riederwälder somit ab und an immer noch auf der Brust.

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