1:0 gewonnen, 13 Spiele ungeschlagen, Platz fünf gefestigt – im allgemeinen Jubeltrubel ging am Sonntag eines fast unter: Die Eintracht hat einen neuen Rekord-Asiaten.

Die Rede ist, wie könnte es auch anders sein, von Makoto Hasebe, dem Methusalem, der, während andere mit 35 Jahren schon den Herbst ihrer Karriere durchlebt haben, seinen x-ten Frühling erlebt. Auch in dieser Saison ist der Abwehrchef Stabilisator, Vielspieler und Erfolgsgarant. In der Liga holte die Eintracht mit Hasebe als Libero oder Sechser im Schnitt 1,95 Punkte pro Spiel, in der UEFA Europa League gar 2,60. Die zusätzlichen Europafestspiele sind ein Faktor, weshalb Hasebe schneller als vielleicht erwartet auf nun 157 Pflichtspiele für die SGE kommt, sein professioneller Lebensstil ein anderer.

Was war

Das Licht der Bundesligawelt erblickte Asiens Internationaler Fußballer des Jahres 2018 vor über zehneinhalb Jahren in Wolfsburg, wo er 2009 die Deutsche Meisterschaft gewann. Über den 1. FC Nürnberg, bei dem er nach 14 Einsätzen und dem Abstieg nicht glücklich wurde, ging es 2014 ab in die Mainmetropole, wo der Routinier zur Identifikationsfigur herangereift ist, ausgerechnet gegen den Club 2016 die Relegation überstand, 2018 das DFB-Pokalfinale gewann und nun, wieder gegen die Franken, auch persönlich die Lorbeeren für seine Konstanz erntet. Dafür ließ er sich zuletzt auch von einer Nasenverletzung nicht ausbremsen.

Was ist

Und das Ende der Fahnenstange scheint längst nicht erreicht. Zwar konnte Hasebe Cha Bum-kun auf Eintracht-Ebene hinter sich lassen, der später in Diensten Bayer Leverkusens stehende Südkoreaner weist vereinsübergreifend aber 308 Bundesligaspiele auf. Der bislang in 280 Begegnungen im deutschen Oberhaus eingesetzte Hasebe hat für den nächsten Rekord also noch knapp drei Saisonviertel vor sich. Am Willen des Vereins wird es sicher nicht scheitern, der Vertrag des Fixpunktes läuft noch bis 2020.

Was werden könnte

Damit Hasebe in diesem Zeitraum seine volle Energie auf die Klubinteressen verwenden kann, hat er nach drei Weltmeisterschaften und 114 Länderspielen 2018 seine Nationalmannschaftskarriere für beendet erklärt und daher in den kommenden anderthalb Wochen ausreichend Gelegenheit, in der Länderspielpause seine neue Bestmarke auszukosten. Und sich möglicherweise auch schon Gedanken um seine Zeit nach der aktiven Laufbahn zu machen.

Was von asiatischen Adlern übrig blieb

Denn wie die Vergangenheit zeigt, ist Eintracht Frankfurt bestrebt, verdiente Spieler auch in ihrem zweiten Karriereabschnitt in ihren Reihen zu halten, wie etwa die internationalen Markenbotschafter Cha Bum-kun und der Chinese Chen Yang, mit 99 Pflichtspielen mit dem Adler auf der Brust auf Position drei der Asienrangliste beweisen. Auf den Plätzen vier und fünf folgen weiter Du-Ri Cha (96) und Takashi Inui (87). Wohin auch immer die sportliche Reise mit Hasebe in nächster Zeit noch gehen mag, es gehört nicht viel Fantasie dazu, um sich den strukturierten Stoiker später auch außerhalb des grünen Rasens vorstellen zu können – wen, wenn nicht ihn.

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