Welch ein Kontrast: 68 Tage nach dem Bundesligafinale bei Rekordmeister Bayern München bestreitet die Eintracht ihr erstes Pflichtspiel in Estland. Beim FC Flora Tallinn.

Doch bei der Auswärtsreise ins Baltikum ist Vorsicht angebracht. Denn zunächst landeten die Hauptstädter bereits in der ersten Runde gegen den serbischen Vizemeister Radnicki Nis (2:0, 2:2) einen kleinen Überraschungserfolg. Dabei kam dem aktuellen Spitzenreiter der Meistriliiga auch zugute, dass er seit mittlerweile 19 Ligaspielen voll im Saft steht, während die Hessen bislang drei Testspiele hinter sich haben. Aber dafür „gewissenhaft trainiert, um gut vorbereitet in das erste Spiel zu gehen. Das kommt schneller als gewohnt“, sagt Almamy Toure. Zwar könne er zum Gegner noch wenig sagen, „aber letztendlich liegt es an uns, die kommenden Tage gut zu arbeiten und unser Spiel durchzubringen.“ Immerhin sei die Mannschaft insbesondere im Defensivverbund fast unverändert, die Abläufe somit bekannt.

Was die Adlerträger vom großen Unbekannten aus dem Baltikum weniger behaupten können. Kaum überraschend ist es das erste Pflichtspiel zwischen beiden Klubs, gar das erste zwischen der Eintracht und einem estnischen Vertreter beziehungsweise Flora und einem deutschen Klub. Während hinter Frankfurt trotz des schlingernden Ligaendspurts unterm Strich mit 54 Punkten die stärkste Bundesligabilanz seit 1993 liegt – und damit erstmals seit 25 Jahren zum zweiten Mal in Folge die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb steht – erhielt Tallinn als Vorjahresdritter die Berechtigung für die erste Qualifikationsrunde. Eine eher ungewohnte Platzierung für den elfmaligen Estnischen Meister und damit Rekordchampion seines Landes, der seit 1992 ununterbrochen im Oberhaus antritt.

Kurze Pause, klare Ansage

So nebulös der Gegner auch erscheinen mag, hat die Eintracht in der Vergangenheit bewiesen, derlei Herausforderungen anzunehmen zu wissen. In den Play-offs 2013/14 entledigte sich Schwarz-Weiß-Rot dem FK Qarabag mit 2:0 und 2:1. Ähnliches schwebt auch Toure vor: „Wir treten an, um beide Spiele zu gewinnen“, formuliert der Verteidiger den Anspruch, der losgelöst von Gegner und Wettbewerb unverändert bleibt. Geht dieser Plan auf, stünden für den Bundesligisten mit der kürzesten Sommerpause im Idealfall bereits bis zum 1. September zehn Pflichtspiele ins Haus. In diesem Sinne: Lasset die Spiele beginnen!

Zum Spiel:

Anstoß: Donnerstag, 25. Juli, 19 Uhr MEZ, UEFA Europa League, Qualifikation, 2. Runde (Hinspiel).
Stadion: Lilleküla Stadium, Tallinn.
Fernsehhinweis: NITRO überträgt die Partie live, Übertragungsbeginn ist um 18.45 Uhr.

Teilen
Funktionen