Durch das bravourös erkämpfte 1:1 im Hinspiel ist für die Elf von Coach Adi Hütter beim Rückspiel in London noch alles drin. Ein Sieg im Mutterland des Fußballs würde das Ticket nach Baku bedeuten.

Auf geht’s nach Fulham! Moment, Fulham? Ja, denn der Chelsea FC wurde eigentlich im Stadtteil Fulham gegründet, wo seit jeher auch dessen Heimspielstätte, die Stamford Bridge, steht. Als der Klub dort 1905 gegründet wurde, wollte er sich eigentlich nach eben diesem Stadtteil benennen, doch die Blues waren damit ein Vierteljahrhundert zu spät dran. Da es den Fulham FC schon gab, benannte sich der Klub kurzerhand nach dem nahe gelegenen Stadtteil Chelsea, der unmittelbar östlich an das Stadiongelände angrenzt. 

Gern gesehene Gäste

Doch genug der geografischen Kleinlichkeiten, denn für Eintracht Frankfurt geht es zum dritten Mal in seiner Europapokalgeschichte nach London, jedoch erstmals in diesem Wettbewerb. Die beiden vorherigen Gastspiele an der Themse fanden im Rahmen des mittlerweile abgeschafften Europapokals der Pokalsieger statt. Dort trafen die Hessen 1976 – ebenfalls im Halbfinale – auf West Ham United sowie 1982 eine Runde vorher auf Tottenham Hotspur. Zu holen gab es in beiden Begegnungen leider nichts, am Ende standen ein 1:3 und 0:2. Doch auch außerhalb der Hauptstadt tat sich Frankfurt bisher meistens schwer in England und verlor im UEFA-Cup sowohl in Liverpool (0:2, 1972), als auch bei Nottingham Forest (0:4, 1967). Das einzige Erfolgserlebnis einer hessischen Mannschaft im Mutterland des Fußballs liegt noch ein paar Monate länger zurück: Ein 2:1-Sieg im April 1967 gegen Burnley FC im „Messepokal“, der bereits seit 1971 nicht mehr existiert. Höchste Zeit also, um endlich mal ein Ausrufezeichen auf der Insel zu setzen! Dann dürfte auch in Greater Manchester gejubelt werden, denn mit dem dort beheimateten Oldham Athletic AFC verbindet die SGE eine langjährige Fanfreundschaft.

Alte Bekannte

Aufgrund der Gelbsperre von Ante Rebic im Hinspiel kommt es wohl erst jetzt im Rückspiel zur Mini-Neuauflage des WM-Finales von 2018. Auf der Eintracht-Seite besagter kroatischer Pokalheld und Vizeweltmeister, auf der anderen Seite mit Olivier Giroud und N’Golo Kanté zwei französische Weltmeister. Der Einsatz von letzterem ist nach dessen verletzungsbedingter Auswechslung am Sonntag allerdings ungewiss. Doch es gibt noch mehr Verbindungspunkte zwischen der Eintracht und Chelsea FC: Da wäre zum Beispiel die Freundschaft unseres im Hinspiel so bärenstark parierenden Keepers Kevin Trapp mit dem brasilianischen Blues-Verteidiger David Luiz, dessen Freistoß er im ersten Duell gerade noch mit den Fingerspitzen an die Latte lenken und somit einen Rückstand verhindern konnte. Die beiden kennen sich aus der gemeinsamen Saison 2015/16 bei PSG, wo die Nationalspieler gemeinsam sämtliche nationalen Titel gewinnen konnten, nämlich Meisterschaft, Pokal und Supercup. In der gleichen Spielzeit warfen die Hauptstädter im Achtelfinale der UEFA Champions League außerdem den damals amtierenden Englischen Meister aus dem Wettbewerb – den Chelsea FC.

Gelson Fernandes wiederum hat genauso viele Pflichtspieleinsätze gegen den Halbfinalgegner für sich zu verzeichnen wie der deutsche Nationaltorhüter des DFB. Der Schweizer spielte zwischen 2007 und 2009 zwei Jahre lang für Manchester City in der Premier League und kam in dieser Zeit immerhin bei zwei Duellen mit den Londonern zum Einsatz. Einmal spielte er durch, einmal wurde er für den heutigen TV-Experten Didi Hamann eingewechselt. Das Halbfinalhinspiel am vergangenen Donnerstag war also auch Fernandes' drittes Aufeinandertreffen mit den Blues, die er übrigens allesamt vor heimischer Kulisse bestritt. Sollte er am Donnerstag wieder auf dem Platz stehen, wäre dies somit sein erster Einsatz an der Stamford Bridge.

Zum Spiel:

Anstoß: Donnerstag, 9. Mai, 21 Uhr, UEFA Europa League Halbfinale (Rückspiel).
Stadion: Stamford Bridge, London.

UEFA Europa League: Eintracht Frankfurt - Chelsea FC

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