Im Auswärtsspiel bei Royal Standard de Liège geht es nicht nur um wertvolle Zähler in Gruppe F der UEFA Europa League. Die Adlerträger können auch vorzeitig das Ticket für die Zwischenrunde lösen.

Am Donnerstag erwartet die Adlerträger ein schweres Auswärtsspiel beim heimstarken Kontrahenten Royal Standard de Liège. Dabei könnte die Eintracht, die ohne eigene Fans ins Nachbarland reisen muss, sogar eine Vorentscheidung im Kampf ums Weiterkommen fällen. Schließlich stünde man bei einem Sieg vorzeitig in der nächsten Runde, obwohl erst der vierte Spieltag der Gruppenphase bevorsteht - sollte Vitória SC nicht bereits am Mittwoch gegen Arsenal gewinnen. Wie es geht, hat die Elf von Coach Adi Hütter beim 2:1-Heimsieg gegen Lüttich bereits bewiesen. Um zu gewinnen, müsste man allerdings einen Makel der eigenen Europapokalgeschichte ausmerzen. 

In Belgien bisher torlos

All zu oft verschlug es die Eintracht im Europapokal bisher nicht ins Land der Flamen und Wallonen. Erst zwei Pflichtspiele stehen bisher in den Geschichtsbüchern für die Frankfurter und keines der beiden konnte man für sich entscheiden. Noch schlimmer: Gegen KAA Gent (0:0) und KV Mechelen (0:1) gelang den Hessen vor rund 30 Jahren nicht mal ein eigener Treffer. Kuriose Fußnote der Geschichte: Bei der knappen Niederlage in Mechelen im Viertelfinale des Europapokals der Pokalsieger hielt ein gewisser Michel Preud'homme, wie später im Rückspiel, die Null und wurde so in beiden Begegnungen zu einem der Matchwinner. Heutiger Job des Belgiers - genau!: Coach beim kommenden Kontrahenten Royal Standard de Liège. 

Einer, der zumindest weiß wie es in Belgien geht, ist übrigens Adlerträger Daichi Kamada. Der war in der vergangenen Saison bekanntlich an VV St. Truiden in der Jupiler Pro League ausgeliehen und erzielte in 36 Spielen in Liga und Pokal ganze 16 Treffer und bereitete neun weitere vor. Im Maurice Dufrasne Stadion darf der Japaner nun gerne sein erstes Europapokaltor auf belgischem Boden nachlegen. 

Gefühlte K.o.-Runde

Natürlich war der Sieg der Elf von Cheftrainer Adi Hütter im Heimspiel gegen Royal Standard de Liège wichtig, denn durch den 2:1-Erfolg schob man sich in der Gruppe F an den Belgiern vorbei auf Rang zwei. Damit steht die Eintracht jetzt bei sechs und Lüttich bei drei Zählern, wodurch bei der bevorstehenden Begegnung sogar bereits eine Vorentscheidung im Kampf um die Qualifikation für die Zwischenrunde der UEFA Europa League fallen kann. Gewissermaßen sind die beiden Kräftemessen mit den Wallonen somit gefühlte Spiele der K.o.-Phase, sollte die Partie in Portugal am Mittwoch nicht die Gastgeber als Sieger sehen. Denn entscheidet die SGE das schwere Auswärtsspiel tatsächlich für sich, hätte sie danach nicht nur sechs Zähler Vorsprung auf den ärgsten Verfolger, sondern sie könnte von diesem auch in keinem Fall mehr überholt werden und wäre damit automatisch für die nächste Runde qualifiziert. Möglich macht dies der spezielle Modus des Europapokals, der bei Punktgleichheit zuallererst die gewonnenen Punkte in den direkten Duellen heranzieht, um die finale Platzierung der punktgleichen Teams zu bestimmen. Selbst wenn man die beiden restlichen Spiele der Gruppenphase danach also verlieren und Lüttich parallel noch zwei Siege einfahren würde, stünde man in der Endabrechnung nichtsdestotrotz vor Standard. Damit einhergehend wäre dann auch das Torverhältnis der beiden Mannschaften entgegen der gewohnten Regelung aus der Bundesliga irrelevant. Heißt im Klartext: Schaffen die Adlerträger einen Auswärtssieg, kann guten Gewissens der Kurvenschlager „Europacup im nächsten Jahr!“ angestimmt werden. Vor dem SC Vitória stünde man im Falle eines eigenen Sieges ohnehin, wenn die Portugiesen am Mittwoch nicht gewinnen.

Zum Spiel

Anstoß: Donnerstag, 7. November, 18.55 Uhr, UEFA Europa League, Gruppenphase, 4. Spieltag.
Stadion: Maurice Dufrasne Stadion Lüttich, Belgien.
Hörtipp: EintrachtFM überträgt das Europapokalspiel live.
TV-Tipp: Auf DAZN ist die Partie ebenfalls in voller Länge zu sehen.

UEFA Europa League: Eintracht Frankfurt : R. Standard de Liège

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