Insgesamt zehn Frankfurter Profis waren während der Saison leihweise für andere Vereine am Ball. Manche mehr, manche weniger.

Daichi Kamada: Fabeljahr für den Filigrantechniker

Daichi Kamada ist so etwas wie der Gewinner unter den Leiharbeitern. Der technisch beschlagene Japaner blühte bei VV St. Truiden als Freigeist hinter den Spitzen förmlich auf und kam in insgesamt 36 Pflichtspielen zum Einsatz, in welchen ihm 16 Treffer und neun Vorlagen gelangen, wenngleich die Ausbeute mit elf Toren vor Jahresfrist sogar noch etwas beeindruckender war. Für größtmögliches Aufsehen fehlten dem belgischen Erstligisten am Ende zwei Zähler für Platz sechs, der für die Meisterschaft-Play-offs berechtigt hätte. So ging es als Siebter in die Endrunde um den verbleibenden vierten Europapokalplatz, der St. Truiden trotz nur einer Niederlage in zehn Partien ebenso verwehrt blieb. Bemerkenswert dennoch, wie der 22-jährige Kamada in jeder Begegnung 90 Minuten durchspielte und auf europäischem Mittelklasseniveau reichlich Spielpraxis sammelte.

Max Besuschkow: Verzichtbar erst zum Schluss

Vergleichbar verhält es sich mit Max Besuschkow, der sogar für zwei Jahre nach Belgien verliehen ist, wenngleich eine Klasse tiefer. In der Proximus League sowie den Play-offs und dem Pokal knackte der 22-Jährige ebenfalls die 30er-Marke, kam wettbewerbsübergreifend 31 Mal zum Einsatz, konnte aber aus der Tiefe des Mittelfelds nur wenig Offensivimpulse setzen. Am Ende blieb es bei einer einzigen Vorlage. Nichtsdestoweniger etablierte sich der 1,87-Meter-Mann als Stabilisator einer Mannschaft, die auf allen Ebenen bis kurz vor Schluss im Rennen blieb. Im Pokal schied der Außenseiter erst gegen Zweitligameister KV Mechelen (0:0, 1:2) aus, auch der Aufstieg war greifbar. In den finalen Begegnungen kam Besuschkow allerdings in den letzten zwei Matches wieder zur Geltung, hatte davor sieben Mal nicht im Kader gestanden.

Danny Blum: Fortsetzung in Liga Zwei

Derart knapp an eine Rückkehr in La Liga durfte sich Danny Blum mit dem spanischen Zweitligisten UD Las Palmas nicht wähnen. Der Inselklub schloss die Saison auf Platz zwölf ab, Blum kam über gute Ansätze nicht hinaus, auch weil er immer wieder mit Muskelverletzungen zu kämpfen hatte. 23 Ligaeinsätze sind sicher nicht zu verachten, wenngleich nur drei derer über die volle Distanz gingen. Zehn Ein- stehen ebenso viele Auswechslungen gegenüber. Der 28-Jährige wird auch in der kommenden Saison zweitklassig bleiben, wenn auch wieder in seiner deutschen Heimat. Der Flügelflitzer wechselt fest zum VfL Bochum.

Nicolai Müller: Der Hoffnungs- als Leistungsträger

Aufgrund einer Mischung aus überschaubaren Einsatzminuten, großer Konkurrenz im Sturm und letztlich auch der fehlenden Systemkompatibilität ließ sich Nicolai Müller in der vergangenen Rückrunde zu Hannover 96 verleihen. Die abstiegsbedrohten Niedersachsen benötigten Torgefahr und Bundesligaerfahrung gleichermaßen. Letzteres brachte der 31-Jährige zweifelsohne mit, die Trefferquote konnte aber auch der Rechtsaußen nicht entscheidend erhöhen. In 14 Einsätzen gelangen dem Deutschen immerhin drei Treffer, den Abstieg konnte das Frankfurter Eigengewächs aber am Ende auch nicht mehr verhindern und steht nun vor seiner Rückkehr.

Felix Wiedwald: Viele Einsätze, wenig Freude

Dasselbe Schicksal ereilte den ebenfalls 2019 auf Zeit abgegebenen Felix Wiedwald. Der Torhüter sollte seinem früheren Verein MSV Duisburg die nötige Sicherheit im Kampf um den Klassenerhalt in der zweiten Liga geben. Nach 29 Gegentoren in 15 Einsätzen stand aber letztlich der unvermeidbare Gang in die dritte Liga, für den 29-Jährigen wiederum führt der Weg erstmal zurück an den Main.

Aymen Barkok: Tendenz aufsteigend

Dass Aymen Barkok wieder Licht am Ende des Tunnels sieht, wäre fast untertrieben. Es scheint, als habe das Eigengewächs den Tunnel längst verlassen. Zu Beginn der Ausleihe zu Fortuna Düsseldorf von einer Muskelverletzung zurückgeworfen, kam der 20-Jährige erst gegen Ende des Jahres einigermaßen in Tritt, um sich während der Rückrunde erneut abwechselnd an die erste Mannschaft heranzukämpfen und mit Blessuren, ob Muskel oder Kopf, herumzuschlagen. Doch war der offensive Mittelfeldakteur fit, schenkte ihm Friedhelm Funkel immer öfter das Vertrauen, am Ende 13 Mal, davon fünf Mal von Beginn an. Und das nicht erst, als der Aufsteiger schon gerettet war. Insofern wähnen sich alle drei Parteien auf einem guten Weg und weiten die Win-win-win-Konstellation um ein weiteres Jahr aus.

Marijan Cavar: Tendenz fallend

In etwa gegenteilig verhält es sich bei Marijan Cavar. In der Hinrunde war der Bosnier beim kroatischen Erstligisten NK Osijek kaum aus der Mannschaft wegzudenken, doch nach dem Jahreswechsel kam der  Mittelfeldspieler nur noch auf vier Einsätze für die erste sowie eine Partie für die zweite Mannschaft. Osijek beschloss die Saison letztlich auf Platz drei, der 21-Jährige kehrt vorerst nach Frankfurt zurück.

Deji Beyreuther: Das Teilzeitexperiment

Der Versuch, dem hoch veranlagten Talent aus der eigenen Jugend in der Rückrunde Spielpraxis in der Regionalliga zu ermöglichen, ging erst gegen der Ende der Saison auf. Nachdem sich Deji Beyreuther in der Hinrunde nur zeitweise im Dunstkreis der Profis befunden hatte, erhofften sich die Verantwortlichen, dass der 19-Jährige beim ambitionierten Chemnitzer FC in einen Wettkampfrhythmus kommen würde. Am 31. und 33. Spieltag durfte der Linksverteidiger jeweils über 90 Minuten ran – und kehrt immerhin als frisch gebackener Meister und Drittligaaufsteiger an den Main zurück.

Noel Knothe: Empfehlungsschreiben in Bayern

Umgekehrt konnte der 2019 zum FC Pipiensried verliehene Noel Knothe den Abstieg aus der Regionalliga Bayern nicht verhindern, kam dafür aber auf zwölf Startelfeinsätze. Das einzige mögliche Spiel verpasste der Innenverteidiger am 25. Spieltag aufgrund einer vorangegangenen Gelb-Roten Karte. Wie mittlerweile feststeht, hat der 20-Jährige keine kurzfristige Zukunft bei seinem Ausbildungsklub, als Empfehlungsschreiben für andere Vereine dienten die vergangenen Monate aber allemal.

Andersson Ordonez: Endgültiger Abschied

Der letzte Leihspieler im Bunde war zuletzt sicher nicht mehr in jedermanns Bewusstsein. Immerhin verbrachte der Ecuadorianer auch die vergangenen anderthalb Jahre in seinem Heimatland bei LDU Quito. Der Meister von 2018 zog Anfang Mai die verankerte Kaufoption und band den 25-jährigen Ordonez damit endgültig an sich.

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