Wie schon gegen Bremen belohnt sich die Eintracht gegen den BVB nicht für einen hohen Aufwand. Beim 1:3 in Dortmund liebäugelt Trainer Hütter zwischenzeitlich sogar mit drei Punkten.

Kevin Trapp wirkte schon fast verzweifelt, als er in der Mixed-Zone nach dem Spiel die Fragen der Journalisten beantworten sollte. Immer wieder war freilich die Anzahl der Dortmunder Torschüsse das Thema, die den Gastgebern ausreichten, um drei Tore zu erzielen. „Gefühlt drei“, hatte Trapp ausgemacht. Acht Torschüsse wies die offizielle Statistik am Ende aus, fünf davon aufs Tor. Zwei der drei Gegentreffer kamen dazu unglücklich zustande. Beim 0:1 stocherte Diaollo das Leder im zweiten Versuch über die Linie, der Schuss zum 1:3 wurde von Hallers Oberschenkel unglücklich abgefälscht. Zwei Szenen, zweimal Pech für die Frankfurter. 

Die Statistik macht deutlich, dass von einem Dortmunder Offensivfeuerwerk – wie im vergangenen Heimspiel gegen Leipzig – keine Rede sein konnte, es aber trotzdem zum Sieg reichte. Effizient hatte die Mannschaft von Lucien Favre ihre wenigen ernstzunehmenden Möglichkeiten genutzt. Die Frankfurter hatten den BVB über weite Strecken der Partie weit weg vom eigenen Strafraum gehalten, gut gepresst und damit Wucht und Tempo aus den Dortmunder Angriffsbemühungen genommen. „Wir haben das taktisch sehr diszipliniert gemacht“, stellte Gelson Fernandes fest. Der Schweizer war wieder einmal Sinnbild der Frankfurter Mentalität und Einstellung an diesem Abend. Über neun Kilometer hatte er in lediglich 63 Minuten abgespult, ein ums andere Mal hatte er in Kooperation mit Lucas Torró die BVB-Schaltzentrale um Dahoud und Delaney lahmgelegt.

"Ein Nackenschlag"

Knackpunkt der Partie waren auch die vier Minuten zwischen dem Frankfurter Tor bis hin zum erneuten Führungstreffer des letztjährigen Tabellendritten. Die Eintracht schien nach Hallers drittem Treffer im dritten Bundesliga-Spiel Oberwasser zu haben, brannte darauf, mehr als einen Punkt aus dem Signal-Iduna-Park mitzunehmen. Genau in dieser Phase führte eine Kette kleinerer Fehler zum Dortmunder Tor. Sancho konnte ebenso ungestört flanken wie Wolf das Leder annehmen, und dann machte es der Ex-Frankfurter ganz cool. „Ein Nackenschlag“, wie Kevin Trapp meinte. Von diesem erholten sich die Adlerträger nicht mehr. Dortmund holte sich die Kontrolle über das Spiel wieder zurück, blieb geduldig und legte noch das 3:1 durch den erst kurz vor Transferschluss aus Barcelona geliehenen Paco Alcacer nach.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Eintracht gegen einen guten BVB lange das Spiel offen gehalten hat und defensive Stabilität demonstrierte. Spielerisch wünscht sich Cheftrainer Adi Hütter unterdessen noch eine Steigerung. Sollte dies in der englischen Woche mit den Spielen am Donnerstag in Marseille und am Sonntag gegen Leipzig gelingen, stehen die Chancen gut, dass die Adlerträger ihre Ziele in diesen Partien erreichen können. Das wünscht sich sicherlich auch Kevin Trapp, der nun in zwei Spielen mit der Eintracht zwei Niederlagen einstecken musste. Vielleicht hilft ihm gegen Marseille die Tatsache, dass er durch sein Engagement in Paris den Gegner bestens kennt.

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