Drei Tage vor dem DFB-Pokalfinale in Berlin spricht Eintrachts Kevin-Prince Boateng über Nervosität, die Stimmung in der Mannschaft und den wichtigen Faktor Fans.

Hat keine Angst vor den Bayern: Kevin-Prince Boateng.
Hat keine Angst vor den Bayern: Kevin-Prince Boateng.

Prince Boateng über…

… die Nervosität: Wir probieren zu vertuschen, dass wir nervös sind. Wir sind nervös, aber das ist ein gutes Zeichen. Wir freuen uns drauf, das ist das Wichtigste. Fühlt sich irgendwie ein bisschen an wie Klassenfahrt früher. Und da komme ich ins Spiel, dass ich die Jungs bisschen runterhole.

… ein großes Finale als junger Spieler: Ich sage ihnen: Es ist einfach nur Fußball. Nur ein bisschen größer und mit mehr Leute als früher auf dem Bolzplatz. Ansonsten sollen sie einfach Spaß haben und genießen. Es sind Erfahrungen, die du mitnehmen musst. Nervosität ist gut, aber nur in Maßen. 

… die Stimmung in der Mannschaft: Natürlich sind wir enttäuscht gewesen, dass wir auf Platz acht zurückgefallen sind. Aber wir haben die Chance, das vergessen zu machen und ein großes Fest zu feiern. Wir haben es in der eigenen Hand. Auch der Trainer will diesen Pokal unbedingt gewinnen. Das hat er uns mit ernster Stimme sehr deutlich gemacht.

… den Faktor Fans: Gerade wenn du Underdog bist, ist es wichtig, wenn du hoch guckst und die Leute dich pushen. Wir brauchen die Fans, das gibt uns einen Kick. Die Unterstützung in der Stadt ist jetzt schon in der Woche vorher überragend. Frankfurt ist eine Fußballstadt, alle sind verrückt auf die Eintracht. Da gibt es Leute, die sogar mit dem Fahrrad nach Berlin fahren. Das ist doch mega cool. Ich hoffe, dass wir das zurückzahlen können. Die Stimmung im Stadion wird atemberaubend.

… die Taktik: Ich kann verraten, dass ich die 17 trage und hoffe, dass der Trainer mich aufstellt (lacht). Es wird ein Mix aus Draufgehen und Abwarten.

… die Siegchancen: Es gibt immer Überraschungen im Fußball: Wer hat vor einem Jahr mit Leicester als englischer Meister gerechnet? Oder, dass der VfB Stuttgart in München gewinnt? Es kommt immer mal wieder vor, dass eine kleinere Mannschaft im Pokal gewinnt. Das kann am Samstag passieren.

… die Bayern: Die Bayern wollen unbedingt das Double holen. Das darf uns aber nicht lähmen, denn wir dürfen keine Angst haben. Der VfB Stuttgart hat es am vergangenen Wochenende doch vorgemacht. Diese Möglichkeiten werden wir auch bekommen und das müssen wir sie nutzen. Wir fahren mit breiter Brust nach Berlin und versuchen, unser Spiel durchzuziehen.

… das verpasste Aufeinandertreffen mit Bruder Jérôme, der verletzt fehlt: Das ist sehr, sehr traurig, dass er nicht spielen kann. Unsere Familien und ich sind sehr enttäuscht. Für Eintracht Frankfurt ist es besser, denn er ist vielleicht der beste Innenverteidiger der Welt. 

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