Manch Leihspieler kann bereits die Chance nutzen und sich in den Vordergrund spielen. Manch anderer hat aber auch Pech oder sucht noch seine Form. Ein Zwischenbericht.

Jetro Willems: Power auf dem linken Flügel

Der Linksverteidiger hat sich im Sommer auf Leihbasis mit Kaufoption dem Premier-League-Verein Newcastle United angeschlossen. Dort zählt er zum absoluten Stammpersonal. Die „Magpies“ spielen ähnlich wie die Frankfurter mit einer Dreierkette. So spielt Willems auf dem linken Flügel und ist dort sowohl für die Defensive als auch die Offensive zuständig. Das gelingt ihm sehr gut. In 15 Premier-League-Einsätzen kommt der Niederländer auf zwei Tore und zwei Vorlagen und außerdem in einem Pokalspiel auf einen Assist. Die beiden Tore schoss er bemerkenswerter Weise gegen die momentan absoluten englischen Topvereine FC Liverpool und Manchester City. Newcastle liegt auf dem zehnten Platz und damit in der wohl wettbewerbsstärksten Liga der Welt absolut im Soll.

Tuta: Vom Bankdrücker zum Stammspieler

Den 20-jährigen Brasilianer holten die Hessen im Januar 2019 aus der Jugend des brasilianischen Topklubs Sao Paulo FC. Im Sommer verliehen sie den jungen Innenverteidiger an den belgischen Erstligisten KV Kortrijk. In den ersten neun Partien stand Tuta bei den Belgiern aber nicht im Kader. Cheftrainer Yves Vanderhaege beförderte ihn dann zwar öfters ins Spieltagsaufgebot, setzte Tuta aber zunächst nicht ein. Erst am 16. Spieltag kam er zu seinem ersten Einsatz. Gegen RSC Anderlecht spielte er direkt über 90 Minuten. Es folgten fünf weitere Spiele, in denen der 1,84-Meter-Mann über die volle Distanz spielte. Auch zuletzt beim 1:0-Sieg gegen Cercle Brügge am zweiten Weihnachtsfeiertag stand Tuta 90 Minuten auf dem Platz. Insgesamt kommt der Brasilianer auf fünf Einsätze in der Jupiler Pro League und zwei weitere im belgischen Pokal, dem „Beker van Belgie“.

Aymen Barkok: Pechadler im Wartestand

Die Fortuna aus Düsseldorf sicherte sich die Dienste des 21-jährigen Mittelfeldspielers schon im Sommer 2018. Noch bis zum Ende der laufenden Saison ist Barkok in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt verliehen. Der gebürtige Frankfurter ist allerdings vom Pech verfolgt. Schon in der ersten Saison bei der Fortuna fiel er aufgrund verschiedener Verletzungen immer wieder aus. Bei einem Testspiel vor der Saison zog sich Barkok eine Schultereckgelenkssprengung zu, die eine Operation erforderlich machte und ihn bis Mitte November zu einer Pause zwang. Über die zweite Mannschaft spielte er sich zuletzt zurück in den Bundesligakader der Westfalen. Zum Ende der Hinrunde kam der technisch versierte Mittelfeldspieler noch auf drei Kurzeinsätze. Gegen den BVB wurde er 23 Minuten vor Schluss eingewechselt. Gegen Leipzig durfte er neun Minuten ran und gegen den FC Augsburg 45 Minuten. Im letzten Spiel gegen Union Berlin saß er allerdings 90 Minuten auf der Bank, womit in der Rückrunde insgesamt noch einiges Steigerungspotential vorhanden ist – für Barkok wie die zur Winterpause auf Platz 16 stehende Fortuna.

Ante Rebic: Unerfüllte Ambitionen

Seit Anfang September ist Ante Rebic in Mailand für den AC tätig. Der Leihvertrag läuft über zwei Jahre. In der italienischen Modestadt konnte der Kroate aber noch nicht so wirklich Fuß fassen. In bislang 15 möglichen Spielen in der Serie A kam Rebic auf sieben Einsätze. Seine Gesamtspielzeit beträgt 177 Minuten. Das sind keine ganzen zwei Spiele. Scorerpunkte konnte der 26-Jährige dabei nicht sammeln. Nach dem siebten Spieltag entließen die krisengebeutelten Mailänder nach weniger als vier Monaten ihren Trainer Marco Giampaolo. Nachfolger wurde Stefano Pioli, den Rebic bereits aus seiner Zeit beim AC Florenz kannte, als sie nicht als die besten Freunde galten. In den vergangenen vier Spielen kam der Angreifer nicht mehr zum Einsatz. Zuletzt gab es für den ambitionierten Traditionsklub eine herbe 0:5-Klatsche gegen Champions-League-Teilnehmer Atalanta Bergamo, zu dem die Ultras Frankfurt bekanntermaßen eine Fanfreundschaft pflegen. Milan überwintert auf dem elften Tabellenplatz.

Rodrigo Zalazar: Erste Wahl nur in der zweiten Mannschaft

Last but not least versucht auch der junge Uruguayer mittels einer Leihe sein Glück. Den 20-Jährigen verschlug es zu Beginn der Saison nach Polen zum Erstligisten Korona Kielce. Der im spanischen Albacete geborene Mittelfeldspieler tut sich bislang allerdings schwer. In 20 möglichen Spielen kommt Zalazar auf fünf Kurzeinsätze für die Profis. Meist spielt er für die zweite Mannschaft in der polnischen vierten Liga. Dort wiederum konnte er in zehn Partien immerhin drei Tore und eine Vorlage beisteuern. Im Pokal durfte er für die erste Mannschaft ran, allerdings schied diese gegen Zaglebie Lubin mit 0:1 aus. Und auch in der Liga steht Korona alles andere als gut da. Nach dem siebten Spieltag befanden sie sich auf dem letzten Tabellenplatz und entließen daraufhin Trainer Gino Lettieri, in den die Eintracht-Verantwortlichen im Sommer große Hoffnungen hinsichtlich einer Förderung Zalazars gesteckt hatten. Miroslaw Smyla übernahm den Posten, konnte die Situation bislang aber noch nicht wirklich verbessern. Korona Kielce steht auf dem 14. Platz, der in Polen den Abstieg bedeuten würde.

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