Im siebten Pflichtspiel muss die Eintracht die erste Niederlage hinnehmen. Die Situation war vermeidbar, ist aber alles andere als aussichtslos.

Dass sich im Stade de la Meinau kein Torspektakel anbahnen würde, hatten schon die vorangegangenen Ergebnisse von Strasbourg wie Frankfurt erahnen lassen. Während die Franzosen mit zwei zweckmäßigen 1:1- und 0:0-Unentschieden in ihre dritte Ligue-1-Saison in Folge gestartet waren, hatten die Hesse ihre vergangenen beiden Heimspiele gegen Vaduz und Hoffenheim jeweils mit 1:0 für sich entschieden.

Gerade im Vergleich zum erfolgreichen Bundesligaauftakt förderte der Spielberichtsbogen im Vorfeld auffällig Unauffälliges zutage. Hatte Adi Hütter zuletzt zwischen nationaler und internationaler Bühne fast die gesamte Mannschaft getauscht, beließ es der Cheftrainer im Elsass bei einer Änderung, nahm keine Rücksicht auf den bevorstehenden Kraftakt in Leipzig und entschied sich mit Lucas Torró anstelle von Dominik Kohr für Kopfballstärke statt Dynamik.

Klassisches 0:0 – eigentlich

Weil letztere vielen Adlerträgern in der ersten Halbzeit sichtbar abging, blieb das zuletzt gewinnbringend angewandte 3-4-2-1-System ein Rahmen mit überschaubaren offensiven Farbtupfern, wie auch Coach Hütter einräumte: „Wir waren gut vorbereitet, konnten es aber nicht umsetzen.“ Ein Freistoß von Filip Kostic blieb im ersten Durchgang die größte Chance, während Racing erwartungsgemäß sein Heil über Konter suchte und ein ums andere Mal beinahe gefunden hätte. Und so entwickelte sich bis zum Seitenwechsel ein so typisches 0:0-Spiel mit ausgeglichenen Spielanteilen, einigen Ungenauigkeiten und auf beiden Seiten nur einem Schuss, der tatsächlich aufs Tor zusteuerte, wovon jener der Straßburger in Ping-Pong-Manier nach einer Ecke über die Torlinie kullerte. Für den auf europäischer Ebene nur in einem von 27 Fällen zuhause unterlegenen Gastgeber, 1995 gegen den AC Milan, wie ein Sechser im Lotto.

Auf den Zufall wollten sich die Gäste gleichwohl nicht verlassen, entsprechend reagierten Hütter und sein Trainerteam zur Pause. Der Doppelwechsel mit Goncalo Paciencia und Sebastian Rode bedeutete tendenziell zwar kein bedingungsloses Risiko, füllte die vorgegebene Strategie aber rasch mit Leben. Insbesondere Antreiber Rode brachte als halbrechter Zehner die zuvor vermissten Attribute wie Schwung, Handlungsschnelligkeit und Tiefgang auf den Platz und zog seine Kollegen gewissermaßen mit.

Kollektiv und kampferprobt

Dass sich das veränderte Auftreten nicht auf der Anzeigetafel widerspiegelte, war zum einen zwei herausragenden Reflexen von Racing-Schlussmann Matz Sels geschuldet, einer verwehrten Ausgleichschance durch einen nicht geahndeten Handelfmeter, einer von vielen Kleinigkeiten, die diesmal den Ausschlag gegen die Eintracht gegeben haben. Gegen Hoffenheim noch vom Videoassistenten profitiert, hatten die Hessen das in der Qualifikationsphase nicht angewandte Hilfsmittel diesmal vermisst.

So berechtigt der Ärger bei allen Beteiligten auch war, betonte Hütter im Nachgang abschließend: „Wir haben heute als Kollektiv verloren.“ Als solches möchten die Adler in einer Woche freilich in die Gruppenphase einziehen, Stichwort: Zwölf gegen elf! Oder wie Vorstandsmitglied Axel Hellmann bemerkte: „Wir haben in der vergangenen Saison bewiesen, dass wir mit Hinspielniederlagen umgehen können und uns das auch liegt. Wir werden nächste Woche auch eine prickelnde Atmosphäre schaffen.“ Schützenfeste wie gegen Marseille, Lazio und Donetsk sprechen für sich, wobei es ein 2:0 wie gegen Limassol oder Benfica ebenso tun würden. In diesem Sinne: Die Schlacht mag verloren, aber längst nicht der Feldzug nach Europa.

Die Pressekonferenz vor dem Spiel – präsentiert von Krombacher

Krombacher präsentiert die Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel.
Krombacher präsentiert die Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel.

Die letzten Informationen vor dem Bundesligaspiel erhaltet ihr auf der Pressekonferenz mit Cheftrainer Adi Hütter. Live zu sehen auf EintrachtTV und Facebookpräsentiert von Krombacher.

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