Die Eintracht legte am Sonntag den dritten guten Heimauftritt in Folge hin. Im Vergleich zu den ersten beiden Partien gab es dieses Mal auch den verdienten Lohn.

Die 82. Minute ist angebrochen, als sich das gefüllte Stadion im Frankfurter Stadtwald bei strahlendem Sonnenschein nahezu komplett erhebt: Lautstark wird geklatscht und gefeiert. Es ist kein Tor gefallen, es sind die stehende Ovationen für Ante Rebic, der zu dem Zeitpunkt den Platz verlässt. Der wuchtige Stürmer machte bei seinem Startelfcomeback nach einer langwierigen Verletzung nicht nur ein richtig gutes Spiel, sondern erzielte ein Tor und legte einen weiteren Treffer mustergültig auf. Auch Cheftrainer Adi Hütter hatte bei der Auswechslung Rebics ein breites Grinsen im Gesicht, nahm den Torschützen kurz in den Arm und drückte ihn fest. Nach dem Match sagte der Coach über seinen Schützling: "Ante Rebic hat unserem Spiel unglaublich gut getan, er hat eine hervorragende Leistung gezeigt. Ich muss auch die anderen Spieler loben, aber Ante sticht heraus."

Haller sammelt Scorerpunkte

Wie Hütter anmerkte, war Rebic nur einer von vielen Namen, die für den deutlichen 4:1-Sieg über Hannover "verantwortlich" waren. Aus einer starken Teamleistung ragte auch Sébastien Haller heraus. Der Franzose trug sich zwar nicht in die gestrige Torschützen-Liste ein, war aber an den ersten drei Frankfurtern Toren direkt beteiligt. Beim 1:0 wuchtete er den Kopfball auf Evan Ndickas Schlappen. Beim 2:0 von Rebic tankte sich Haller mal wieder in unnachahmlicher Manier durch und war somit Wegbereiter. Und auch den dritten Treffer leitete der Angreifer ein, Rebic passte quer und Jonathan de Guzman schob locker ein. Haller hat somit derzeit stolze sieben Scorerpunkte auf dem Konto und steht damit aktuell auf Rang zwei in der gesamten Bundesliga: Nur Marco Reus von Borussia Dortmund hat einen mehr.

Ein Jubiläum und zwei Premieren

Aber nur die beiden Angreifer zu erwähnen, wäre zu leicht. Die Teamleistung passte an diesem Sonntagnachmittag einfach. Die Eintracht stand im Abwehrverbund, mit Lucas Torró als Abräumer davor, perfekt geordnet, ließ außer dem Gegentreffer zum zwischenzeitlichen 1:3 (86.) nichts zu. Torwart Kevin Trapp erlebte deshalb einen geruhsamen Nachmittag. Sein Vordermann Marco Russ, der das 300. Bundesligaspiel seiner Karriere absolvierte und für den verletzten Kapitän David Abraham in die Bresche sprang, nannte den Grund für den dominanten Auftritt: "Wir hatten den unbedingten Willen, dieses Spiel gewinnen zu wollen. Die Gier aufs Toreschießen war so groß, dass wir vier Treffer erzielt haben."

Und so kam es, dass sogar zwei SGE-Akteure die ersten Bundesligatore in ihrer Karriere schossen. Der im Sommer transferierte Neuzugang Evan Ndicka traf per Volleyabnahme zum wichtigen 1:0. Jonathan de Guzman, der eigentlich mehr als Vorbereiter wie beim 4:1 von Luka Jovic bekannt ist, netzte ebenfalls ein und packte so den ersten Heimsieg der Saison in trockene Tücher. Ein Heimsieg, der nicht nur spürbar gut tat, sondern auch Schwung für die weiteren Aufgaben geben wird. Die nächste wartet bereits am kommenden Donnerstag (21 Uhr), wenn das Team von Lazio Rom zum zweiten Gruppenspiel der UEFA Europa League im Frankfurter Stadtwald gastiert.

Teilen
Funktionen