Über ein Jahrzehnt trug er den Adler auf der Brust. Heute trifft Daniyel Cimen auf seinen selbsternannten Herzensverein.

Daniyel, welche Erinnerungen verbindest du mit der Eintracht?
Angefangen hat alles, als ich 1994 im Alter von neun Jahren in die D-Jugend der Eintracht gewechselt bin. Dort habe ich bis 2007 viele Höhen und Tiefen miterlebt. Von zwei Aufstiegen über einen Abstieg bis zum DFB-Pokalfinale 2006 und dem UEFA-Cup war alles dabei. Insgesamt war es eine sehr lange und nicht zuletzt schöne Zeit, bei meinem Herzensverein groß zu werden und für dessen Profis spielen zu dürfen. Die Verbundenheit nach wie vor vorhanden, ich habe nach wie vor viele Kontakte, sowohl zum Nachwuchsleistungszentrum als auch zur AG. Auch wenn ich erst 34 bin, spiele ich schon für die Traditionself (lacht). Ich trage den Adler im Herzen.

Bist du als Trainer schon einmal auf die Eintracht getroffen?
Im Herrenbereich auf keinen Fall… (überlegt kurz) Auch im Juniorenbereich nicht. Daher steht mir in dieser Hinsicht heute eine Premiere bevor.

Wie groß ist deine Vorfreude auf das Benefizspiel?
Es ist schon eine tolle Sache, auf Menschen zu treffen, die ich noch von früher kenne. Beispielsweise habe ich schon mit Marco Russ und Jan Zimmermann im Nachwuchsbereich der Eintracht zusammengekickt. Dazu kommt Armin Reutershahn, der bereits unter Friedhelm Funkel Co-Trainer gewesen ist. Daher freue ich mich, alte Bekannte wiederzusehen. In der Meisterschaft haben wir mit guten Leistungen zuletzt die Voraussetzung geschaffen, dass wir das Spiel gegen die Eintracht komplett genießen können.

Gutes Stichwort: Wie schätzt du eure sportliche Situation ein?
Über allem steht für uns in dieser Saison der Klassenerhalt. Das wird sehr schwierig, ist aber machbar. Mit dem 4:2 am Wochenende gegen die TSG Hoffenheim II konnten wir den Anschluss ans Tabellenmittelfeld halten. In der Regionalliga liegen alle sehr eng beieinander. Von Platz 14 bis sieben sind es nur drei Punkte Unterschied. Wir liegen, wie man so schön sagt, im Soll. Dementsprechend hat uns der erste Heimsieg sehr gutgetan, auch weil er rechtzeitig vor dem Eintracht-Spiel gelang. So können die Jungs befreit aufspielen.

Das Waldstadion ist mit 7.000 Zuschauern ausverkauft. Welche Atmosphäre erwartest du?
Ich rechne mit einer Stimmung, die wir in naher Zukunft in dieser Form womöglich nicht mehr erleben werden. Deswegen ist es für die Jungs auch ein tolles Erlebnis, vor solch einer Kulisse zu spielen. Nicht zuletzt, weil wir auch bei uns in der Mannschaft glühende Eintracht-Fans haben, die, wenn es die Zeit zulässt, die Spiele im Stadtwald besuchen. Wir wollen versuchen, das Spiel und die Stimmung aufzusaugen. Ich spreche wahrscheinlich für alle, wenn ich mir wünsche, dass es keine Verletzungen gibt und rückblickend alle Beteiligten von einem schönen Erlebnis sprechen können.


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