Hütter sieht Fortschritte, Sow zieht einen interessanten Vergleich und Hasebe weiß, wie er den Elfmeter wiedergutmachen will.

Cheftrainer Adi Hütter: Der Rasen war tief, aber meine Mannschaft hat gut gespielt und konnte ihren Powerfußball auf den Platz bringen. In der zweiten Halbzeit war es Einbahnstraßenfußball, wir hätten den Sieg verdient gehabt. Großes Kompliment an meine Mannschaft, die drei Tage nach dem Spiel in Portugal heute auch physisch stark war. Es war für mich das stärkste Spiel in dieser Saison. Mit 13 Punkten hätten wir oben anklopfen können, aber den Punkt nehmen wir gerne mit. Die Topmannschaften sind tabellarisch alle vorne platziert, aber auch mit elf Zählern müssen wir uns nicht verstecken. Die Entwicklung des Teams gefällt mir, man muss immer auch unsere Abgänge berücksichtigen. Bas Dost hat heute gefehlt, Goncalo Paciencia und André Silva haben es aber auch sehr gut gemacht.

Makoto Hasebe: Wenn wir in der 88. Minute das 2:1 machen, müssen wir das Spiel eigentlich gewinnen. Es ist sehr schade, dass es am Ende nicht gereicht hat. Wir wollten heute einen Sieg einfahren und waren die bessere Mannschaft. Beim langen Ball vor dem 2:2 müssen wir besser verteidigen. Dann habe ich mich im Zweikampf verschätzt, das tut mir sehr leid für die Mannschaft. Jetzt muss ich nach der Länderspielpause die zwei Punkte selbst holen (lacht). Insgesamt haben wir heute sehr gut gespielt. Wir waren 90 Minuten dominant. Meinem Kopf geht es gut.

Djibril Sow: Wir werden noch Zeit brauchen, bis alles klappt. Auch ich persönlich habe noch Luft nach oben. Ob ich auf der Sechs oder der Acht spiele, ist eigentlich egal. Wenn ich mich entscheiden müsste, fühle ich mich auf der Acht etwas wohler, weil ich weiter vorne stehe. Im Zusammenspiel im Mittelfeld ist es wie mit einer neuen Freundin: Man muss sich erst kennenlernen. Das machen Seppl und ich, wir reden auch viel. Wir kamen heute ab und an zu spät, darum hatten wir in manchen Szenen Probleme. Eigentlich hätten wir heute gewinnen müssen, aber wir waren nicht effektiv genug. Man sieht aber, dass wir auf dem richtigen Weg sind. In der Liga ist alles sehr eng, da müssen wir noch keinen Gedanken an den Tabellenplatz verschenken. Ein paar Spiele müssen wir noch abwarten, um wirklich sagen zu können, wo wir stehen.

Frank Baumann (Geschäftsführer Sport SV Werder Bremen): Es gab Phasen, in denen wir zu passiv waren. Auch die Ruhe bei Ballbesitz hat oft gefehlt. Die Eintracht kann eine große Wucht entwickeln. Das hat man auch daran gesehen, dass wir zu viele Ecken zugelassen haben. Wir haben auswärts gegen eine richtig gute Mannschaft gespielt und einen Punkt gewonnen, nicht verloren. Jeder Zähler ist wichtig und hilft uns weiter.

Florian Kohfeldt (Trainer SV Werder Bremen): Wenn diese beiden Teams aufeinandertreffen, wird es nie langweilig. Beide Seiten haben die Zuschauer gut unterhalten, das hat mir aus Fansicht super gefallen. Hasebe hat heute richtig stark gespielt. Wir haben ordentlich nach vorne gespielt und unsere Chancen gehabt. Im zweiten Durchgang war es meistens ein Spiel auf ein Tor. Wir hatten aber auch noch ein paar Chancen. Die Führung für die Eintracht war in Ordnung. Mir hat der Kampfgeist meiner Mannschaft nach dem Rückstand gefallen, auch wenn ich mit der zweiten Halbzeit nicht ganz zufrieden war. Aber die Reaktion hat gestimmt.

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