Die Eintracht startet am Mittwoch in den Uhrencup. Was steckt hinter dem ältesten internationalen Fußball-Vorbereitungsturnier?

Adi Hütter
Zum dritten Mal mit einem Team beim Uhrencup dabei: Adi Hütter.

Erstmals ist die Eintracht beim renommierten Uhrencup in Biel und Bern am Start. Erster Gegner ist am Mittwochabend der Ex-Klub von Cheftrainer Adi Hütter, der BSC Young Boys aus Bern. Am Freitag geht’s gegen den FC Luzern, beide Spiele finden ab 20 Uhr in der Bieler Tissot Arena statt. Zum Auftakt des Turniers besiegte Crystal Palace am Dienstagabend in Biel den FC Luzern mit 6:5 nach Elfmeterschießen. Nach regulärer Spielzeit hatte es 1:1 gestanden, Benteke hatte für die Engländer getroffen. Nach den beiden Partien mit Frankfurter Beteiligung wird das traditionsreiche Turnier am Samstag beim einzigen Spiel in Bern zwischen Crystal Palace und dem BSC Young Boys beschlossen.

Für Adi Hütter ist es die dritte Teilnahme am Uhrencup. Mit YB belegte er die Ränge vier (2016) und zwei (2017). Er kennt also die Atmosphäre in der Bieler Tissot-Arena. „Ich freue mich zunächst, dass wir eingeladen wurden“, sagt Hütter bei EintrachtTV. „Es ist unglaublich wichtig, dass wir zwei gute Testspiele haben. Denn schon in etwas mehr als zwei Wochen haben wir das erste Pflichtspiel“. Dabei trifft er gleich im ersten Spiel mit der Eintracht auf seinen Ex-Klub. „Ich freue mich auf viele Freunde, Bekannte und ehemalige Spieler. Das Stadion wird fast ausverkauft sein, die Fans von beiden Teams freuen sich auf ein schönes Spiel. Wir möchten uns von der besten Seite präsentieren“, ergänzt der Frankfurter Cheftrainer, der sich wie in den Jahren zuvor Galatasaray Istanbul, SL Benfica und Feyenoord Rotterdam während des Trainingslagers in der Schweiz im Thuner Lachen-Stadion vorbereitet. Hütter wird nach jeder Halbzeit im Uhrencup sein Team komplett tauschen.

„Wir spüren den Hütter-Effekt“

Viele Uhrenfirmen sind rund um Grenchen, den Ursprungsort des Cups, beheimatet gewesen und unterstützten den Bau der neuen Tribüne beim dortigen Fußballklub. Zur Einweihung fand 1962 der erste Uhrencup statt, der danach von seiner Bedeutung her in drei Phasen zu unterteilen ist. Vom ersten Turnier 1962 bis zum Höhepunkt 1991 mit dem 1. FC Köln um Weltmeister Pierre Littbarski stieg das internationale Flair kontinuierlich an, während danach finanzielle Schwierigkeiten und der Zwangsabstieg des bisherigen Gastgebers FC Grenchen dem Turnier zu schaffen machten. Ende der 1990er-Jahre ging es wieder aufwärts, spätestens 2003 unter komplett neuer Führung war der alte Glanz zurück. 2016 folgte der Umzug vom Grenchner Stadion Brühl in die neue Arena nach Biel. In keinem neuen Stadion in der Schweiz sitzen die rund 5.000 Zuschauer so nah am Spielfeld wie in der Tissot Arena.

Organisiert wird der Cup aktuell federführend von Simon Laager und Thomas Grimm. Letzterer ist früher Präsident vom BSC Young Boys und der Schweizer Fußballliga gewesen, heute wirkt er unter anderem als Präsident der Fußballliga in der Ukraine. Laager ist am Mittwochmorgen im Mannschaftshotel der Eintracht zugegen, bespricht mit verschiedenen Abteilungen sowie Fredi Bobic die letzten Details. „Deutsche Bundesliga-Vereine sind für uns immer interessant, wegen der sportlichen Qualität und der geografischen Nähe. Dieses Jahr spüren wir natürlich den Hütter-Effekt. Das Stadion heute ist ausverkauft, im Eintracht-Sektor gibt es noch ein paar Restkarten“, erzählt Laager am frühen Morgen.

Eintracht ist zehnter deutscher Verein

Die Eintracht ist übrigens der zehnte deutsche Verein, der bei der 55. Auflage des Uhrencups teilnimmt. Zwei dieser Klubs konnten sich in die Siegerliste eintragen, der 1. FC Köln 1991 und der VfB Stuttgart 2010. Nach der Schweiz ist Deutschland damit die am zweitbesten vertretene Nation in der Geschichte des Cups. Die ehemaligen Adlerträger Ioannis Amanatidis für den 1. FC Kaiserslautern und Nelson Valdez für den BVB finden sich in der Torschützenliste des Turniers.

TV-Tipp: Die beiden Partien mit Beteiligung der Eintracht werden kostenfrei auf EintrachtTV sowie dem Free-TV-Sender SPORT1 zu sehen sein. Übertragungsbeginn ist jeweils um 19.55 Uhr.


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