Für den Sportdirektor bleibt vieles beim Alten: „Wir sind Außenseiter, gut eingestellt und bereit für die nächste Sensation.“ Wenngleich auf einem noch höheren Level.

Sportdirektor Bruno Hübner weiß um die Außenseiterrolle, glaubt aber fest an die nächste Überraschung.
Sportdirektor Bruno Hübner weiß um die Außenseiterrolle, glaubt aber fest an die nächste Überraschung.

Bruno, wie groß ist deine Vorfreude auf das Halbfinale?
Wie das gesamte Umfeld fiebern auch wir dem Donnerstagabend entgegen. Die Konstellation ist nochmal eine Steigerung zu den Spielen zuvor. Dementsprechend hoch sind Motivation und Konzentration bei den Spielern und Trainern. Wir arbeiten auf den Höhepunkt der Saison hin.

Offensichtlich tut die kleine Ergebnisdelle deiner Stimmung keinen Abbruch.
Warum sollten wir uns vor solch einem Highlight auch von negativen Themen beeinflussen lassen? Wir müssen uns immer vor Augen halten, dass wir uns diese Situation hart erarbeitet haben und daraus unseren Optimismus ziehen. Die Mannschaft besitzt einen unglaublichen Charakter und Willen, diese Spiele anzunehmen. Deshalb sollten wir die Spiele, in denen es weniger gut lief, einfach ausblenden und uns voll auf den Donnerstagabend fokussieren.

Konkret gefragt: Wie bereitet ihr euch in den kommenden zwei Tagen vor?
Aktuell arbeitet die Mannschaft viel im taktischen Bereich und bereitet sich auf den Gegner vor, auch durch viele Videoanalysen. Uns ist bewusst, welch Schwergewicht auf uns zukommt, über welche Möglichkeiten Chelsea verfügt, was sie für einen Fußball imstande sind zu spielen.

Welche Rolle spielt es für euch, international in dieser Saison zuhause ungeschlagen zu sein?
Soweit ich weiß, ist Chelsea generell noch ungeschlagen. Aber wir werden am Donnerstag natürlich wieder alles abrufen. Selbst Chelsea wird womöglich eine solche Atmosphäre wie hier noch nicht erlebt haben. Ich weiß von Freunden aus der Premier League, dass dort die Stimmung am Anfang euphorischer ist und dann nachlässt. Bei uns dagegen hält die fantastische Unterstützung von der ersten bis zur letzten Minute an, was wir auch für unsere Leistung brauchen, um gegen ein Kaliber wie Chelsea zu bestehen.

Was stimmt dich außerdem zuversichtlich, sich für das Rückspiel eine gute Ausgangsposition zu erarbeiten?
Der gesamte Saisonverlauf! Wir waren in den vorangegangenen K.o.-Spielen immer Außenseiter, jetzt mehr denn je. Trotz allem haben wir die Herausforderungen bisher immer gemeistert und sind auch für den Donnerstag gewappnet. Wir haben den Gegner sehr gut analysiert. Wir sind Außenseiter, gut eingestellt und bereit für die nächste Sensation. Bei Chelsea von einer Schwächephase zu sprechen, fällt mir zwar schwer, aber bei gegnerischen Ballverlusten haben wir sicher unsere Chancen, wie auch schon unser Trainer Adi Hütter erkannt hat: Der Fokus liegt darauf, das Momentum auszunutzen.

Welches Level müsst ihr gegen Chelsea erreichen?
Es steht außer Frage, dass wir über uns hinauswachsen müssen. Ich bin davon überzeugt, dass die Euphorie unserer Fans sowie die Art und Weise, wie wir unsere Spiele annehmen, uns ein Stück an den Punkt tragen können, Chelsea Paroli bieten zu können.

Was kannst du uns über die Personalsituation berichten? Reicht es speziell für Sébastien Haller?
Dahingehend erlauben wir uns keine Prognosen. In spätestens vier Wochen ist die Saison zu Ende. Gerade auf der Zielgeraden denken wir einfach von Tag zu Tag. Heute war Séb nicht dabei. Wir warten ab. Bei Mijat Gacinovic sind wir optimistisch, dass er bis Donnerstag fit wird. Das ist auch vor dem Hintergrund wichtig, dass uns mit der Sperre von Ante Rebic vorne die Alternativen ausgehen.

Was wäre für dich ein Wunschergebnis mit Blick auf das Rückspiel?
10:0! (lacht). Aber im Ernst: Das ist im Vorfeld schwer zu sagen. Gegen Inter Mailand war das 0:0 im Nachhinein Gold wert. Fest steht in jedem Fall, dass wir in beiden Spielen eine Topleistung abliefern müssen und uns nicht auf das Hinspielergebnis verlassen dürfen. Wir werden über unseren Verhältnissen spielen müssen.

Würdest du auch für dich persönlich von einem Höhepunkt deiner Karriere sprechen?
Ein bisschen was habe ich als Spieler auch erlebt, etwa mit Kaiserslautern gegen Real Madrid. Aber natürlich haben sich die Zeiten geändert und Dimensionen vergrößert. Wenn man wie wir gegen einen englischen Hochkaräter mit einem Vielfachen unseres Etats antritt, ist das auf jeden Fall etwas Besonderes. Darauf freuen wir uns.

Teilen
Funktionen