Die U15 hat in der abgelaufenen Saison nicht nur über weite Strecken sportlich überzeugt, sondern ist vor allem einem übergeordneten Ziel mehr als gerecht geworden: Dem Ausbildungsgedanken.

Vor der Saison hatte der seinerzeit neue U15-Cheftrainer Damir Agovic zwei Ziele vorgegeben: Zum einen mindestens 13 Spielern zum Schritt in die B-Jugend zu verhelfen, idealerweise zehn zur U16, drei in direkt zur zu U17 zu befördern. Zum anderen mit dem zu entwickelnden Spielstil einen Wiedererkennungswert schaffen. Rückblickend lässt sich feststellen: Die Erwartungen haben sich teilweise sogar übererfüllt.

Schon jetzt steht fest, dass aus dem ursprünglichen Kader insgesamt 18 Akteure auch in der kommenden Saison den Adler auf der Brust tragen werden, also fünf mehr als kalkuliert. Für Coach Agovic bedeutet diese Quote nicht weniger als der „Lohn für die harte Arbeit und genommene Entwicklung der Jungs.“ Gerade hinsichtlich der hohen Passsicherheit und erlernten Fähigkeiten, auch unter hohen Drucksituationen spielerische Lösungen zu suchen und zu finden, hätten die Jungadler einen großen Schritt nach vorne gemacht. Dieses Lob verteilen die Riederwälder nicht nur intern, sondern erhalten es auch von der Ligakonkurrenz, nicht zuletzt selbst vom VfB Stuttgart, das einzige Team, gegen das die C-Junioren punkt- und torlos blieben, dessen Verantwortliche die Duelle mit den Hessen als am schwierigsten und unberechenbarsten bezeichneten.

Entwicklung vor Ergebnis

Dass die Schwaben am Ende sogar Meister wurden, und nicht zum Jahreswechsel punktgleich an der Spitze gelegenen Eintracht oder TSG Hoffenheim, liegt vordergründig natürlich in den Ergebnissen begründet. „In der Rückrunde hatten wir sicher das eine oder andere Mal zu oft unentschieden gespielt“, meint Agovic rückblickend sowohl Achtungserfolge wie das 1:1 gegen Hoffenheim, aber auch unerwartete Punktverluste wie in Wieseck (2:2) oder zum Saisonabschluss gegen den FSV Frankfurt (1:1). Hintergründig spricht der 29-Jährige aber auch „von der schwierigsten Wintervorbereitung meiner Trainerkarriere, weil wir krankheitsbedingt nie die komplette Mannschaft zur Verfügung hatten.“ Entsprechend war der Auftakt 2019 mit dem 2:2 beim Karlsruher SC zwar nicht berauschend, aber dennoch zufriedenstellend und bei Berücksichtigung fehlender Automatismen erklärbar. So wie grundsätzlich weite Teile der Rückrunde, in welcher den Jungadlern nur beim 0:3 in Stuttgart kein eigener Treffer gelang. Umgekehrt blieb die die Eintracht aber auch nie ohne Gegentor, letztlich stehen 31 Gegentreffer in 20 Spielen zu Buche. „Sicher haben wir zu viele Gegentore zugelassen, dennoch haben die Jungs unseren mit und gegen den Ball offensiven Spielansatz verinnerlicht. Ich gewinne grundsätzlich lieber 5:3 als 1:0“, zeigt Agovic auf, dass im Zweifel Entwicklung vor Ergebnis steht. Weswegen es zwar für einen guten dritten Platz und gleichzeitig die mit 55 drittmeisten Tore, aber eben nicht die absolute Spitze gereicht hat.

Beispielhaft dafür war auch im April die Teilnahme am Dallas Cup: „Wir waren neben dem Gastgeber die spielstärkste Mannschaft und haben erst im Finale gegen Tigres aus Mexiko knapp 2:3 verloren.“ In Übersee wie in der Regionalliga Süd blieb das Trainerteam Damir Agovic und Dogan Köksal seinem Credo treu, im Sinne der Spielpraxis allen Akteuren ausreichend Einsatzzeit einzuräumen, teilweise losgelöst vom Leistungsprinzip. „Dafür haben wir sicher den einen oder anderen Punktverlust in Kauf genommen“, gesteht Agovic und zieht am Ende dennoch ein erfreuliches Fazit: „Wir haben eine stärkere Rückrunde gespielt, als wir es uns nach der Vorbereitung erhoffen konnten. Die Jungs haben toll mitgezogen und sich durch ihre Auftritte ligaweit Respekt erarbeitet. Ich bin zufrieden.“

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