Eintracht Frankfurt hat sich in den vergangenen Tagen umfangreich mit den Vorwürfen antisemitischer Äußerungen befasst und nimmt hierzu wie folgt abschließend Stellung.

Stellungnahme zum Heimspiel gegen RC Strasbourg
Stellungnahme zum Heimspiel gegen RC Strasbourg.

Eintracht Frankfurt hat sich in den vergangenen Tagen umfangreich mit den Vorwürfen antisemitischer Äußerungen gegenüber dem aus Israel stammenden Schiedsrichtergespann im Rahmen des Play-off-Rückspiels in der UEFA Europa League gegen RC Strasbourg am zurückliegenden Donnerstag befasst und nimmt hierzu wie folgt abschließend Stellung:

1.

Die Behauptung, zu Beginn der zweiten Halbzeit sei von größeren Gruppen, Tausenden oder gar „der ganzen Kurve“ – wie es in einem Zitat hieß – das Wort „Judensau“ in Richtung des Schiedsrichters skandiert worden, ist falsch. Gerufen wurde stattdessen ein Wort, das über seinen beschimpfenden Charakter hinaus keinen diskriminierenden oder gar antisemitischen Charakter aufweist.

Dies steht nach der Auswertung der uns durch die TV-Produktion zur Verfügung gestellten Tonspuren, wie auch nach der Befragung sowohl von Vertretern sämtlicher unterschiedlicher Fangruppierungen, als auch von Mitarbeitern von Eintracht Frankfurt, als auch von Einsatzkräften des Ordnungsdienstes und zahlreichen weiteren Zuschauern aus den unterschiedlichsten Bereichen des Stadions fest und entspricht damit vor allem der Wahrnehmung aller anderen Zuschauer im Stadion.

Der in den Medien aufgegriffene Hinweis eines einzelnen Zuschauers auf antisemitische Sprechchöre im ganzen Stadion blieb tatsächlich auch der einzige dieser Art.

Der betreffende Zuschauer hat zwischenzeitlich in einem persönlichen Gespräch mit Eintracht Frankfurt seine Darstellung des Sachverhalts auch im Wesentlichen zurückgezogen.

2.

Gleichwohl gab es über den Spielverlauf hinweg einzelne Fälle antisemitischer Äußerungen von Zuschauern, die noch während des Spiels unmittelbar Konsequenzen nach sich zogen. Insgesamt vier Personen wurden nach entsprechenden Hinweisen von Zuschauern des Stadions verwiesen. Weitergehende rechtliche Maßnahmen strafrechtlicher und zivilrechtlicher Art - von der Kündigung der Dauerkarte, der Verhängung von Hausverboten bis hin zur Einleitung eines Vereinsausschluss-Verfahrens - sind bereits veranlasst. Drei weiteren Hinweisen wird aktuell noch nachgegangen. 

Wer Vorfälle dieser Art beobachtet hat, ist aufgerufen, sich an Eintracht Frankfurt zu wenden.

3.

Die Haltung von Eintracht Frankfurt zu Antisemitismus ist hinlänglich bekannt. Generationen von Fans und Zehntausende von Mitgliedern haben sich mit Leidenschaft der Bewahrung dieser Haltung verschrieben. Genau aus diesem Grunde wird sich gegenteiliges Gedankengut bei Eintracht Frankfurt keinen Platz verschaffen können. Aus demselben Grunde ist es aber gleichermaßen notwendig, schon dem Anschein, es könne sich bei Eintracht Frankfurt anders verhalten, entgegenzutreten.

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