In einem kampfbetonten Spiel bei Hertha BSC sichert sich die starke Eintracht alle Zähler. Einen frühen Rückstand drehen Marius Wolf und „Rückkehrer“ Kevin-Prince Boateng zum Sieg.

Anfangs sah es ganz schlecht aus. Die Adlerträger kamen schleppend in die Partie und mussten einem frühen Rückstand hinterherlaufen. Doch diese Eintracht zeigte erneut beeindruckend, was in ihr steckt. Auf fremden Platz riss das Team die Partie an sich, und wurde durch den sehenswerten Ausgleich von Marius Wolf belohnt. Dann krönte ausgerechnet Kevin-Prince Boateng an alter Wirkungsstätte die Leistung. Dort, wo seine Profilaufbahn begann, traf er unvergleichlich zehn Minuten vor Schluss zum so wertvollen Erfolg.

Ausgangssituation: Stabile Auswärtsstärke

Die gute Herbst-Serie der Eintracht war in der Vorwoche bei der 0:1-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen unterbrochen worden. Geblieben waren zwei Eigenschaften, die das Team dieser Spielzeit auch ausmachen: Die stabile Verteidigung und die Auswärtsstärke. Beides bedeutet jeweils Bestwert hinter dem Tabellenführer FC Bayern. Allerdings hat die Eintracht schon sechsmal nicht gegen den Hauptstadtklub gewinnen können, dessen Prunkstück auch die Abwehr ist.

Personal: Rückkehr von Hasebe

Makoto Hasebe kehrt im Vergleich zur Leverkusen-Partie in die Startelf zurück und lief anstelle von Mark Stendera von Beginn an auf. Ansonsten vertraute Niko Kovac seiner Formation, die sich inzwischen gefunden hat und die Stabilität personell verkörpert.
Pal Dardai schickte nach dem Auswärtssieg in Köln am letzten Sonntag dieselbe Elf wieder aufs Feld.

Erste Halbzeit: holpriger Start

Noch keine Zeigerumdrehung war rum, da hatte Vedad Ibisevic nach einem fatalen Fehlpass von Mijat Gacinovic die große Chance, seine Farben in Führung zu bringen, schoss aber Lukas Hradecki an. Die Eintracht kam nicht gut in die Partie und bot den Berlinern zu viel an. Fast zwangsläufig fiel dann auch das Gegentor, als auch der SGE-Schlussmann gegen Davie Selke aus kurzer Distanz geschlagen war (15. Minute).
Erst danach, mit einsetzendem Schnellfall, wurde die Eintracht stärker, was sich schnell auszahlte. Nachdem kurz zuvor noch Ante Rebic am Torwart gescheitert war, zappelte doch der Ball hinter Rune Jarstein im Netz. Marius Wolf drosch das Spielgerät nach Eckball von der Strafraumgrenze sehenswert unter die Latte (26.). Die Gäste dominierten fortan.

Zweite Halbzeit: zerfahren mit Schlüsselszene

Vor Unterbrechungen und Nicklichkeiten geprägt, braucht die Spielhälfte eine ganze Weile, bis wieder Fußball gespielt wurde. In der 58. Minute prüfte Wolf nach einem feinen Pass des eingewechselten Aymen Barkok Jarstein zwischen den Hertha-Posten. Viele Akteure waren inzwischen verwarnt und mussten sich in einem körperbetonten Spiel zurücknehmen. Das Geschehen spielte sich zwischen den Strafräumen ab. Chancen waren Mangelware und intensive Zweikampfführung angesagt. Dann das. Kevin-Prince Boateng nutzt eine kollektive Unachtsamkeit der Hertha-Abwehr gnadenlos aus und schießt den Ball aus 15 Metern mitten rein, ins blau-weiße Berliner Herz (80.). Davon erholte sich die Hertha nicht mehr.

Fazit: Große Mannschaftsleistung

Es war wieder ein solches Spiel in höchster Intensität, in der beide Seiten leidenschaftlich um die Dominanz rangen. Auch wenn die Eintracht die Anfangsphase komplett verschlief und deswegen einem Rückstand hinterherrennen musste, bewiesen die Kovac-Schützlinge nicht zum ersten Mal enorme Moral, kämpften sich in die Partie und zeigten eine große Mannschaftsleistung, die Anführer Kevin-Prince Boateng mit dem Siegtreffer an alter Wirkungsstätte krönte.

So spielte die SGE:

Hradecky - Falette, Abraham, Salcedo - Willems, Hasebe, Wolf - Boateng, Gacinovic (46. Barkok) - Haller (90. Jovic), Rebic (88. Tawatha).

Tore:

0:1 Selke (15.)
1:1 Wolf (26.)
1:2 Boateng (80.)

HB/BB

14. Spieltag: Hertha BSC - Eintracht Frankfurt

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