Nach zwei Saisons im Abstiegskampf steht Mainz endlich wieder ein entspannter Saisonabschluss ins Haus. Dennoch haben die Mainzer in den verbleiben zwei Partien noch einiges vor.

Situation

Beim 1. FSV Mainz 05 geht es ruhig und gelassen vor sich. Das trifft zum einen natürlich auf den Klub und sein Umfeld, zum anderen aber auch auf die aktuelle Bundesligasaison der Mainzer zu. Denn die Mannschaft von Cheftrainer Sandro Schwarz zeigte eine souveräne Saison ganz ohne Abstiegssorgen. Einen entscheidenden Anteil daran hatte Sportvorstand Rouven Schröder. Dem 43-Jährigen gelang es, durch zielgerichtete Verstärkungen einen hungrigen Kader mit viel Entwicklungspotential zusammenzustellen, der unter der Leitung von Sandro Schwarz auch auf dem Platz zu überzeugen wusste.

Auf diese Weise hat der FSV um das Thema „Abstieg“ in dieser Saison gekonnt einen großen Bogen gemacht – eine Leistung, die dem Klub und der Mannschaft hoch anzurechnen ist, schließlich haben sie in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt in den vergangenen Jahren häufiger um den Klassenverbleib zittern müssen. Stattdessen konnte sich Mainz in der abgelaufenen Saison darauf konzentrieren, den eigenen Fans das eine oder andere Highlight zu präsentieren – so auch beim jüngsten Achtungserfolg gegen Leipzig, als nach einem 0:2- und 0:3-Rückstand noch ein 3:3-Unentschieden heraussprang. Ein Erlebnis, das den Mainzer Jungspunden sicherlich noch einen extra Schub Selbstvertrauen für die verbleibenden Aufgaben in der Bundesliga bescherte.

Die Annahme liegt nahe, dass dies angesichts des bereits feststehenden Klassenerhalts nicht von Bedeutung sei, doch das ist nicht der Fall. Schließlich haben die Rheinhessen noch ein Saisonziel zu erreichen: zum Saisonabschluss einen Platz in den Top 10 innehaben. Für reines Schaulaufen werden die Gäste am Sonntag also wenig übrig haben.

Formkurve

Ein Blick auf die Formkurve macht schnell deutlich, dass die abgelaufene Spielzeit trotz eines mehr oder minder bedeutungslosen zwölften Tabellenplatzes nie langweilig war. Viele Höhen und Tiefen zogen sich durch die Saison der Mainzer – so auch in den vergangenen fünf Bundesligapartien, in denen man zwei Siege, ebenso viele Niederlagen und ein Unentschieden zustande brachte. In den Spielen davor lief es seit dem Rückrundenauftakt eher schlecht als recht. Das Team von Sandro Schwarz holte in der Rückrunde bislang erst 16 Punkte bei neun Niederlagen, fünf Siegen und einem Remis aus 15 Partien. Besonders auf fremdem Terrain lief es für die Nullfünfer jüngst mit sieben Auswärtsniederlagen in Serie alles andere als zufriedenstellend.

Trainer

Sandro Schwarz ist Mainzer durch und durch. Der 40-jährige Halbitaliener ist nicht nur in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt geboren, sondern war auch schon als Spieler für die Nullfünfer aktiv. Und wie sollte es anders sein, startete er auch seine Laufbahn als Bundesligatrainer bei seinem Herzensklub. Seit Beginn der Saison 2017/18 steht Schwarz als Nachfolger von Martin Schmidt an der Seitenlinie der Rheinhessen. Als unerfahrener Neueinsteiger wurde er anfangs noch von vielen Skeptikern kritisch beäugt, doch mittlerweile ist er kaum noch aus Mainz wegzudenken. Der akribisch arbeitende Übungsleiter sicherte mit seinem Team in den vergangenen drei Spielzeiten stets den Klassenerhalt und überzeugte besonders in dieser Saison mit attraktivem Fußball.

Taktiktafel

Abgesehen von ein paar wenigen Ausnahmen, setzt Cheftrainer Sandro Schwarz in dieser Spielzeit vorzugsweise auf ein klassisches 4-4-2 System mit Raute. Für die nötige physische Präsenz im Mittelfeld sorgen meist Pierre Kunde, Jean-Philippe Gbamin und Danny Latza, während Jean-Paul Boëtius für die kreativen Momente zuständig ist. Im Angriff ist besonders auf Jean-Philippe Mateta zu achten, der durch seine körperliche Präsenz als unangenehmer Gegenspieler bekannt ist. Taktisch zeichnet sich der Mainzer Fußball in der Offensive durch ein schnelles Umschaltspiel aus. Dazu wird aus defensiver Sicht kontinuierlich versucht, Druck auf die gegnerische Mannschaft auszuüben und durch dosierte Pressingaktionen in Ballbesitz zu kommen. Sinnbildlich für das Mainzer Muster steht Boëtius, der als nomineller Spielmacher mehr Defensiv- als Offensivzweikämpfe führt.

Spieler im Fokus: Aarón Martín

Mit Vorschusslorbeeren kam er aus Spanien an den Rhein und wusste auf Anhieb zu überzeugen. Aarón Martín hat sich in seiner ersten Bundesligasaison als ein fußballerischer Hauptgewinn für die Mainzer erwiesen. Der 22-jährige Spanier beackerte bereits in 31 von 32 möglichen Bundesligapartien die linke Abwehrseite der Nullfünfer und erwies sich dabei besonders in der Offensive als belebendes Element. So bereitete er mit seinen Flanken bereits 81 Torschüsse vor, von denen sechs sogar den Weg ins Tor fanden. Zudem ist er mit einer Laufdistanz von durchschnittlich 11,2 Kilometern pro Spiel ein echter Dauerbrenner, der ständig für Betrieb sorgt. Kein Wunder also, dass angeblich schon große europäische Topklubs die Fühler nach dem einstigen U 21-Nationalspieler Spaniens ausgestreckt haben.

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