Im Adlerträger-Interview mit unserem Klubmagazin "Eintracht vom Main" spricht Simon Falette über Autofahren in Deutschland, sein erstes Bundesliga-Tor und sein Verhältnis zu Niko Kovac.

Er ist 26 Jahre jung, dreifacher Familienvater und seit vergangenem Sommer stolzer Adlerträger: Simon Falette. Das Kraftpaket aus dem Nordwesten Frankreichs kam vom FC Metz an den Main und mauserte sich prompt zu einer festen Größe in der Frankfurter Defensive. Unserem Klubmagazin "Eintracht vom Main" stand der Innenverteidiger Rede und Antwort. Ein Auszug:

Simon, beschreibe mal dein Gefühl nach deinem ersten Tor für die Eintracht.

Falette: "Es war nicht das schönste Tor der Bundesliga-Geschichte, aber natürlich habe ich mich trotzdem sehr gefreut. Ich war sehr glücklich und es ist schön, dass es vor heimischer Kulisse passiert ist."

Wie findest du die Stimmung im Frankfurter Stadion?

Falette: "Unsere Fans sind fantastisch. Es ist wichtig, sie zu haben. Sie kommen massenweise ins Stadion und helfen uns, Punkte zu sammeln. Wir haben sehr viel Glück, solche Fans zu haben. Wir können es immer kaum erwarten, bis das Spiel angepfiffen wird, und wir unsere Fans singen hören und sehen, wie sie uns unterstützen. Manchmal bekommt man eine echte Gänsehaut, weil die Fans so viel Leidenschaft zeigen."

Wie hast du dich in Frankfurt eingelebt?

Falette: "Meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl. Es ist eine moderne Stadt, die immer noch ihren alten Charakter beibehält. Vor allem die Skyline ist sehr imposant. Ich genieße es, in der Freizeit am Main entlang zu laufen."

Unterscheidet sich Frankfurt sehr von Lorient oder Metz, wo du früher gelebt hast?

Falette: "Ja, es gibt schon große Unterschiede. Frankfurt ist viel größer, eine Weltstadt. Aber das Wetter ist generell ziemlich ähnlich."

Die Eintracht ist zum zweiten Mal in Folge ins DFB-Pokal Halbfinale eingezogen. Welche Bedeutung hat dieser Wettbewerb für dich?

Falette: "Ich bin sehr froh, dass wir im Halbfinale sind. Letztes Jahr haben wir auch gegen einen großen Verein gespielt, gegen Mönchengladbach, und in diesem Jahr ist es Schalke. Es ist ein Auswärtsspiel und ich habe schon mit Amine Harit darüber gesprochen, den ich sehr gut kenne. Wir waren uns einig, dass es für uns ein schweres Spiel sein wird - vor allem, weil es auf Schalke ist. Ich hoffe, dass viele Fans uns begleiten werden, um uns dort zu unterstützen. Wir wollen wie letztes Jahr das Endspiel erreichen. Auch wenn wir im Finale gegen den BVB verloren haben - in einem Spiel ist immer alles möglich."

Welche Ziele hast du für den Endspurt in der Bundesliga?

Falette: "In der Liga gibt es nicht mehr viele Spiele, aber immer noch genug, um wichtige Punkte zu holen. Wir schauen von Spiel zu Spiel, um noch möglichst viele Zähler zu sammeln, nicht nur für uns, sondern besonders für unsere Fans."

Wie ist dein Verhältnis zu Trainer Niko Kovac?

Falette: "Ich verstehe mich sehr gut mit ihm. Er lässt uns immer hart arbeiten und weiß genau, wohin er mit seiner Mannschaft will. Letztendlich bin ich hier um zu arbeiten, also trifft das zu."

Wer sind deine Lieblings-Mitspieler aus der Zeit in Frankreich und aktuell?

Falette: "In Frankreich war das Cheick Doukouré, mit dem ich in der Jugend trainiert habe. Er spielt jetzt bei Levante und ist Nationalspieler der Elfenbeinküste. Was meine Eintracht-Kollegen angeht, habe ich alle Mitspieler sehr gern und daher keinen Favoriten. Wir sind eine Einheit. Auch mit den jüngeren Kollegen rede ich sehr viel und wir unterstützen uns alle gegenseitig. Mit Sébastien Haller habe ich besonders engen Kontakt, da wir auch Zimmerkollegen sind, und Carlos Salcedo kenne ich auch schon länger aus Paris."

Was verbindet dich mit Französisch-Guyana?

Falette: "Mein Vater wurde in Französisch-Guyana geboren und meine Mutter stammt aus Frankreich. Ich fühle mich zu beidem verbunden."

Fährst du gern Auto?

Falette: "Ja, sehr gerne. Und ich muss sagen, in Deutschland lieber als in Frankreich. Die Autobahnen sind hier breiter und es herrscht nicht so starker Verkehr."

Wie kam es dazu, dass du nach Deutschland gewechselt bist und warum hast du dich für die Eintracht entschieden?

Falette: "Mein Berater hat mit verschiedenen Vereinen gesprochen. Ich wollte unbedingt im Ausland spielen. Ich wollte nach Frankfurt, meine Familie auch. Wir waren der Meinung, dass die Eintracht ein guter Verein ist. Also haben wir genau geschaut, wie der Club in der vergangenen Saison abgeschnitten hat. Wir haben gesehen, dass der Verein sehr aktiv auf dem Transfermarkt war und viele gute Spieler verpflichtet hat. Daraufhin haben wir beschlossen, hierher zu kommen."

Wie ist dein persönliches Fazit bis jetzt?

Falette: "Es läuft gut aktuell. Defensiv gesehen sind wir eine der besten Mannschaften in der Liga. Ich persönlich habe nach der Zwei-Spiele-Sperre zu Saisonbeginn weiter hart an mir gearbeitet und fühle mich gut. Ich hoffe, dass wir diese Saison weiterhin erfolgreich sein werden."

Mit welchem Gefühl kommst du täglich ans Stadion?

Falette: "Ich bin immer gut drauf, wenn ich zur Arbeit komme. Dann kann man nämlich Fortschritte machen. Ich bin ein Teamplayer. Bei uns Zuhause sagt man: Wenn man gesund ist, muss man immer ein Lächeln im Gesicht haben."

Wie kam es dazu, dass du Profifußballer geworden bist?

Falette: "Ich bin in Le Mans geboren. Wir sind weggezogen, als ich drei Jahre alt war. Mein Vater hat zu dieser Zeit in Le Mans gespielt. Dann sind wir nach Tours gezogen, wo ich den größten Teil meiner Jugend verbracht habe. Mit 13 bis 14 Jahren bin ich nach Lorient in die Fußballakademie gegangen und habe dafür mein Zuhause verlassen. Ich wollte schon als Kind das Gleiche machen wie mein Vater. Er sagte trotzdem immer, dass ich noch fleißig in der Schule sein soll, weil es nicht jeder schafft, Profi zu werden. Gott sei Dank habe ich es geschafft."

Wie kommst du mit der deutschen Sprache zurecht? Macht es dir Spaß, die Sprache zu lernen?

Falette: "Deutsch lernen ist nicht einfach, aber es ist wichtig für mich. Ich arbeite hart daran. Es ist meiner Muttersprache nicht ähnlich. Ich lerne jede Woche etwas Neues und hoffe, dass es sich lohnt. Bis Jahresende möchte ich alles verstehen. Wenn Leute mich begrüßen, sage ich gerne "Gude". Es gibt viele Ausdrücke, die ich lustig finde. "Servus" zum Beispiel."

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