Das 0:0 im Hinspiel bildet eine solide Ausgangslage für das Rückspiel der Eintracht beim FC Internazionale Milano. Der Showdown steigt im legendären San Siro, wo die SGE-Fans am eigenen Rekord rütteln.

Die Entscheidung über den Einzug ins Viertelfinale der UEFA Europa League fällt nun also im altehrwürdigen San Siro, dem legendären Mailänder Fußballtempel mit bis zu 80.000 Plätzen. Große Spiele gab es dort in der Vergangenheit zuhauf, die Frankfurter Schlachtenbummler hoffen nun auf einen weiteren Abend für die Geschichtsbücher. Einen Eintrag ins selbige hat Frankfurt schon jetzt sicher, denn die Eintrachtfans werden ihren 2013 in Bordeaux selbst aufgestellten Rekord für die meisten Auswärtsfans bei einem Spiel der UEFA Europa League am Donnerstag brechen. Aktuell liegt die Bestmarke bei 12.000 Auswärtsfahrern.

Gutes Pflaster San Siro?

Vor dem großen Gegner in dessen Wohnzimmer darf man natürlich Respekt haben, Angst wäre aber unangebracht. Findet auch Jan Aage Fjörtoft, der im Vorfeld verriet: „Wirklich heimelig wirkt das Stadion durch seine schiere Größe nicht. Für die Eintracht könnte das ein Vorteil sein, denn im Gegensatz zum Heimspiel dürfte es im Rückspiel keinen Hexenkessel geben.“ Stattdessen stehen die Chancen sogar gut, dass es das nächste europäische „Heimspiel in der Fremde“ geben wird, denn immerhin machen sich nach Schätzung von Vorstandsmitglied Axel Hellmann mindestens 15.000 SGE-Fans auf den Weg nach Mailand und werden dem Spiel ihren akustischen Stempel aufdrücken wollen. Hinzu kommt das eher gedämpfte Interesse auf Seiten der Heimfans an der UEFA Europa League: Das Heimspiel der Zwischenrunde gegen Rapid Wien sahen nur rund 32.000 Zuschauer, davon 5.000 Gästefans. Zu guter Letzt wären da noch die positiven Beispiele anderer deutscher Klubs, die in diesem Wettbewerb bei Internazionale den Sieg davontragen konnten. Zuletzt gelang dies dem VfL Wolfsburg in der Saison 2014/15 mit einem 2:1-Erfolg - ebenfalls im Achtelfinale -, während auch Dortmund (1994) und die Bayern (1989) ihre K.o.-Spiele im San Siro gewannen. Der FC Schalke 04 wiederum feierte gar den größten Triumph seiner Vereinsgeschichte auswärts bei Internazionale, als Königsblau 1997 im Rückspiel den UEFA-Pokalsieg eintütete. 

Kumpel-Duell in Gefahr

Noch im Sommer wurden ein Spieler der SGE und einer des FC Internazionale Milano gemeinsam Vizeweltmeister, die auch darüber hinaus eine Freundschaft verbindet. Die Rede ist von Ivan Perisic und Ante Rebic. Der Nationalmannschaftskollege des Frankfurter Pokalhelden ist auch der Grund, warum sich Rebic bei seinem zweiten Wechsel an den Main für die Rückennummer 4 entschieden hat, nachdem er im Vorjahr noch mit der 17 aufgelaufen war. „Die Nummer ist ungewöhnlich für einen Stürmer, aber mein Freund Ivan Perisic trägt sie für Kroatien auch. Also habe ich mich ebenfalls für die Vier entschieden“, ließ der Angreifer damals wissen. Ob es beim Rückspiel allerdings zum „Kumpel-Duell“ kommt, ist weiterhin fraglich. Einerseits ist noch unklar, ob Rebic - der schon im Hinspiel passen musste - bis zum Donnerstag wieder bei 100 Prozent ist. Andererseits wurde Perisic in besagter Partie ebenfalls angeschlagen ausgewechselt. Eine fundierte Prognose bleibt somit schwierig, nicht nur bezüglich der beiden in Split geborenen Freunde, sondern auch für das Spiel an sich. Mit einem Sieg stünde die Eintracht jedenfalls im Viertelfinale, ebenso bei jedem Remis, das über ein 0:0 hinausgeht.

Anstoß: Donnerstag, 14. März 2019, 21 Uhr, Achtelfinalrückspiel der UEFA Europa League.
Stadion: San Siro, Mailand.

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