Trainer Hütter ärgern die wiederkehrenden Platzverweise, Vorstand Hellmann die Vorkommnisse abseits des Rasens und die Spieler sich über sich selbst. Doch Schwarzmalerei ist den Adlern fern.

Vorstandsmitglied Axel Hellmann: Wir haben außerhalb des Platzes kein gutes Bild abgegeben. Das Thema Montagsspiele hat sich mittlerweile erledigt, deswegen würde ein Protest dagegen keinen Sinn ergeben. Bei Protestaktionen erwarte ich klare Botschaften und keine destruktiven Maßnahmen wie heute. Mir erschließt sich der Sinn davon nicht. Das Werfen von Böllern ist für mich ein Rückschritt. Wir müssen den Anlass für derlei Provokationen angehen und die Hintergründe herausfinden. Auf diesem Weg können wir nicht weitermachen.

Cheftrainer Adi Hütter: Gratulation zum zweiten Sieg in Folge, Achim. Wir wollten Geschichte schreiben, als erste Eintracht-Mannschaft in der Bundesliga in Mainz zu gewinnen. Wir waren auf einem guten Weg, sind in Führung gegangen, haben uns dann aber um die Früchte unserer Arbeit gebracht. Nach der Roten Karte hat uns Mainz in den ersten 20 Minuten nach der Pause sehr zugesetzt. Die Platzverweise tun uns weh. Trotzdem hat die Mannschaft nie aufgegeben und weiter nach vorne gespielt. Möglicherweise wäre aufgrund der gezeigten Leidenschaft ein Punkt – ich weiß nicht, ob verdient – aber auf jeden Fall möglich gewesen wäre. Das ist uns nicht gelungen. Die Mannschaft hat auch im 26. Pflichtspiel Punch und Power gezeigt. Mainz hat verdient gewonnen, aber es immer schwer, Leistungen nach einer Halbzeit in Unterzahl zu bewerten. Die Gegentore können wir besser verteidigen.

Mijat Gacinovic: Ich denke, wir haben es insgesamt nicht so schlecht gemacht. Aber klar, mit einem Spieler weniger wird es schwer. Wir haben am Ende eine gute Reaktion gezeigt und sind auf den Ausgleich gegangen, wenngleich unsere Möglichkeiten nicht die besten waren. Mainz hat gut verteidigt und auf Konter gelauert. In den letzten 20 Minuten waren wir die bessere Mannschaft und haben Pressing und Wille entgegengesetzt. Wir haben zwar ein paar Spiele nicht gewonnen, wissen aber um unsere Stärken.

Danny da Costa: Das Spiel ist sehr bitter für uns gelaufen. Wir haben es zunächst gut gemacht, dann aber diese Rote Karte kassiert. Anschließend wurde es schwer. Wobei wir es auch mit zehn Spielern in meinen Augen eigentlich gar nicht schlecht gemacht haben. Nach dem Spiel haben uns unsere Fans Trost gespendet und uns gesagt, dass wir weiter nach vorne schauen sollen. Das werden wir tun – zum Glück geht es am Freitag schon weiter.

Lucas Torró: Leider haben wir verloren. Aber ich muss der Mannschaft ein Kompliment aussprechen, wie sich alle gewehrt haben. Wir sind bis zum Schluss aufs zweite Tore gegangen. Es war nicht alles schlecht, wir haben Mut bewiesen. In den vergangenen Wochen habe ich mich voll eingebracht, im Training alles gegeben. Heute ist mir diese Rolle zugefallen, auch wenn sie situationsbedingt war. Ich habe versucht, die Vorgaben bestmöglich umzusetzen.

Almamy Toure: Im Nachbarschaftsduell möchte jeder als Sieger vom Platz gehen. Selbst in Unterzahl hatten wir die Möglichkeit, die Punkte mit nach Hause zu bringen. Wir haben bis zum Schluss alles versucht. Wir müssen den Kopf oben behalten und uns auf das nächste Spiel einstellen. Vor dem 1:2 stellt Szalai seinen Körper geschickt rein, danach fällt es mir schwer, die Situation zu klären.

Martin Hinteregger: Wir haben es im ersten Abschnitt eigentlich gut gemacht. Mainz hatte in den ersten 45 Minuten in der Offensive kaum Ideen. Die Rote Karte war dann der Knackpunkt für uns. Mit elf Spieler hätten wir das Ding gewonnen, davon bin ich überzeugt. Unser Ziel war es nach dem Seitenwechsel, möglichst lange das 1:0 zu halten und im Zentrum kompakt zu stehen. Das haben wir auch eigentlich ordentlich gemacht, dann aber so ein ärgerliches 1:1 kassiert. Mit zehn Spielern wird es dann natürlich schwer und kräftezehrend.

Sebastian Rode: Wir müssen die Niederlage einordnen, waren eine Halbzeit lang in Unterzahl. Gegen eine gute Mainzer Mannschaft zu verlieren, kann immer passieren. Die Niederlage gegen den VfL Wolfsburg ärgert uns mehr. Jetzt lenken wir den Fokus auf das Spiel gegen Berlin. Tabellarisch hängen wir etwas in der Mitte fest. Kein Vorwurf an Dominik wegen der Roten Karte, wir haben die Ecke im Verbund schlecht verteidigt. Die Situation lässt sich nicht mit der in Lüttich vergleichen, als wir in der Nachspielzeit die Chance auf die Führung vor Augen hatten.

Achim Beierlorzer (Trainer 1. FSV Mainz 05): Wir sind am Ende nochmal in Hektik verfallen, weil die Eintracht nie aufgegeben und selbst in Unterzahl alles nach vorne geschmissen hat. Wir haben unsere Konter nicht so eiskalt ausgespielt wie in Hoffenheim und deswegen bis zur letzten Sekunde zittern müssen. Der Sieg ist insgesamt verdient, weil wir in den ersten 20 Minuten nach der Pause Powerfußball gezeigt haben. 312 Sprints zeigen, dass die Mannschaft die Partie unbedingt drehen wollte. Das Standardtor hat uns wehgetan. Jeder hat gesehen, wie gefährlich Frankfurt im Umschaltspiel ist, wenn sie ins Tempo kommen. Dann sind sie eine richtig starke Mannschaft.

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