Patrick Finger wurde eine ganz besondere Ehre zuteil: Er ist eines der Gesichter, die das neue Heimtrikot präsentieren durften.

Fallrückzieher, Ball hochhalten oder auch einfach nur stillstehen – eine ganze Menge Arbeit wartete bei den Dreharbeiten auf das Nachwuchstalent.

Jedes Jahr dasselbe Spiel. Fans diskutieren darüber, wie wohl das neue Trikot ihrer Eintracht aussehen könnte. Gestreift? Kariert? Schlicht? Einer, der dieses Jahr mit einer der ersten Gewissheit hatte, ist Jungadler Patrick Finger. In geheimer Mission ist man selbst als Fußballer eher selten unterwegs. Doch in diesem Jahr durfte der 18-Jährige sich auf eine solche Mission begeben. „Bist du aufgeregt?“ „Nein, überhaupt nicht.“ So ganz glaubwürdig wirkte die Antwort jedenfalls nicht.

Finger sitzt auf dem Beifahrersitz und wird zu einem Filmstudio gefahren, denn einen Führerschein hat er selbst noch nicht. Heute ist der Dreh für die Präsentation des neuen Eintracht-Trikots angesetzt, das Ganze ist natürlich „Top Secret“. Finger, der mittlerweile auch einen Profivertrag bei der SGE unterschrieben hat, lernt vor Ort erst einmal die Crew kennen. Regisseur, Kameramann, Make-up – für einen solchen Spot sind deutlich mehr Personen nötig als der Nachwuchsspieler vorher gedacht hätte. Umziehen, in die Maske und anschließend natürlich das neue Trikot überstreifen – so langsam nimmt es Formen an.

Wie eine Wachsfigur

Doch dann ist erst einmal Geduld gefragt. Finger steht vor dunklem Hintergrund, er ist minimal ausgeleuchtet, um ihn herum Nebel. Er wird aus zig Perspektiven gefilmt. Hier noch ein Schwenk von links über den Adler, da noch ein Schwenk von rechts über den Sponsor und dann nochmal von unten nach oben, die Stutzen wollen ja auch gesehen werden! In diesen Momenten wirkt FInger eher wie eine Wachsfigur, mit solch einer eisernen Disziplin steht der Jugendspieler Modell. „Es war eine gute Erfahrung und hat mir viel Spaß gemacht. Natürlich war es auch anstrengend, aber die Arbeit hat sich gelohnt. Ich hätte nie gedacht, dass man eine Szene so oft drehen muss, um wirklich das perfekte Ergebnis zu haben“, berichtet der Jungprofi.

Nach der Mittagspause wird es dann entspannter. Finger darf endlich das machen, was er am liebsten macht: Fußball spielen. Es werden diverse Einstellungen davon gedreht, wie er mit dem Ball am Fuß auf die Kamera zu dribbelt. Ihm werden Bälle zugeworfen, die er volley verwertet und sogar eine Matratze ausgelegt, um einige Fallrückzieher zu drehen. Immer, wenn gerade kurz Pause ist, weil das Licht umgestellt oder ein anderes Objektiv auf die Kamera montiert wird, schnappt sich Finger den Ball und fordert die anderen heraus: „Los, komm schon, hol ihn dir!“ Die Versuche scheitern kläglich. Weder Regisseur, noch Lichttechniker, noch Praktikant sind in der Lage, Finger den Ball abzunehmen. Das tut der Stimmung aber keinen Abbruch – im Gegenteil.

Zum Abschluss werden noch finale Fotos gemacht. Finger posiert im gestreiften Heimtrikot und im schlichten, weißen Auswärtstrikot. Am Ende spaßt der U19-Kicker: „Die Trikots könnt ihr dann in meine Tasche tun.“ Erst erntet er dafür fragende Blicke, dann Gelächter. Man kann es ja probieren…


Teilen
Funktionen