Die Eintracht bleibt gegen Werder Bremen zum vierten Mal hintereinander ungeschlagen. Rode (55.) und Silva (88.) drehen den Pausenrückstand, ehe die Gäste per Elfer den 2:2-Endstand herstellen.

Ausgangssituation: Full House und All In

Da die Eintracht und Werder den Abschluss des siebten Spieltags bildeten, lagen die tabellarischen Tatsachen offen: Ein Heimsieg und Frankfurt würde mit 13 Punkten den Anschluss ans obere Tabellendrittel halten. Beide Klubs hatten aus den vergangenen vier Ligaspielen sieben Punkte ergattern können. Entsprechend galt es, vor der Länderspielpause und ausverkauftem Haus nochmal alle Kräfte zu bündeln.

Personal: Hase aus dem Hut

Nach dem Kraftakt in Guimaraes am Donnerstagabend beließ es Cheftrainer Adi Hütter bei drei Anpassungen. Mit Daichi Kamada startete anstelle von Gelson Fernandes wieder eine klare Zehn, auf der rechten Außenbahn ersetzte Danny da Costa Erik Durm. Außerdem zauberte Hütter den wiedergenesenen Makoto Hasebe aus dem Hut, Evan Ndicka nahm dafür auf der Bank Platz. Martin Hinteregger gab wieder den linken Innenverteidiger.

Drei Mal Aluminium

Die Norddeutschen hatten das Wetter mitgebracht, die Eintracht den Vorwärtsdrang. Allein in der ersten Halbzeit feuerten die Frankfurter über ein Dutzend Mal in Richtung SVW-Schlussmann Jirí Pavlenka, der insbesondere im Eins-gegen-eins gegen Kamada im Verbund mit der Latte eine Frankfurter Führung verhinderte (20.). Bereits zuvor war Maximilian Eggestein aus halbrechter Position am Aluminium gescheitert (7.). Ansonsten blieb der Gastgeber weitgehend Herr der Lage, im Angriffsspiel und um keine Idee verlegen. Erst schnippelte André Silva das Leder auf den Kopf von Sturmpartner Goncalo Paciencia, der das Leder aufs Tordach platzierte (16.). Dann köpfte die Nummer 33 selbst zwei Mal zu ungenau, erst drüber (21.), dann in die Arme Pavlenkas (24.). Nicht weniger Versuche benötigten im Gegenzug die Gäste, um Frederik Rönnow zu überwinden, der erst bärenstark gegen den auf ihn zustürmenden Joshua Sargent rettete, dann mit der Latte im Bunde war, ehe die Hanseaten im dritten, ja vierten, Versuch in Person von Davy Klaassen auf 0:1 stellten (27.). Bis zur Pause ließen es die Adler zwar nicht an Elan, aber an entscheidenden Durchbrüchen vermissen.

Standardsache

Diese folgten nach dem Seitenwechsel rasch und häufig über die rechte Außenbahn. Schon nach wenigen Sekunden bediente Almamy Toure Paciencia, dessen gekonnter Kopfball nur von der Glanzparade Pavlenkas überboten wurde (46.). Keine zehn Minuten später legte der Portugiese eine Hereingabe überlegt auf Kamada ab, der aus nächster Nähe mit der Hacke aber zu hoch zielte (54.). Also sollte es wie schon in der UEFA Europa League eine Ecke richten, die zunächst abgewehrt vor den Füßen Sebastian Rodes landete, der sich ein Herz fasste und die Pille wuchtig ins lange Eck schweißte (55.). In der Folge änderte sich vergleichbar mit dem Gesamtbild nach dem Rückstand wenig: Die Hausherren drückten, waren aber im eigenen Strafraum gegebenenfalls kompromissloser als im gegnerischen Sechzehner. Ein Versuch Rodes von der Strafraumkante mitten auf Pavlenka blieb das Höchste der Gefühle (80.). Im Gegenzug hielt Rönnow sicher gegen Milot Rashica (83.). Es lief schon auf das häufigste Ergebnis der Bundesligageschichte hinaus, als Silva erst zum 2:1 abstaubte und Bremen im Gegenzug durch einen von Rashica verwandelten Foulelfmeter unglücklich zurückschlug (90. + 1).

Fazit: Gebilde wächst zusammen

Der Verdienst des nächsten Punktgewinns steht angesichts der Frankfurter Dominanz außer Frage. Eine Niederlage wäre unnötig, ein Sieg bei konsequenterer Chancenverwertung möglich gewesen. So bleibt nach dem Ausgleich in der Nachspielzeit vor der Länderspielpause der Eindruck einer immer stabileren und eingespielteren Eintracht haften, die wettbewerbsübergreifend seit vier Partien ungeschlagen ist.

So spielte die SGE

Rönnow - Toure, Hasebe, Hinteregger - da Costa, Sow, Rode, Kostic - Kamada (84. Gacinovic) - Silva, Paciencia.

Tore

0:1 Klaassen (27.)
1:1 Rode (55.)
2:1 Silva (88.)
2:2 Rashica (90. + 1, Foulelfmeter)

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