Wie im Vorjahr entscheidet das letzte Saisonspiel gegen den FC Bayern über die Berechtigung am Europapokal. Anders geht es scheinbar nicht.

Wenn am 18. Mai, also genau einen Tag vor dem Jubiläum des DFB-Pokal-Sieges 2018, die Adler in der Münchner Allianz-Arena einfliegen, geht es zwar nur für den Gastgeber um einen Titel, die Deutsche Meisterschaft. Dennoch hat das 50. Frankfurter Pflichtspiel in dieser Saison gewissermaßen Finalcharakter. Die Parallelen zur Vorsaison sind unverkennbar. Damals scheinbar leichtfertig durch eine 0:1-Niederlage auf Schalke die Europapokalränge verspielt, nutzten die Hessen eine Woche später in Berlin ihre Chance, die von außen betrachtet keine war.

Der Auftritt gegen den 1. FSV Mainz spielte in etwa dieselbe Melodie. „Aufgrund der gestrigen Ergebnisse hatten wir sogar die Möglichkeit, die Teilnahme an der Champions League nahezu perfekt zu machen“, haderte im Anschluss Simon Falette, der vor dem 0:2 nicht als einziger nicht gut aussah und damit wie seine Kollegen den zwei Grenzverschiebungen gegen Chelsea eine nicht schlechte, aber eben auch nicht herausragend gute Leistung folgen ließ. „Mainz hat verdient gewonnen“, stellte hinterher auch Adi Hütter klar.

Mainz als Party-Crasher

Der Cheftrainer machte dies vor allem an der zweiten Halbzeit fest. Danny Da Costa wollte zwar nichts beschönigen, sagte aber auch: „Über 90 Minuten waren wir nicht so schlecht. Aber wenn du die Chancen nicht nutzt und hinten nicht konsequent verteidigst, kann solch ein Spiel kippen.“ Auch in die andere Richtung. „In der ersten Halbzeit hatten wir die größte Chance, um in Führung zu gehen“, erinnerte sich Hütter an den Tausendprozenter von Ante Rebic. Generell hielten sich die Schlüsselstatistiken weitgehend die Waage. 13:15 Torschüsse, knapp 111 zu 112,6 gelaufene Kilometer, 74 zu 68 Prozent angekommene Pässe und 58 zu 42 Prozent Ballbesitz lassen keine wirkliche Unterlegenheit vermuten. „Nach dem Doppelschlag war es gegen defensiv starke Mainzer schwer“, bedeuteten für Hütter die fünf Minuten des Anthony Ujah den Wendepunkt im letzten Heimspiel der Saison, das ein weiteres Fest hätte werden können, letztlich aber von den Verschleißerscheinungen einer langen, intensiven Spielzeit geprägt war. Allein die Fans waren noch zu einem letzten Kraftakt imstande, als sie ihre Helden weit nach Schlusspfiff mit „Im Herzen von Europa“ besangen, sich für eine bis heute einzigartige Saison bedankten und nicht zuletzt den Chefcoach mit Sprechchören bedachten.

Der Österreicher hätte dem Anhang zum Abschluss in der Commerzbank-Arena „einen Sieg gewünscht. Nun kommt es in München zum Showdown“, steht diese Woche ganz im Zeichen des letzten Gefechts. „Wir haben dort unsere letzte Chance und wollen uns für den internationalen Wettbewerb qualifizieren. Darauf werden wir uns intensiv vorbereiten und die Mannschaft wieder frisch machen, damit wir bei den Bayern noch unsere Ziele erreichen. Wir wollen uns den Zähler in München holen.“ Platz sechs und ein weiteres Jahr in der UEFA Europa League wären damit sicher – und in Anbetracht der Erfahrungen in diesem Jahr nicht weniger spektakulär als eine Trophäe.

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