Im Interview verrät Lucas Torró, wie sein Trainingsalltag im Homeoffice aussieht und wie er mit seinen Mitspielern in Kontakt bleibt.

Lucas Torró
Versucht, trotz der ernsten Situation die Lebensfreude nicht zu verlieren und lässt beispielsweise alte Kontakte aufleben: Lucas Torró.

Lucas, die Corona-Pandemie beschäftigt die Menschen. Wie denkst du über diese Thematik?
Gerade an den ersten Tagen steht man natürlich mit einem komischen Gefühl auf. Jeder von uns hat normalerweise einen eingespielten Tagesablauf. Jetzt bringt der Coronavirus alles durcheinander.  Alles verändert sich und wir müssen zuhause bleiben. Aber wir dürfen trotzdem nicht aufhören, positiv zu denken und müssen uns bewusst sein, dass das, was jeder Einzelne tut, dem Wohl der Gesellschaft dient. Wenn man es so betrachtet, vergeht einem zumindest dieses ungute Gefühl. Das Ganze läuft jetzt schon seit einigen Tagen so und man gewöhnt sich langsam daran. Auf einmal macht man Dinge, zu denen man sonst nicht die Zeit gefunden hat. Zum Beispiel kann man mal wieder mit Freunden telefonieren, von denen man seit einer halben Ewigkeit nichts gehört hat. Oder man liest endlich ein Buch, das schon lange auf der Wunschliste stand.

Was vermisst du neben dem Fußball im Moment am meisten?                    
Es ist natürlich sehr ungewohnt, meine Mannschaftskollegen nicht zu sehen. Ich wohne hier in Frankfurt alleine und daher greift bei mir die Quarantäne sozusagen in meinem eigenen Einpersonenhaushalt. Es fällt schwer, für eine Weile keinen Kontakt zu anderen Menschen haben zu dürfen. Zum Glück leben wir heutzutage in einer optimal vernetzten Welt, in der man sich dank Social Media oder per Videoanruf austauschen kann. Das macht die ganze Sache doch wieder etwas angenehmer.

Wie geht es deinen Eltern und deinen Geschwistern in Spanien? Wie kommen sie mit der Ausgangssperre klar, die dort schon seit über einer Woche gilt?                        
Anfangs hat man sich noch nicht allzu viel mit der Thematik beschäftigt, weil man dachte, das sei ja ganz weit weg. Aber jetzt trifft es Spanien besonders hart und da ist die Betrachtung eine ganz andere. Man nimmt es viel ernster. Meiner Familie geht es aber Gott sei Dank gut. Meine Eltern gehören zur Risikogruppe, weswegen ich mir natürlich Sorgen um sie mache. Sie nehmen das mit der Isolation sehr ernst und das beruhigt mich.

"Mache mir Sorgen um meine Eltern"

Wie ist aktuell dein Kontakt zu Trainern und Mitspielern?
Wir bleiben dank Social Media immer in Kontakt und telefonieren per Videoanruf. Auch wenn die Herangehensweise eine andere ist, versuchen  wir doch dafür zu sorgen, dass alles möglichst so bleibt, wie es vorher war.  Dank der technischen Hilfsmittel sehen wir uns und sprechen miteinander, so wie wir es tagtäglich beim Training getan haben.

Im Moment ist für viele Bürger Homeoffice angesagt, auch für euch Eintracht-Profis. Wie sieht dein tägliches Trainingspensum  mit dem Fahrrad aus, das euch der Verein zur Verfügung gestellt hat?
An dieser Stelle möchte ich mich erst einmal beim Verein dafür bedanken, dass er jeden von uns mit einem Fahrrad ausgestattet hat. So können wir von zu Hause aus unsere Übungen machen und daran arbeiten, dass das ausbleibende Mannschaftstraining möglichst wenig an Substanz kostet. Auf dem Fahrrad machen wir alles, was uns die Athletik-Trainer vorgeben. Aber es ist natürlich nicht vergleichbar mit den üblichen Trainingseinheiten auf dem Platz. Wir werden alles tun, um so wenig wie möglich an Form und Physis einzubüßen. Aber ich glaube, es wird uns schon ein wenig schwerfallen, wieder mit 100 Prozent Fitness ins Training einzusteigen. Aktuell gilt es nun einmal, von zu Hause aus zu trainieren und von Vereinsseite wird alles dafür getan, dass wir dies unter den bestmöglichen Bedingungen tun können.

Dank an die Nachbarin

Der Verein bietet auch an, Essen beim Mannschaftskoch zu bestellen. Hast du das schon in Anspruch genommen?
Ja, ich habe schon etwas bei unserem großartigen Koch Stefan Eisler bestellt. Von Vereinsseite wird alles unternommen, damit uns der Umstand der häuslichen Isolation so wenig wie möglich beeinträchtigt. So wird uns beispielsweise angeboten, für die zwei darauffolgenden Tage Essen zu bestellen, das uns nach Hause geliefert wird. Das erleichtert mir das Leben sehr, da ich alleine wohne und das Haus nicht verlassen darf. Bedanken möchte ich mich aber auch bei meiner Nachbarin, die so nett war, einige Sachen für mich einzukaufen.

Wie verbringst du deine freie Zeit?                                                                                              
Ich versuche mir eine gewisse Routine anzueignen, um die Tage gut zu nutzen und wenigstens einen geordneten Tagesablauf hinzubekommen. Das ist tatsächlich gar nicht so einfach, wenn man viel Freizeit hat. Aber ich glaube, dass wachsende Routine uns besser macht und uns ermöglicht, die Zeit optimal zu nutzen. Ich versuche, weiterhin zur selben Uhrzeit ins Bett zu gehen, um früh aufzustehen und viel vom Vormittag zu haben. So kann ich in Ruhe frühstücken, Nachrichten lesen und mit der Familie und Freunden sprechen. Außerdem lese ich aktuell ein Buch, das ich wiederentdeckt habe, mache meine Übungen und spiele viel Schach.

In den sozialen Medien kursieren in diesen Tagen diverse Challenges, wie beispielsweise das Jonglieren mit Klopapierrollen. Bist du schon nominiert worden?
Natürlich habe ich mitbekommen, dass einige Challenges initiiert wurden. Aber da ich persönlich auf  solchen Social-Media-Kanälen wie Instagram und Twitter nicht sonderlich aktiv bin, habe ich auch kein Challenge-Video hochgeladen.

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