Fünf Bundesligapartien absolviert, drei Mal das Spiel zu zehnt beendet – um häufiger zu punkten, möchte Union die Kartenflut eindämmen.

Situation

Alte Försterei, Berlin-Köpenick, wir schreiben den 27. Mai 2019: Union Berlin steigt nach einem 2:2 im Hinspiel der Relegation mit einem 0:0 im heimischen Stadion erstmalig in der Geschichte des Kultklubs in die Fußballbundesliga auf. Der Jubel kennt keine Grenzen. Das Abenteuer Bundesliga gehen die Eisernen voller Vorfreude an, aber auch mit dem Wissen, dass es ein steiniger Weg bis zum Klassenerhalt wird. Um sich für die Herausforderung zu wappnen, setzten die Hauptstädter im Verlaufe des Transferfensters vor allem auf ein Attribut: Erfahrung. Neben den erfahrenen Haudegen Anthony Ujah und Christian Gentner gelang Union mit der Verpflichtung des ehemaligen Dortmunders und Klopp‘schen Musterschülers Neven Subotic ein kleiner Coup. Insgesamt schlug der 56. Verein der Bundesligageschichte 14 Mal auf dem Transfermarkt zu, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein.

Formkurve

Nach fünf absolvierten Spieltagen belegen die „Köpenicker“ mit vier Punkten und 5:10 Toren, den 14. Tabellenplatz. Bei der 0:4-Niederlage im Heimspiel  des ersten Spieltages gegen Leipzig und bei der 0:2-Auswärtsniederlage am vergangenen Spieltag, bei der die Mannschaft von Urs Fischer keinen Schuss auf das Leverkusener Tor abgab, mussten die Köpenicker bereits erfahren, dass die See im Haifischbecken Bundesliga sehr stürmisch sein kann. Mit einem sensationellen 3:1 gegen Meisterschaftsanwärter Borussia Dortmund am 3. Spieltag gelang dann der erste Bundesligasieg der Vereinsgeschichte.

Mit der 0:2-Niederlage am vergangenen Spieltag in Leverkusen musste Union Berlin die zweite Bundesligapleite in Folge hinnehmen. Nach einem 1:1 in Augsburg am zweiten Spieltag war dies gleichbedeutend mit der ersten Auswärtsniederlage der laufenden Runde.

Trainer

Seit dem 1. Juli 2018 steht Urs Fischer als Übungsleiter an der Seitenlinie der Alten Försterei. Gleich in seiner ersten Saison gelang dem 53-jährigen Schweizer, der vorher unter anderem beim FC Thun und Serienmeister FC Basel in seiner Heimat arbeitete, der Aufstieg mit den Köpenickern. Von 2015 bis 2017 traf er in insgesamt acht Duellen auf den damaligen BSC Young Boys und heutigen Eintracht-Trainer Adi Hütter. Die Bilanz: Drei Siege für Hütter, ein Remis und vier Siege für Fischer und fünf Platzverweise.

Taktiktafel

Seit dem zweiten Spieltag schickt Fischer seine Mannen im 4-4-2-System mit einer Doppelsechs ins Rennen. Nachdem es am ersten Spieltag im offensiv ausgerichteten 4-4-3 mit zwei Flügelspielern und nur einem etatmäßigen Sechser eine empfindliche 0:4-Niederlage gegen Leipzig setzte, entschied sich Fischer für mehr defensive Absicherung. Eine zentrale Rolle kommt in Fischers Grundordnung Routinier Gentner zu. Ausgestattet mit einer hohen Spielintelligenz und Ruhe am Ball fungiert er auf der Sechserposition als zentrales Bindeglied zwischen Offensive und Defensive. In der Offensive sucht der Neuling seine Chancen über die schnellen Sheraldo Becker und Marius Bülter, die entweder selbst abschließen oder sehr erfolgreich die Sturmspitzen bedienen, von denen Sebastian Andersson wettbewerbsübergreifend auf vier Saisontore kommt.

Spieler im Fokus: Neven Subotic

Nach einem Jahr in Frankreich bei der AS St.-Ètienne kehrte Neven Subotic in diesem Sommer zurück in die Bundesliga. Der im bosnischen Banja-Luka geborene Subotic verbrachte den Großteil seiner Profikarriere in Deutschland. Besondere Erfolge konnte er hierbei insbesondere in  Zusammenarbeit mit seinem großen Förderer Jürgen Klopp feiern. Dieser holte ihn im Jahr 2008 nach Dortmund zur Borussia. Im Jahr 2011 gewannen Sie gemeinsam die Deutsche Meisterschaft und konnten diesen Erfolg mit dem Gewinn des Doubles in der darauffolgenden Saison sogar noch einmal toppen. Im Jahr 2013 erreichte Subotic als Schwarz-Gelber sogar das Finale der Champions-League, welches am Ende jedoch mit 1:2 gegen Bayern München verloren ging.

Seit dieser Spielzeit schnürt der Innenverteidiger nun die Schuhe für Union. Mit seiner Erfahrung und Ausstrahlung nimmt der sozial engagierte Subotic eine zentrale Rolle in der Abwehrkette der Roten ein. Nachdem Subotic im vergangenen Heimspiel gegen Werder Bremen innerhalb von zehn Minuten zwei Mal den gelben Karton sah und vorzeitig duschen durfte, ist er im Heimspiel gegen die Adlerträger wieder spielberechtigt und als Abwehrchef gefragt.

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