Vor der Abreise nach Leipzig spricht Cheftrainer Adi Hütter über die prickelnden sportlichen wie personellen Konstellationen und hält bewusst den Ball flach.

Freude auf alte Weggefährten, aber Konzentration auf die eigene Mannschaft: Cheftrainer Adi Hütter.
Freude auf alte Weggefährten, aber Konzentration auf die eigene Mannschaft: Cheftrainer Adi Hütter.

Adi Hütter über…

…das Spiel in Leipzig: Ich habe meine Vorstellungen davon, wie Leipzig morgen gegen uns auftreten wird. Sie haben von vier Spielen in diesem Jahr drei gewonnen, die vergangenen drei ohne Gegentor. Ich erwarte Power- und Stressfußball gegen einen Gegner, der sehr gut drauf ist. Die Tabelle spricht für sich. Umgekehrt haben wir in diesem Jahr noch nicht verloren. Es wird auf Kleinigkeiten ankommen: Ballverluste, Umschaltverhalten, Standardsituationen. Ich erwarte ein attraktives Fußballspiel, in dem wir an unsere Leistungsgrenze kommen müssen. Dann können wir ein positives Ergebnis erzielen.

…Wiedersehen mit bekannten Gesichtern: Einige Spieler habe ich in Salzburg selbst trainiert. Alle haben sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt. Wir pflegen zwar keinen persönlichen Kontakt mehr, aber ich weiß, dass wir in Freundschaft auseinandergegangen sind. Ich freue mich auf die Begegnungen, konzentriere mich aber in erster Linie auf unser Spiel.

…den Endspielcharakter im Verfolgerduell: Auf den ersten Blick lässt die Konstellation Vierter gegen Fünfter diesen Schluss zu. Als Trainer sehe ich aber, dass noch viele Partien zu spielen sind. Uns steht ein dichtes Programm mit vielen Topspielen bevor. Bei einer Niederlage wäre Leipzig acht Punkte weg. Bei einem Sieg könnten wir uns nach oben orientieren. Die Partie ist sicher richtungsweisend, aber nicht vorentscheidend. Abgerechnet wird nach dem 34.Spieltag.

…die Personalsituation: David Abraham ist für morgen keine Option. Marc Stendera hat leichte Probleme und wird ebenfalls nicht im Kader stehen. Lucas Torró befindet sich auf einem guten Weg, ist aber ebenso wenig ein Thema wie Almamy Toure, der noch nicht so weit ist, und Tuta, der gerade erst aus Brasilien zurückgekehrt ist. Ansonsten kann ich aus dem Vollen schöpfen. Martin Hinteregger hat es gegen Borussia Dortmund ordentlich gemacht, eine Woche trainiert und wird morgen spielen. 

…die Erwartungshaltung: Ich verbiete niemandem das Träumen, es ist auch wichtig, sich hohe Ziele zu stecken. Doch wir sollten demütig bleiben. Wir schließen sicher nicht aus, vorne dabei sein zu wollen, sehen aber auch die Konkurrenz hinter uns. Es wird nicht einfach, sich oben festzubeißen. Wichtig ist, dass die Jungs wollen, aber wir wissen wo wir herkommen. Kampflos werden wir unsere Position sicher nicht hergeben.

…den Boom rund um den Pokalfilm: Ich selbst habe ihn noch nicht gesehen. Ich bin auch bewusst nicht bei der Premiere gewesen, weil es nicht meine Geschichte ist. Ich möchte mich nicht mit fremden Federn schmücken. Natürlich werde ich mir den Film ansehen. Die Euphorie ist schön und zeigt, dass der Film sehr gelungen ist und nicht nur für Frankfurter Fußballfans interessant ist, sondern auch außerhalb Deutschlands Erfolg haben kann.


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