Die Eintracht verliert in Leipzig mit 1:2 (0:1) trotz einer guten Leistung und kassiert damit die erste Niederlage der noch jungen Bundesliga-Saison.

Sebastian Rode
Sebastian Rode ist wie immer ein Aktivposten im Mittelfeld, muss dabei auch einiges einstecken.

3000 mitgereiste Eintracht-Fans sahen eine insbesondere im zweiten Durchgang engagierte Leistung der Gäste, die sich nicht belohnen konnten. Goncalo Paciencia verkürzte in der 89. Minute auf 1:2, zu mehr reichte es für die Adlerträger aber nicht mehr.

Personal und Ausgangssituation

Adi Hütter nahm im Vergleich zum Europa-League-Spiel in Straßburg gleich sechs Veränderungen in seiner Startformation vor: Ndicka, Durm, Rode, Kohr, Joveljic und Paciencia kamen neu ins Team, dafür rotierten Hinteregger, da Costa, Fernandes und Torró auf die Bank. Gacinovic und Rebic waren angeschlagen und standen nicht im Kader. Danny da Costa saß zum ersten Mal nach 48 Bundesliga-Spielen in Folge in der Startelf auf der Bank. Beide Teams hatten am ersten Spieltag zu null gewonnen – die Leipziger dominant mit 4:0 bei Union Berlin, die Eintracht mit 1:0 gegen Hoffenheim.

Leipzig-Führung aus dem Nichts

Die Eintracht kam eigentlich gut aus den Startlöchern, hatte mehr Ballbesitz und der Wille, die Leistung von Straßburg vergessen zu machen, war sofort erkennbar. Pech nur, dass Leipzig sofort effektiv war und seine Stärke bei Standards umgehend ausspielte. Ecke Sabitzer, Kopfballverlängerung Poulsen am kurzen Pfosten, Direktabnahme Timo Werner am langen Pfosten – 1:0 nach zehn Minuten. Die Gastgeber kamen nun besser in Fahrt und fuhren die Angriffe mit viel Tempo. Das brachte einige Male Gefahr vor dem Kasten von Kevin Trapp, aber zunächst nicht mehr Zählbares. Auf der anderen Seite fehlte den Frankfurtern wie schon in Straßburg die Durchschlagskraft oder die Genauigkeit beim letzten Pass. 53 Prozent Ballbesitz bis zur Halbzeit zeigen auf, dass sich die Adlerträger durchaus auf Augenhöhe zeigten. Die einzige Möglichkeit hatte Paciencia, dessen 14-Meter-Knaller Gulacsi im Nachfassen entschärfte (26.).

Bemüht, aber ohne Fortune

Nach der Pause änderte sich kaum etwas am Spielverlauf. Die Eintracht war bemüht, kam auch vor das Tor der Leipziger, konnte aber nicht einschießen. Paciencia lupfte zu flach (65.) und Joveljic legte sich das Leder zu weit vor (67.). Leipzig blieb insbesondere durch Werner bei überfallartigen Kontern gefährlich, brachte aber Trapp nur aus der Distanz zu einer Parade (53./Nkunku hatte abgezogen). Nach etwa 70 Minuten erhöhten die Gäste nochmals den Druck gegen kompakte Sachsen, aber wieder fehlten Genauigkeit und Durchschlagskraft. Und wieder schlug Leipzig aus dem Nichts zu. Forsberg bediente mit einem feinen Seitenwechsel Yussuf Poulsen, der kurz zuvor noch am Boden gelegen hatte und den die Frankfurter Defensive aus den Augen verloren hatte. Der Däne nahm das Leder direkt und vollendete durchs die Beine Trapps zum 2:0. Die Eintracht bäumte sich nochmal auf und kam zum Anschluss. Chandler setzte sich auf der rechten Seite durch und bediente Goncalo Paciencia, der mit links das Leder direkt nahm – nur noch 2:1 (89.). Sechs Minuten Nachspielzeit wurden umgehend angezeigt, insgesamt sieben wurden es. Die Eintracht konnte dies aber nicht mehr nutzen.

Fazit: Eintracht gleichwertig, Leipzig abgezockt

Leipzig schoss seine beiden Tore in Phasen, in denen die Eintracht die Partie eigentlich im Griff hatte. Diese Abgezocktheit reichte für die Sachsen, die ansonsten bei Kontern ihr Heil mit viel Tempo suchten, aber von der Defensive der Adlerträger gut in Schach gehalten wurden. Der Eintracht wiederum fehlte es wie schon in Straßburg an guten Abschlüssen, denn ansonsten präsentierte sich die Mannschaft von Adi Hütter gleichwertig. Einsatzwille und Moral stimmten, wurden durch den verdienten Anschlusstreffer belohnt, zu mehr reichte es aber trotz 56 Prozent Ballbesitz und mehr Torschüssen nicht. Kleinigkeiten machten den Unterschied in dem guten Bundesliga-Spiel – und diese waren aufseiten der Leipziger. Ein Punkt wäre nicht unverdient gewesen.

So spielte die Eintracht

Trapp – Abraham (87. Toure), Hasebe, Ndicka – Kohr, Rode (77. de Guzman) – Durm (77. Chandler), Kostic – Kamada – Paciencia, Joveljic.

Tor

1:0 Werner (10.)
2:0 Poulsen (80.)
2:1 Paciencia (89.)

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