Den ersten Härtetest in der Vorbereitung verliert die Eintracht mit 1:5 (0:2) beim Uhrencup gegen den BSC Young Boys in Biel.

Inmitten des kräftezehrenden Trainingslagers in der Schweiz stand für die Eintracht nach sechs Einheiten seit Sonntagnachmittag die erste Partie beim Uhrencup, dem ältesten internationalen Vorbereitungsturnier, an. Dabei dominierte der BSC Young Boys die Partie über weite Teile und sicherte sich mit 5:1 (2:0) den deutlichen Auftaktsieg.

Cheftrainer Adi Hütter setzte personell auf zwei Teams, die er jeweils eine Halbzeit auflaufen ließ. Zunächst begann die Eintracht im gewohnten 3-5-2-System, wobei Torró als alleiniger Sechser fungierte. Die Außenbahnen besetzten Timothy Chandler und Filip Kostic, Ante Rebic stürmte neben Goncalo Paciencia. Nach der Pause stellte sich das taktisch sehr ähnlich da; Jonathan de Guzman war im zentralen Mittelfeld das Bindeglied zwischen dem defensiven Kohr und dem offensiven Kamada.

Während sich die Eintracht am Beginn der Vorbereitung befindet, steigt der 13-fache Landesmeister bereits am kommenden Sonntag (21. Juli) in den Spielbetrieb der Schweizer Super League ein. Die Liga ist für die Eintracht noch weit weg, am 25. Juli geht’s dafür international los mit der Qualifikation zur Europa League.

Nur kurze Phase der Dominanz

Die Young Boys kamen besser in die Partie und profitierten bereits in der sechsten Minute von einem missglückten Aufbauspiel der Eintracht. Die Berner konterten schnell, eine zweimal abgefälschte Flanke erreichte den völlig frei stehenden Guillaume Hoarau. Der 92-fache Ligatorschütze in fünf Jahren bei Young Boys nickte problemlos ein (0:1/6.). Nach einer halben Stunde traf auch der zweite Torjäger des Meisters. Nicolas Moumi Ngamaleu zog zweimal aus der Distanz ab. Der erste Versuch wurde von Russ geblockt, der zweite saß (0:2/31.). Bürgy hätte sogar noch erhöhen können, nach einer Ecke traf er die Latte (34.). Von der Eintracht ging nur wenig Gefahr in Halbzeit eins aus, Gacinovics (19.) und Rebics (31.) Abschlüsse waren nicht gefährlich genug. Als Von Ballmoos Paciencia das Leder in den Fuß schob, zielte der Portugiese vorbei (43.).

Nach der Pause liefen zehn neue Feldspieler auf, die für mehr Schwung sorgen sollten – und dies auch taten. Die Eintracht hatte mehr Spielanteile, versuchte es oftmals über die Außenspieler da Costa und Willems. Große Möglichkeiten ergaben sich jedoch nicht, wobei Joveljic zweimal zum Abschluss kam. Beim Konterspiel zeigte sich dann wie in der ersten Halbzeit, dass den Adlerträgern die Frische fehlte und sie oftmals einen Schritt zu spät kamen. Spielmann setzte sich auf der linken Seite durch und bediente Jean-Pierre Nsame – 0:3 (68.). Die Young Boys waren nun in Fahrt und dominierten die Partie wieder, auch dank einiger frischer Spieler von der Bank. Toure verursachte einen Elfmeter, den Rönnow zunächst hielt. Gianluca Gaudino staubte zum 0:4 ab (74.), Esteban Petignat erhöhte nach ähnlichem Spielzug wie beim 0:3 auf 0:5 (81.). Ergebniskosmetik war das 1:5 durch Dejan Joveljic nach Querpass von Kamada (84.). Die Eintracht hat damit keine Chance mehr auf den Turniersieg. Das zweite Turnierspiel bestreiten die Adlerträger am Freitagabend gegen den FC Luzern.

Marco Russ bilanzierte direkt nach dem Spiel: „Vom Ergebnis her war das natürlich bitter. Wir haben zu viele Kontertore kassiert, die Absicherung war nicht mehr da. In der zweiten Halbzeit kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen. Insgesamt war das nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Die Halbzeit-Ansprache war deutlich. Man sieht, dass wir noch nicht so weit sind. Wir haben noch viel Arbeit vor uns, sind aber wesentlich fitter als vor einem Jahr.“

Adi Hütter sagte: „Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Wir hatten zu viel zu viele einfache Ballverluste und Abspielfehler. Young Boys war in allen Belangen besser. Die zweite Halbzeit war taktisch und offensiv viel besser. Nach acht Tagen Training ist Spritzigkeit noch nicht möglich. In der ersten Halbzeit haben wir ganz schlecht gespielt.“

So spielte die SGE

Erste Halbzeit: Rönnow – Abraham, Russ, Tuta – Torro – Chandler, Kostic – Gacinovic, Stendera – Rebic, Paciencia.

Zweite Halbzeit: Rönnow – Toure, Hasebe, Ndicka – Kohr, de Guzman – da Costa, Willems – Kamada – Joveljic, Haller.

Teilen
Funktionen