Vor seinem persönlich ersten Heimspiel im DFB-Pokal spricht Adi Hütter über die Bedeutung des Wettbewerbs, den allzu bekannten Gegner, die Auferstehung Timothy Chandlers und vieles mehr.

Adi Hütter über…

…die Personalsituation: Bas Dost ist noch nicht wieder im Training und ist für das Pokalspiel kein Thema. Dafür trainiert Mijat Gacinovic wieder. Genau wie Djibril Sow, der leicht angeschlagen war. Lucas Torró befindet sich in der Reha und wird von den Langzeitverletzten voraussichtlich am frühesten zurückkommen. Er arbeitet sehr gut. Ich hoffe, dass er Ende Februar, Anfang März wieder dabei ist.

…die Konstellation: Leipzig ist Favorit. Trotz allem haben wir sie vor zehn Tagen geschlagen. Morgen haben wir erneut die Möglichkeit dazu. Gegen Mönchengladbach haben sie speziell nach dem Platzverweis gegen Plea ihre Klasse unter Beweis gestellt. Wir müssen uns darauf besinnen, was wir speziell in der zweiten Halbzeit gegen Leipzig gezeigt haben. Natürlich möchten wir eine Runde weiterkommen, genau wie Leipzig.

…Schlüsse aus dem Rückrundenspiel: Die eigene Leistung hängt immer auch mit der des Gegners zusammen. Dennoch wir haben es in der ersten Halbzeit versäumt, in die Zweikämpfe zu kommen. Leipzig hat schnell umgeschaltet und ist mit vielen Spielern in unsere Hälfte gekommen. Wir haben zu wenig Druck auf den Ballführenden ausgeübt, speziell Nkunku hat uns Probleme bereitet. Die zweite Halbzeit war in dieser Hinsicht besser. Entscheidend war vor allem, dass wir mutiger auftreten sind.

…Gegner Leipzig: Ich glaube, dass Julian Nagelsmann versuchen wird, sein Spiel durchzubringen. Es wird die Frage sei, ob Upamecano, der angeschlagen ist, auflaufen wird oder beispielsweise Olmo eine Chance erhält. Es kann auch sein, dass sie mit Poulsen auf einen zweiten großen Stürmer setzen. Ich bin gespannt, ob sie mit Dreier- oder Viererkette antreten werden, aber von allzu großen Änderungen gehe ich nicht aus, auch weil sie in der ersten Halbzeit gegen uns gut gespielt haben.

…die eigene Herangehensweise: Wir wissen immer die Zuschauer im Rücken und wissen aber auch, dass wir besser Fußball spielen müssen als in Düsseldorf. Uns erwartet ein anderer Gegner, gegen den wir bei Ballbesitz behutsamer agieren müssen. Es ist ein K.o.-Duell, bei dem wir den Kopf einschalten müssen, ob 90, 120 Minuten oder bis zum Elfmeterschießen. Wir werden nicht mit offenem Visier ins Spiel gehen.

…Rotationsmöglichkeiten: Das Wichtigste ist, dass es Konkurrenzkampf gibt. Das begünstigt entsprechend gute Trainingsleistungen. Entscheidend ist, dass die Spieler bereit sind, wenn sie gebraucht werden. Ich bin froh um den offenen Konkurrenzkampf, weil er mir die Möglichkeiten eröffnet, personell und taktisch variabel zu bleiben.

…Timothy Chandler: Auch wenn ich das ungern auf diese Weise formuliere, aber er ist einfach ein cooler Typ! Timmy bringt viel Erfahrung mit und hat wie auch Marco Russ und Kevin Trapp die Kabine im Griff. Manchmal wirkt er wie ein kleines Kind, ist ein sympathischer Junge und unterhält die Leute. Aber wenn er auf dem Platz steht, versteht er es, im richtigen Moment seine Leistung zu bringen. Das hat schon im Trainingslager im Test gegen die Hertha angefangen, seitdem hat er drei Tore erzielt. Es ist beeindruckend, wie er sich nach langer Verletzungspause zurückgekämpft und entwickelt hat. Das freut mich für ihn!

…das bevorstehende Programm: Sorgen habe ich keine. Wir freuen uns auf interessante Spiele. Angefangen morgen, dann geht es in der Europa League darum, im Wettbewerb zu bleiben. Auch in der Bundesliga haben wir nichts zu verschenken. Wir haben Respekt vor jedem einzelnen Gegner. Dass wir drei Tage nach dem Pokalspiel am Freitag ranmüssen, finde ich nicht gut. In den vergangenen anderthalb Jahren hat Frankfurt mit Abstand die meisten Spiele absolviert. Leipzig spielt am Sonntag in München und hat zwei Tage länger Pause. Aber wir müssen es so nehmen wie es ist.

…die Bedeutung des DFB-Pokals: Seit ich hier bin, bin ich noch nie so weit gekommen. Der Wettbewerb ist mir und dem Verein sehr wichtig. Natürlich sind die Spiele gegen Salzburg für mich, Stefan Ilsanker und Martin Hinteregger etwas Besonderes. Aber es geht um Eintracht Frankfurt. Wir haben die Möglichkeit, nach Berlin zu kommen. Diese Chance wollen wir nutzen.


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